Rehkitze retten mit Drohnen und viel Liebe

Mähdrescher gegen Rehkitz - kein fairer Kampf

Die Natur zieht in unserer Welt oft den Kürzeren. Im Frühjahr, wenn die ersten Wiesen gemäht werden, sind die Rehkitze oft die Opfer der Landwirtschaft. Zum Glück gibt es genug Menschen, die alles tun, damit die Rehe vor den Mähern gerettet werden. Im Video: Wir haben Louisa und weitere Helfer begleitet, wie sie mit einer Drohne und einem Pappkarton Kitz-Leben retten.

Fuchs, Hund und Mähdrescher sind die größte Gefahr

Rehkitze liegen in den ersten Wochen ihres Lebens den ganzen Tag und die ganze Nacht, für uns unsichtbar, in den Wiesen. Eigentlich schön gemütlich, wenn da Fuchs, Hund oder die brutale Mähmaschine nicht wären, bei denen die kleinen Bambis chancenlos in den Hechsler geraten können.

So clever schützen sich Rehkitze

13 Suedheide Rehkitz
Tief geduckt auf dem Boden harren die kleinen Rehkitze den ganzen Tag aus.

Eigentlich ganz schön clever, was sich die Natur ausgedacht hat, damit die kleinen Kitze sicher vor ihren Fressfeinden sind: 

Die gefleckten Fellknäuel haben in den ersten Wochen ihres Lebens keinen Fluchtinstinkt. Sie verstecken sich lieber dicht am Boden, als mit ihren kurzen Beinen weg zu laufen. Hört sich gefährlich an, passt aber in das Sicherheitskonzept von Mutter Natur.

Da sie auch noch keinen Geruch haben, kann sie eigentlich niemand finden. Hund und Fuchs haben wenig Chancen, sie aufzustöbern. Ein bis zweimal am Tag kommt Mama-Reh vorbei und säugt ihr Kind. Auch sie weiß nicht, wo sich ihr Filius versteckt hält. Ihre Taktik ist einfach: Sie stellt sich auf die Wiese und ruft ihr Kind, das dann hungrig zur Mutter läuft. Anschließend macht sich der Sprössling wieder alleine auf den Weg zu seinem Versteck. Zwar weiß somit auch die Mutter nicht, wo sich ihr Baby aufhält, aber so kann auch kein Fressfeind der Geruchsspur der Mutter folgen.

Die Natur als Gefahr: Hungersnöte durch Trockenheit

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Die industrielle Landwirtschaft bedroht natürliche Lebensräume - und damit auch immer mehr Tierarten. Laut dem neuesten Regierungsbericht vom 19.05.2020 sind vor allem Insekten und Vögel betroffen. © imago images/imagebroker, imageBROKER/Adelheid Nothegger via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Ohne Hilfe hätten die Kitze keine Chance

Mähdrescher jedoch hat die Natur nicht mit einkalkuliert. Der Fahrer einer solchen Maschine hat keine Chance, ein winziges Rehkitz im Gras zu entdecken. Selbst Menschen können nur einen Meter entfernt stehen und sehen das am Boden kauernde Kitz nicht. Daher arbeiten Jäger, Naturschützer und Landwirte eng zusammen. Bevor eine Wiese gemäht wird, werden die menschlichen Helfer alarmiert.

Früher mussten die Menschen Meter für Meter eine Wiese ablaufen, um ein Kitz zu entdecken und vor dem Mähdrescher in Sicherheit zu bringen. Oft machten das die Jäger aus dem Revier. Heute erledigt das immer häufiger eine Drohne, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet, die Tiere finden kann. Die aufregende Aktion, wie das Kitz mit einer Drohne gerettet wird und anschließend wieder zu seiner Mutter kommt, sieht man im Video.

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