Aktiver Tierschutz - Bambi darf nicht sterben

Hightech beim Tierschutz: Rehkitze retten mit Drohnen und viel Liebe

Mähdrescher gegen Rehkitz - kein fairer Kampf

Die Natur zieht in unserer Welt oft den Kürzeren. Im Frühjahr, wenn die ersten Wiesen gemäht werden, sind die Rehkitze oft die Opfer der Landwirtschaft. Zum Glück gibt es genug Menschen, die alles tun, damit die Rehe vor den Mähern gerettet werden.

Im Video: Wir haben Louisa und weitere Helfer begleitet, wie sie mit einer Drohne und einem Pappkarton Kitz-Leben retten.

Die kleinen Reh-Kitze bleiben einfach in Feld und Wiese liegen

Rehkitze haben noch keinen Fluchtinstinkt. Deswegen können sie schnell Opfer eines Mähdreschers werden.
Jetzt ist wieder die Zeit für die Rehkitz-Rettung. Denn die kleinen Bambis haben noch keinen Fluchtinstinkt. Fotografin: Tanja Salzmann. farbmeer. © Tanja Salzmann. farbmeer.

Fuchs, Hund und Mähwerke sind die größte Gefahr

Rehkitze liegen in den ersten Wochen ihres Lebens den ganzen Tag und die ganze Nacht, für uns unsichtbar, in den Wiesen. Eigentlich schön gemütlich, wenn da Fuchs, Hund oder die brutale Mähmaschine nicht wären, bei denen die kleinen Bambis chancenlos in den Hechsler geraten können.

Mähwerke können Rehkitzen besonders gefährlich werden

Neben Hunden oder Füchsen sind auch Mähdrescher eine große Gefahr für die jungen Rehe.
Mähwerke sind eine große Gefahr für die Rehkitze. Fotografin: Tanja Salzmann. farbmeer. © Fotografin: Tanja Salzmann. farbmeer.

So clever schützen sich Rehkitze

Rehkitze verstecken sich im hohen Gras oder zwischen Ästen, um sich zu schützen.
Tief geduckt auf dem Boden harren die kleinen Rehkitze den ganzen Tag aus. Fotografin: Tanja Salzmann. farbmeer. © Fotografin: Tanja Salzmann. farbmeer.

Eigentlich ganz schön clever, was sich die Natur ausgedacht hat, damit die kleinen Kitze sicher vor ihren Fressfeinden sind: 

Die gefleckten Fellknäuel haben in den ersten Wochen ihres Lebens keinen Fluchtinstinkt. Sie verstecken sich lieber dicht am Boden, als mit ihren kurzen Beinen weg zu laufen. Hört sich gefährlich an, passt aber in das Sicherheitskonzept von Mutter Natur.

Da sie auch noch keinen Geruch haben, kann sie eigentlich niemand finden. Hund und Fuchs haben wenig Chancen, sie aufzustöbern. Ein bis zweimal am Tag kommt Mama-Reh vorbei und säugt ihr Kind. Auch sie weiß nicht, wo sich ihr Filius versteckt hält. Ihre Taktik ist einfach: Sie stellt sich auf die Wiese und ruft ihr Kind, das dann hungrig zur Mutter läuft. Anschließend macht sich der Sprössling wieder alleine auf den Weg zu seinem Versteck. Zwar weiß somit auch die Mutter nicht, wo sich ihr Baby aufhält, aber so kann auch kein Fressfeind der Geruchsspur der Mutter folgen.

Die Natur als Gefahr: Hungersnöte durch Trockenheit

Kitzrettung ist Ehrenamt

Mit Hilfe von Drohnen werden Rehkitze gerettet.
Rettung mit Hilfe von Drohnen und Tierliebhabern. Nach der Ortung geht es mit einem Karton zum Fundplatz. Fotografin: Tanja Salzmann. farbmeer. © Fotografin: Tanja Salzmann. farbmeer.

Ohne Hilfe hätten die Kitze keine Chance

Mähdrescher jedoch hat die Natur nicht mit einkalkuliert. Der Fahrer einer solchen Maschine hat keine Chance, ein winziges Rehkitz im Gras zu entdecken. Selbst Menschen können nur einen Meter entfernt stehen und sehen das am Boden kauernde Kitz nicht. Daher arbeiten Jäger, Naturschützer und Landwirte eng zusammen. Bevor eine Wiese gemäht wird, werden die menschlichen Helfer alarmiert.

Früher mussten die Menschen Meter für Meter eine Wiese ablaufen, um ein Kitz zu entdecken und vor dem Mähwerk in Sicherheit zu bringen. Oft machten das die Jäger aus dem Revier. Heute erledigt das immer häufiger eine Drohne, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet, die Tiere finden kann. Die aufregende Aktion, wie das Kitz mit einer Drohne gerettet wird und anschließend wieder zu seiner Mutter kommt, sieht man im Video.

Kitzrettung: Nach der Mahd geht es wieder in die Freiheit

Wenn die Mäharbeiten vorbei sind, werden die Rehkitze wieder ausgesetzt.
In einem geschützten Karton warten die Rehkitze die Mäharbeiten seelenruhig ab und werden dann wieder ausgesetzt. Fotografin: Tanja Salzmann. farbmeer. © Fotografin: Tanja Salzmann. farbmeer.

Was macht man, wenn man ein Rehkitz findet?

In der Regel hält sich die Reh-Mutter, die Ricke, immer in der Nähe der Kitze auf. Auch wenn man die Ricke vielleicht gerade nicht sehen kann. Demensprechend gilt: Abgelegte Kitze werden in den allermeisten Fällen von den Ricken wieder gefunden.
Sie sollten also das Kitz oder die Kitze unangetastet lassen und sich entfernen. Erst wenn die Ricke beispielsweise durch einen Autounfall ums Leben kam, besteht Handlungsbedarf. Und zwar durch den zuständigen Jäger oder die Jägerin. In der Regel sind diese Jagdausübungsberechtigten der Polizei vor Ort bekannt. Nur diese Berechtigten dürfen das Wild entnehmen und einer Rettungsstation übergeben.

Wetter und Klima in der Mediathek

Mega-Hitze und große Trockenheit - und viele fragen sich: Wird Deutschland bald zum Wüstenstaat? Wie viele Dürre-Sommer hintereinander können wir eigentlich noch verkraften? 

Hier geht es zur DOKU - Wüstenstaat Deutschland?