Anmeldung in Rheinland-Pfalz bereits seit Ende Januar möglich

Stiko empfiehlt Novavax-Impfstoff für alle ab 18 Jahren

Das Novavax-Produkt namens Nuvaxovid (NVX-CoV2373) ist im Gegensatz zu den bisher zugelassenen Impfstoffen weder ein mRNA-Impfstoff noch ein Vektor-Impfstoff.
Das Novavax-Produkt namens Nuvaxovid (NVX-CoV2373) ist im Gegensatz zu den bisher zugelassenen Impfstoffen weder ein mRNA-Impfstoff noch ein Vektor-Impfstoff.

Für viele Impf-Skeptiker ist er quasi der Heilsbringer: der Impfstoff von Novavax. Denn er gilt gemeinhin als Tot-Impfstoff, der ganz ohne Gen-Tech auskommt – auch wenn dies auf einem Irrtum beruht. Jetzt steht fest: Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt den Impfstoff Nuvaxovid ab sofort auch zur Grundimmunisierung von Personen ab 18 Jahren. Eine zweite Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff nach abgeschlossener Grundimmunisierung und erfolgter erster Auffrischimpfung empfiehlt die Stiko gesundheitlich besonders gefährdeten bzw. exponierten Personengruppen, teilt das Robert-Koch-Institut mit.

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Riesen-Run auf Novavax-Impfstoff in Rheinland-Pfalz

Kann die Impfkampagne dank Novavax noch einmal einen massiven Schub bekommen? Aktuelle Zahlen aus Rheinland-Pfalz machen Hoffnung. Dort hatten sich schon innerhalb der ersten vier Tage 9139 Menschen für eine Impfung mit dem Novavax-Impfstoff registriert, berichtet der SWR. Die meisten von ihnen - rund 5000 - gleich in den ersten Stunden am Montag, am Dienstag waren es dann bereits 6500, wie die dpa berichtete. Damit haben sich in den ersten Tagen in dem Bundesland so viele Menschen zu einer Erstimpfung angemeldet wie in den drei Monaten vorher insgesamt.

Novavax soll ab dem 21. Februar zur Verfügung stehen

In Rheinland-Pfalz ist es seit dem 24. Januar möglich, sich für eine Impfung mit Novavax zu registrieren. Ende Februar sollen vom Bund die erste Lieferung erfolgen. Bereits Mitte des Monats hatte Gesundheitsminister Lauterbach bekannt gegeben, dass der Nuvaxovid genannte Impfstoff von Novavax ab dem 21. Februar bereitstehen werde. Damit stünden in Deutschland dann fünf Impfstoffe zur Auswahl: die Vakzine von Biontech, Moderna, Astrazeneca, Johnson&Johnson - und dann eben auch das von Novavax.

Möglicherweise auch viele Anmeldungen aus anderen Bundesländern

„Wir erwarten nicht, dass die Impfungen mit dem Novavax-Impfstoff die letzten Impflücken schließen“, sagt der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Hoch dem SWR. „Dennoch freuen wir uns, wenn jetzt einige Skeptiker bereit sind, mit Novavax die Schutzimpfung zu bekommen.“ Wer die Menschen sind, die sich jetzt für eine Impfung mit Novavax entschieden haben, sei nicht bekannt. Denn Beruf oder auch Wohnort werden bei der Registrierung zunächst nicht erfasst. Es können daher auch Menschen aus anderen Bundesländern sein, erklärte das Ministerium auf Anfrage. Dort gelte: „In Rheinland-Pfalz wird geimpft, wer sich anmeldet.“

Protein-Impfstoff mit virusähnlichen Partikeln

Allgemein wird NVX-CoV2373 von Novavax als Totimpfstoff bezeichnet. Aber das sind die Vektorimpfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson sowie die mRNA-Impfstoffe von Bionetch und Moderna auch: Denn sie enthalten keine vermehrungsfähigen Bestandteile. Der Impfstoffkandidat von Novavax sollte besser Proteinimpfstoff genannt werden. Nuvaxovid besteht laut dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) aus virusähnlichen Partikeln, die das Spike-Protein des Coronavirus enthalten. Das Mittel enthält laut EMA zudem einen Wirkverstärker. Die Proteine werden vom Körper als fremd erkannt und das Immunsystem wird hochgefahren - spezifische Antikörper und T-Zellen werden gebildet. (ija/dpa/dhe)

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