Haben Sie den Regen mitbekommen?

Zwischen Absaufen und Staubtrocken liegen nur wenige Kilometer

von Paul Heger und Oliver Hantke

 Gewitter und kräftige Regenschauer über Berlin
Gewitter und kräftige Regenschauer über Berlin

Sehr viel Regen oder gar kein Regen? Das war am Wochenende DIE Wetter-Frage überhaupt. Nur im Nordwesten nicht. Da passierte in Sachen Niederschlag rein gar nichts. Und auch sonst lagen Regenfluten und Trockenheit eng beieinander. Unser wetter.de-Meteorologe Paul Heger hat sich die Summen genauer angeschaut und zwei Beispiele für uns rausgesucht: „Die vergangene Unwetterlage hat Spuren hinterlassen. In einigen Regionen sind krasse Regenmengen von teils deutlich über 100 Liter pro Quadratmeter zusammen gekommen. Das meiste davon fiel in wenigen Stunden.

Sie haben davon nichts mitbekommen? Das ist nur verständlich, wenn man sich anguckt, wie regional eng begrenzt die Regenfälle förmlich vom Himmel auf den Boden klatschten.“

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Beispiel Nummer 1 aus dem Osten: Regensummen rund um Berlin

„Knapp nordwestlich von Bernau bei Berlin sind am Freitag binnen kurzer Zeit rund 150 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Bis Sonntagfrüh waren es im Zentrum bei Basdorf, unweit des beliebten Ausflugsziels Wandlitzer Sees über 170 Liter - Wahnsinn! Und jetzt kommts: Rund 15 km östlich fiel so gut wie gar nichts. Von Freitag bis Sonntag gerade mal 2 oder 3 Liter,“ so unser Meteorologe Heger.

Beispiel Nummer 2 aus dem Süden: Regensummen rund um München

Meteorologe Heger: „Im Südwesten von München, im Stadtteil Hadern, fielen um 80 Liter. Im Nordwesten der Landeshauptstadt, zwischen Johanneskirchen und Unterföhring, waren es nicht mal 5 Liter. Beides knapp 10 km Luftlinie voneinander entfernt.

Und so ist es gut erklärbar, dass diese heftigen Niederschläge mit Bildern von Überflutungen nicht die flächige Entlastung in Sachen Trockenheit gebracht haben.“

Regenfluten oder Trockenheit eng beieinander
In einem Stadtteil fiel jede Menge Regen, in einem anderen Teil wenige Kilometer entfernt fiel gar nichts vom Himmel.

Regenpleite im Westen und Nordwesten

Knapp daneben ist auch daneben – nur im Westen und Nordwesten nicht. Denn hier gab es am Wochenende nur ganz wenige bis gar keine Tropfen vom Himmel. „Besonders dramatisch ist es, wenn man in den Westen und Nordwesten schaut. Dort fiel quasi nichts - von der Eifel bis nach Hessen und hoch ins westliche Niedersachsen war die Regenlage eine komplette Pleite und so sprechen wir weiter über die Dürre,“ so Heger weiter.

Vor allem im Nordwesten blieb es nicht nur am Wochenende staubtrocken!
Vor allem im Nordwesten blieb es nicht nur am Wochenende staubtrocken!

Video: So geht es mit dem Regen oder der Trockenheit in den nächsten 48 Stunden weiter

So trocken waren die letzten 12 Jahre

Sommer 2022 viel zu trocken

Zum Regen im Sommer 2022 hat Meteorologe Heger folgende Zahlen: „Trockenster Ort der letzten drei Monate ist Bad Kissingen in Bayern mit bisher 28,5 Litern pro Quadratmeter. Ebenfalls in Bayern gelegen sind gleichzeitig aber auch die nassesten Orte mit über 530 Litern je Quadratmeter in Chiemsee-Herrenchiemsee und Balderschwang. Witzigerweise ist Balderschwang damit aber dennoch viel zu trocken. Statistisch gesehen sind es gerade einmal 70 Prozent des ansonsten üblichen Regens im Sommer gefallen. In Bad Kissingen bedeuten die knapp 30 Liter übrigens nur 15 Prozent des Regensolls.

Deutschlandweit sind im Schnitt gut 140 Liter auf jeden Quadratmeter nieder gegangen. Das sind nicht einmal 60 Prozent des normalen Niederschlags binnen der drei Sommermonate.“

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(phe, oha)