Alle sehnen sich nach Regen - auch unsere Psyche

Regen ist die neue Sonne - wie die Trockenheit alles verändert

Nur Sonne, kein Regen - wollen wir das wirklich?

Wir gucken nach draußen. Kein Regenwölkchen, wie schön. Schon wieder ein trockener Tag. Haben wir uns das nicht immer schon gewünscht? Verlässliches Wetter, schöne Sommertage, auch im Frühling und Herbst, am besten immer. Aber ist es wirklich das, was wir wollen?

Wir haben im Video Menschen gefragt, die Bescheid wissen müssen. Ein Psychologe, der unsere Seele versteht, und Menschen auf der Straße, die in einer Gegend wohnen, wo es in diesem Jahr so gut wie gar nicht geregnet hat. 

Wieviel Regen fehlt überhaupt?

Viel! Das mal vorab. Bezeichnend ist dabei, dass auch in diesem Frühjahr im April und Mai der ganze Wachstumsregen mal wieder fehlte. Zwar haben zu Beginn dieses Jahres die Regenwochen einiges an Trockenheit in den oberen Schichten des Bodens wieder aufgefüllt. Aber in der Tiefe bis 1,8 Meter ist immer noch alles zu trocken. Besonders betroffen und mit "außergewöhnliche Dürre" eingestuft sind Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen Anhalt und Teile Bayerns.

Sonnenstunden ohne Ende

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Durchschnittliche monatliche Sonnenscheindauer in Deutschland von April 2019 bis April 2020

Im April 2020 gab es durchschnittlich 294 Sonnenstunden. Das ist fast doppelt so viel wie das vieljährige Mittel mit 154 Sonnenstunden. Im Jahr 2019 schien die Sonne im Durchschnitt hierzulande rund 1.800 Stunden. 

Dementsprechend niedrig ist das Niederschlangskonto. Tiefe Bodenschichten haben sich von der Trockenheit der letzten zwei Jahre nicht erholt. Der Regen blieb viel zu oft aus, das merken nicht nur die Natur, Landwirte, die Gärtner - auch die Menschen spüren, dass sich hier gerade etwas ändert. Der Psychologe im Video sagt dazu: "Schönes Wetter reicht uns nicht. Wir brauchen den trüben Himmel, damit wir auch die Sonne mal genießen."

Was macht das mit der Natur?

Waldsterben ist wieder ein Thema. Aber nicht mehr wegen des sauren Regens wie in den 1980er Jahren. Diesmal sind es die immer höheren Durchschnittstemperaturen, die Hitze und Dürre, die unseren Wäldern Stress bereiten.

Nicht nur der Wald leidet, besonders die Bäume in der Stadt sind arm dran. Stadtbäume werden nicht von anderen Bäumen beschattet, die waldeigene "Klimaanlage" durch Verdunstung existiert nicht. Dazu haben Bäume in der Stadt oft nur wenig Platz um ihre Wurzeln auszubreiten. 

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