Umweltschützer vermuten Zusammenhang mit Elbvertiefung

Rätselhaftes Fischsterben an der Nordsee

Tote Fische: Heringe, Störe und Aale

Tonnenweise junge Heringe, Stinte, Finten, tote Aale und sogar Schweinswale und Störe werden an der Nordseeküste angespült. Die Ursache konnte bisher noch nicht geklärt werden. Tote Fische wurden sowohl bei St. Peter-Ording als auch an der Elbmündung zwischen Otterndorf und Cuxhaven gefunden.  Derzeit finden Baggerarbeiten für die Elbvertiefung statt. Umweltschützer vermuten einen Zusammenhang. Der WWF äußert sich da zurückhaltender.

Ist die Elbvertiefung schuld? Umweltverbände erstatten Strafanzeige

HANDOUT - 23.06.2020, Schleswig-Holstein, St. Peter-Ording: Tote Fische liegen am Nordseestrand. An der Nordseeküste von Schleswig-Holstein und Niedersachsen sind in den vergangenen Tagen an mehreren Orten Hunderte tote Fische angeschwemmt worden. Fo
Schleswig-Holstein, St. Peter-Ording: Tote Fische liegen am Nordseestrand. An der Nordseeküste von Schleswig-Holstein und Niedersachsen sind in den vergangenen Tagen an mehreren Orten Hunderte tote Fische angeschwemmt worden. © dpa, Rainer Schulz, ehl sab

Die im Bündnis „Lebendige Tideelbe“ zusammengeschlossenen Umweltverbände BUND, NABU und WWF haben am Dienstag Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Außerdem fordern sie die Hamburg Port Authority (HPA) und die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GWDS) als „Bauherren“ der Elbvertiefung auf, alle Baggerarbeiten sofort zu stoppen, solange die Ursachen für das Fischsterben nicht aufgeklärt sind.

Der WWF bleibt hingegen vorsichtig. „Natürlich sind von Menschen gemachte Ursachen denkbar, aber sie müssen es nicht sein. Das ist in diesem Stadium ganz schwer zu beurteilen“, erklärte WWF-Wattenmeer-Experte Hans-Ulrich Rösner.

Tote Fische am Strand: Ein trauriger Anblick

Fischsterben
Fischsterben an der Nordseeküste: Ein toter Stör am Strand. © Wattenmeer-Schutz.de

Sofortige Untersuchungen zu dem Fischsterben gefordert

Das Bündnis „Lebendige Tideelbe“ fordert die zuständigen Behörden auf, sofort zu klären, warum die Fische sterben. Manfred Braasch vom BUND Hamburg vermutet, dass der Einsatz der Baggerschiffe im Bereich der Elbmündung ein Grund sein könnte: „„Es sind nicht nur Jungfische betroffen, wir haben auch große Fische gefunden, z.B. einen Stör, der ist sogar nach Europarecht geschützt. Meerforellen, Lachse und auch Aale sind weiterhin betroffen und die weisen mehrheitlich mechanische Schäden auf. Das heißt, das ist ein Indiz dafür, dass die vor die großen Saugeinrichtung dieser Schiffe gekommen sind.“ Aber auch andere Ursachen wie Giftstoff können noch nicht ausgeschlossen werden.