Portugal: Österreicherin von gigantischer Monsterwelle in den Tod gerissen

Monsterwellen oder Freak-Waves
Die Monsterwellen, auch Freak-Waves genannt, tauchen oft aus dem Nichts auf. © picture alliance / abaca, Photomobile, stp

Strandspaziergang endete tödlich

An der portugiesischen Atlantikküste kam es in der letzten Woche zu dramatischen Szenen. Wie mehrere lokale Medien berichteten, wurde ein österreichisches Urlauberpaar von einer Monster-Welle erfasst und ins offene Meer gerissen. Der Ehemann konnte gerettet werden, die 66-jährige Frau starb bei dem Unglück.

Nördlich von Porto, am Strand von Póvoa de Varzim wollte das Paar einen Abendspaziergang machen, als eine riesige Monster-Welle die beiden erfasste und ins Meer zog.  Der Mann konnte sich eigenständig an Land retten, seine Ehefrau blieb jedoch erst einmal verschwunden.

Rettungsschwimmer, Feuerwehr und Polizei suchten bei dem Rettungseinsatz, bis eine halbe Stunde später zwei Passanten, den Körper im Wasser entdeckten. Trotz Wiederbelebungsversuchen vor Ort konnte die Frau nicht gerettet werden.

Weitere Todesfälle durch Monsterwellen

Auch an anderen Stränden an der Küste Portugals kam es zu Todesfällen durch hohe Wellen. In Nazaré, knapp 100 Kilometer nördlich von Lissabon, wurden zwei spanische Touristen von einer Welle in den Tod gerissen. Ein 31-jähriger Mann starb ebenfalls, als er versuchte das Paar zu retten. 

Immer wieder kommt es in der Umgebung von Nazaré, einem beliebten Surfergebiet, zu tödlichen Unfällen. Außergewöhnlich hohe Wellen und starke Strömungen werden besonders für sorglose und unvorsichtige Touristen zur verhängnisvollen Falle. Trotz Warnungen gehen sie zu nah ans Wasser oder springen bei roter Beflaggung in die Wellen.

Video: Riesenwelle an der Küste der USA:

Monsterwellen schleichen sich oft heimlich an

Die Riesenwogen an Küsten sind häufiger als man denken würde. Früher galten Erzählungen über plötzlich auftauchende Wassergiganten als Seemannsgarn. Besonders in küstennahem Flachwasser kommt es zu den gefährlichen Monsterwellen. Das tückische an ihnen ist ihre Unberechenbarkeit. Der monsterwellenforscher Wolfgang Rosenthal vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht sagte in einem Interview mit dem ‚Spiegel‘, dass die Brecher im Flachwasser auf gleiche Weise entstehen, wie ihre Verwandten im offenen Meer. Am Strand können die Wellen dann entstehen, wenn der Meeresgrund in der Nähe der Küste mehrere Meter absinkt.

Genau das ist an Portugals Küsten der Fall. „Das Meer scheint manchmal mehrere Minuten lang völlig ruhig zu sein, aber dann treten plötzlich drei oder vier riesige Wellen auf und überraschen die Leute am Strand“, sagt Francisco Luis, Sprecher Zivilschutzes in Setúbal bei einem Unglücksfall im Jahre 2013.