Eiszeit in Deutschland

Schnee mit Frost und bitterer Kälte

von Oliver Scheel

In den letzten 20 Jahren war der Dezember meist ein lauer Genosse und oft viel zu mild. Genau einmal nur war er deutlich kälter als im langjährigen Durchschnitt. Aber dieses Jahr hat der Weihnachtsmonat so richtig Biss. Das spüren wir jetzt schon und das werden wir in der kommenden Woche so richtig spüren. Denn dann rauschen die Werte noch ein gutes Stück tiefer in den Eiskeller. Mit was wir rechnen müssen und warum das so ist, erfahren Sie hier.

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Die Ausgangslage: Warum ist es denn überhaupt so kalt?

Derzeit ist der Polarwirbel, der uns in Mitteleuropa für gewöhnlich vor der Luft aus arktischen Breiten schützt, ziemlich außer Form - vorwiegend in der unteren Atmosphäre. Das stört gleichzeitig die milde westliche Strömung und schickt uns wiederholt Luft aus nördlicher oder östlicher Richtung. „Solche Konstellationen sind oft ziemlich zäh und können für längere kalte Abschnitte sorgen“, erläutert unser Meteorologe Björn Alexander. Das erhöhe die Chancen auf Weiße Weihnachten.

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-20 Grad: Mit was müssen wir rechnen?

Diese Winter-Phase hat es in sich mit Schnee und Kälte.
Bis Dienstag kommt im Süden und Osten ordentlich was an Schnee zusammen.

Es wird nun peu a peu ein wenig kälter, denn wir zapfen kontinuierlich die Polarluft an. Schon am Samstag gibt es fast überall Dauerfrost und gefühlt wird es richtig eisig. Am Sonntag wird es noch kälter. Der Dauerfrost hält mehr oder weniger überall Einzug. Einzig am Rhein oder im Rhein-Main-Gebiet kann es tagsüber auch mal 0, 1 oder 2 Grad „warm“ werden.

Was ist eigentich die gefühlte Temperatur?

Weil es am Wochenende in und südlich der Mittelgebirge durchaus nennenswerten Schneefall gibt, befeuert das die Minusgrade. Warum? Über Schnee kühlt die Atmosphäre noch mehr aus. So können in der kommenden Woche locker -20 Grad Tiefsttemperaturen erreicht werden.

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Richtige Winterwoche steht bevor

 Wintereinbruch - Spuren im Schnee von Wildtieren auf der Suche nach Deckung und Nahrung. Über längere Zeiträume mit Schnee und kalten Frösten sind viele Wildtiere wie Hasen, Fasane, Rebhühner und auch Rehe auf Deckung und erreichbare Nahrungsquellen
Für die Wildtiere wird es nun schwierig etwas Nahrung zu finden. Die äußerst kalten Nächte werden vielen Tiere zusetzen.

Und auch bis zum Ende der Woche ändert sich an den winterlichen bis eisigen Temperaturen nur wenig. Dabei müssen wir uns neben freundlichen Abschnitten in einer abwechslungsreichen Wetterwoche wiederholt auf Schnee, Schneeregen oder Glatteis mit entsprechenden Verkehrsbehinderungen einstellen. Außerdem weht ein mitunter lebhafter und bitterkalter Wind, der die gefühlten Temperaturen nochmals ordentlich herunter drückt.

Es kann gut sein, dass der Dezember 2022 der erste zu kalte Dezember seit 2010 wird. Damit kann er sogar noch das gesamte Jahr 2022 einbremsen, das sich gerade anschickt, das wärmste seit Aufzeichnung der Wetterdaten zu werden.

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Motor des Winters - so entwickelt sich der Polarwirbel

In der Vorhersage wird die Temperatur in einigen Kilometern Höhe dargestellt. Je gleichförmiger die blauen, also kalten Bereiche zusammenhängen, umso stärker ist der Polarwirbel. Werden hingegen große Lücken und mildere Einschübe in Richtung Nordpol berechnet, dann ist der Wirbel instabiler. Bei einem Polarwirbel-Split teilen sich die blauen Flächen in zwei Teile auf.

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(osc)