Startschuss für Schnee und Eis

Polarwirbel nimmt an Fahrt auf: Aktuelle Kältepole und erster Wintersturm

Frühe und auch zahlreiche Wintervorstöße in Mitteleuropa sehr wahrscheinlich

Bei uns hat sich das ruhige und mitunter neblig-kühle Spätherbstwetter mit Nachtfrost ausgebreitet. Am Wochenende wird es kurz wechselhafter – auch mit Schnee und Glätte - , aber ist das schon der Startschuß für den Winter bei uns? Wir schauen nach den derzeitigen Kälte- und Schneelöchern auf der Nordhalbkugel und was passieren muss, dass der Polarwirbel uns den Winter bringt.

Gibt es einen Wintereinbruch am Wochenende bei uns?

RTL-Meteorologe Björn Alexander: „In Richtung Alpen auf den Bergen sind Flocken mit dabei. Ansonsten ist es dann doch mehr Regen. Allerdings schließen die Wettercomputer am Samstag kurzzeitig Glatteis nicht aus. Neben Nachtfrost und Reifglätte werden somit die weitere Zeichen für den bevorstehenden Winter gesetzt. Da es tendenziell eher milder wird, ist in den nächsten Tagen kein echter Wintereinbruch bis ins Flachland zu erwarten.“

Wo zeigt sich der Winter denn schon deutlicher?

In Skandinavien habe sich der Winter bereits niedergelassen, so der RTL-Meteorologe: „Dort sinken die Temperaturen am Wochenende nachts erneut in den zweistelligen Frostbereich, stellenweise bis unter minus 20 Grad. Ebenfalls hochwinterlich und außergewöhnlich eisig für diese Zeit sind die Aussichten beispielsweise in Teilen von Sibirien. Und auch über Nordamerika hat sich ein erster heftiger Wintersturm zusammen gebraut.“

RTL-Meteorologe Björn Alexander

Das Bild zeigt den RTL-Meteorologen Björn Alexander
RTL-Meteorologe Björn Alexander

Wie eisig ist es denn in Sibirien schon?

„Zuletzt gab es in Ostsibirien bereits Tiefstwerte von minus 40 Grad. Hier hat sich also ein richtiger Kältepol ausgebildet, der sich nun Richtung Westen, also weiter nach Sibirien rein verlagert. Damit sind dort ebenfalls Tiefstwerte von minus 30 bis minus 40 Grad verbunden. Und in der zweiten Monatshälfte sind Minimumtemperaturen von minus 50 Grad und weniger möglich.“

Wird sich das auf unseren Winter auswirken?

„Je näher diese sibirische Kaltluft ist und je mehr sich die Winterluft in Skandinavien ausgebreitet hat, umso leichter fällt es der Kälte nach Deutschland zu kommen, wenn sich die passende Wetterlage einstellt. Hierbei spielt dann der Polarwirbel eine gewichtige Rolle. Es lässt sich aber auf jeden Fall feststellen, dass diese Gemengelage durchaus für frühe und auch zahlreiche Wintervorstöße in Mitteleuropa spricht.“

Teilung des Polarwirbels - eiskalte Wetterlagen für Deutschland

Die Graphik zeigt die eiskalte Wetterlage, die uns im Februar 2021 den Vorstoß des Sibirien-Winters bis nach Deutschland brachte. Ausgehend von einem Polarwirbel-Split war der Weg für die Polarhochs und die sibirische Luft frei.
Die Wetterlage, die uns im Februar 2021 die Luft direkt aus Sibirien brachte. Der Polarwirbel-Split führte am Rande der polaren Hochdruckgebiete richtige Eisluft nach Deutschland.

Was ist der Polarwirbel?

„Im Prinzip ist der Polarwirbel ein mächtiges Kaltpolster an den Polen der Erde. Er entsteht auf der Nordhalbkugel normalerweise im Spätherbst und in den Wintermonaten. Dann sind die Temperaturunterschiede zwischen der Polregion und den südlichen Breiten besonders groß. Ist der Wirbel stark ausgeprägt, dann ist die Witterung bei uns in Deutschland oft durch westliche bis südwestliche und dementsprechend milde Winde bestimmt. Ist er hingegen instabil oder gestört, so werden Wintervorstöße aus Norden und Osten bei uns wesentlich wahrscheinlicher.“

Mehr zum Polarwirbel im Wetter-Lexikon.

Wie heftig ist der erste Wintersturm in Nordamerika?

„Das ist schon ein markantes Ereignis. Betroffen sind hierbei insbesondere die nördlichen Bereich der USA und der Süden Kanadas. Der Wind weht in Böen mit 40 bis 80 km/h und dürfte den frisch gefallenen Schnee direkt verfrachten und für Schneeverwehungen und für blizzardartige Verhältnisse sorgen. Außerdem hat er zufolge, dass sich die Temperaturen um den Gefrierpunkt wie zweistellige Minusgrade anfühlen können.“

Zum aktuellen Wettergeschehen in den USA und weltweit.

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(bal und oha)