Weichenstellung für den Rest des Winters läuft jetzt

Polarwirbel 2021: Das sind die Folgen seiner Erholung

Der Polarwirbel und seine Folgen für unser Wetter

Der Polarwirbel bringt uns Spannung und ein zähes Ringen um das Winterende. Ist er stark, dann hat die Kaltluft kaum Chancen. Ist er schwach oder sogar geteilt, dann kann es eben in der Folge bei uns auch so kalt werden, wie wir es derzeit erleben. Dabei bekommen wir die Auswirkungen immer erst zeitversetzt zu spüren. Wir schauen mit unserem RTL-Meteorologen Björn Alexander auf die Entwicklung des Polarwirbels in den kommenden Wochen und auf die möglichen Folgen für unseren Winter 2021.

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Polarwirbel-Split 2021 und Eiswinter bei uns: Wie ist die derzeitige Lage einzuschätzen?

RTL-Meteorologe Björn Alexander: „Gemessen an den Temperaturen und der Schneelage für ganz Deutschland ist die Lage in etwa vergleichbar mit Winterlagen in den Jahren 2010, 2011 und 2012. Auch der Märzwinter 2013 war recht heftig. An einzelnen Wetterstation purzelten und purzeln jetzt aber Rekordtiefstwerte, die schon deutlich älter sind.”

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Wie sieht der Polarwirbel aus?

Die Darstellung zeigt einerseits einen intakten, andererseits einen geteilten Polarwirbel.
Der Polarwirbel ist ein riesiges Tiefdruckgebiet in der höheren Atmosphäre rund um die Polregionen. Links ist er intakt. Auf der rechten Seite ist er gestört. So sieht ein Polarwirbel-Split aus.

Wie lange bleibt der Winter 2021 noch?

Alexander: „Mindestens bis zum Wochenende bleiben die Nächte bitterkalt. Am Wochenende erwarten wir dann zwar eine Abmilderung des Frostes tagsüber. Es ist jedoch weiterhin eine hochwinterliche Wetterlage, wie wir sie in den letzten Jahren nicht mehr erlebt haben.”

RTL-Meteorologe Björn Alexander mit Erläuterungen zum Polarwirbel und den Folgen für uns

Das Bild zeigt den RTL-Meteorologen Björn Alexander
RTL-Meteorologe Björn Alexander © wetter-ressort

Was macht der Polarwirbel jetzt?

„Es mehren sich die Anzeichen dafür, dass er sich wieder etwas regenerieren kann. Allerdings ist es so, dass es oft um die 10 bis 14 Tage dauert, bis wir die Auswirkungen dieses durchaus komplexen Prozesses auch bei unserem Wetter zu spüren bekommen. Insofern ist auch der Nachhall des Polarwirbel-Splits zuvor noch länger wirksam. Es läuft alles immer zeitversetzt ab.”

So sieht der Märzwinter aus - Frühlingsbeginn mit Schnee und Frost

 19.03.2013 ewiger Winter Märzwinter Schnee Kälte Wetter morgen Frühlingsanfang Foto: Bäume Sträucher im Weiß Botanischer Garten Blüte Hamamelis Zaubernuß
Aus dem Archiv: Ewiger Winter - Der Märzwinter 2013 mit Schnee und Kälte am 19.03.2013. Was für ein Frühlingsbeginn. © imago images/Steffen Schellhorn, imago stock&people via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Also wird es am Ende dieses Polarwirbel-Splits sicher wärmer bei uns werden?

„Das lässt sich leider nicht eins zu eins so sagen. Zwar ist nach einem ganzen Teil der Wettercomputer im Laufe der nächsten Woche Tauwetter denkbar. Aber es liegt eben in vielen Landesteilen jetzt auch ordentlich Schnee. Und da macht eine kurzzeitige Milderung nicht so viel, wenn anschließend schon wieder kältere Luft folgt. Und wo der regenerierte Polarwirbel mit seinem Kern schlussendlich genau liegt und ob wir dann Ende Februar oder im März sogar wieder auf der kalten Seite liegen, ist ebenfalls noch völlig offen. Schlussendlich gibt es auch Modellberechnungen, die uns 15 Grad und mehr mit einem nachhaltigen Frühlingsbeginn erst Ende März/ Anfang April berechnen.”

Unsere Wettertrends und Langfristprognosen

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-Themen haben, so können wir Ihnen den 7-Tage-Wettertrend ans Herz legen mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt. Vielleicht brauchen Sie aber auch unsere Langfristprognose von ECMWF und NOAA.

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