Wo ist der knackige Winter?

Nachtfrost und eine sinkende Schneefallgrenze: Polarluft im Anmarsch

Erste Flocken bei uns - Der Winter bemüht sich

Noch ist vom Winter bei uns nichts zu spüren. Doch die Polarluft steht vor unseren Toren – Schon bald mit Nachtfrost und auch ersten Flocken auf den Mittelgebirgen. Insgesamt hält sich der Winter auf der Nordhalbkugel aber derzeit arg zurück. Wir schauen auf die ersten Flocken bei uns und auf richtig eisige Temperaturen.

Polarluft auf dem Weg: Ein ehemaliger Hurrikan öffnet die Tür zum Eisfach

Nachdem der ehemalige Hurrikan „ex-Eta” uns am Mittwoch zunächst noch sehr milde Luft aus Süden bringt, öffnet er uns ab Donnerstag die Tür zum Eisfach und lässt aus Norden kalte Polarluft zu uns strömen. Tagsüber mit einstelligen Werten und nachts verbreitet mit Frost. Und wie viel Winter kommt jetzt zu uns? Die Frage beantwortet RTL-Meteorologe Carlo Pfaff: 

„Am Donnerstag breiten sich mit stark bis stürmisch auffrischendem Wind Regenschauer aus und erreichen nachmittags auch die Alpen. Höchstwerte am Vormittag 7 bis 13 Grad, nachmittags wird es immer kühler und die Schneefallgrenze sinkt bis 800, in der Nacht auf Freitag auf 400 bis 600 Meter.”

Wie wird das Wetter am Freitag und wie viel Winter kommt zu uns?

RTL-Meteorologe Carlo Pfaff: „An den Alpen gibt es noch etwas Schnee. Sonst ist es aber schon wieder schöner. Nur im Westen und Nordwesten ziehen am Nachmittag neue Regenwolken auf. Dazu bleibt es kalt bei 2 bis 8 Grad. In der Nacht wir es dann häufiger frostig. Vor allem in der Südhälfte mit -1 bis -5, in Alpentälern bis nahe -10 Grad.” Das ist ist zwar schon echt eisig. Es geht aber noch viel kälter.

Unter minus 40 Grad - Der Kältepol ist Oimjakon

Oimjakon ist eines der kältesten Dörfer der Welt
Der Kältepol ist Oimjakon: Derzeit herrschen dort Temperaturen unter minus 40 Grad. © RTL

Das sibirische Oimjakon tut sich in Sachen Kälte besonders hervor. Nachts liegen die Tiefstwerte gerne mal bei unter minus 40 Grad. Und auch tagsüber ist es eisig. Die Tageshöchstwerte sinken auf bis zu minus 30 Grad.

Es ist paradox: Oimjakon bedeutet in der Sprache der Jakuten „heiße Quelle“. Das liegt an der nahegelegenen Thermalquelle. In dem kleinen Ort im Osten Russlands ist fast alles eingefroren. Schüler müssen auch bei diesen Minusgraden in die Schule gehen. Weil es so kalt ist, brauchen sich die Menschen oft auch keinen Kühlschrank zu kaufen, damit ihre Lebensmittel frisch bleiben. In dem Dorf leben über 460 Einwohner. Die Menschen leben hier oftmals mehr als neun Monate mit einer geschlossenen Schneedecke. Die drei verbleibenden Monate müssen sich die restlichen Jahreszeiten Frühling, Sommer und Herbst teilen. 

Wann bleibt der erste Schnee bei uns normalerweise liegen?

Meteorologe erzählt von seinen Kälte-Erfahrungen

Wie hält man so was bloß aus? Carlo Pfaff berichtet von seinen Erfahrungen in der Antarktis, wo er für 14 Monate auf der Georg-von-Neumayr-Station gelebt hat: „Wir haben in dieser Zeit Tiefstwerte von minus 46 Grad erlebt. Und solange es windstill ist, kann man es dick eingepackt sogar halbwegs aushalten. Das ändert sich aber, wenn auch nur das kleinste Lüftchen weht, dann drohen rasch Erfrierungen an ungeschützter Haut. Und dann wird es eben auch in kürzester Zeit lebensbedrohlich.” Da können die Menschen in Oimjakon von Glück reden, dass es unterm sibirischen Hoch meistens eben auch windstill ist.

Dieses Bild aus Sibirien postete Alex Slatoust auf seinem Twitteraccount und wünscht dazu einen
So schaut es in Sibirien aus, wenn es richtig Winter ist. Also fast das ganze Jahr. © Alex Slatoust