Polarforscher Arved Fuchs findet Müll in menschenleerer Region

Der Abenteurer Arved Fuchs posiert. Foto: Daniel Reinhardt/Archiv
Polarforscher und Abenteurer Arved Fuchs © DPA

Vermüllung der Meere nimmt zu

Der Polarforscher Arved Fuchs hat die Zunahme von Plastikmüll in den entlegensten Regionen der Welt kritisiert. Selbst dort, wo keine Menschen lebten, ließen sich Abfälle finden. Fuchs macht immer wieder mit extremen Touren zu Nord- und Südpol Schlagzeilen. Auf seiner aktuellen Mission, zu der er im Mai 2018 aufbrach, untersucht der Wissenschaftler im Nordpolarmeer die Belastung der Meere durch Plastik sowie Auswirkungen des Klimawandels.

Kreuzfahrtschiffe tragen Mitschuld

ARCHIV - Eine Plastiktüte schwimmt über Korallen im Roten Meer in Ägypten am 01.08.2007. Die Vermüllung der Meere steht im Mittelpunkt einer am 30.05.2017 beginnenden dreitägigen Konferenz mit Vertretern der G20-Staaten in Bremen. (zu dpa "Konferenz
Plastikmüll im Meer © dpa, Mike_Nelson, mn_sam wst htf tmk jol

In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung gab der 66-jährige Forscher dem Tourismus eine Mitschuld an der zunehmenden Vermüllung der Arktis: "Die Zahl der Kreuzfahrtschiffe steigt - das ist die Krux. Je größer die Schiffe, desto problematischer wird es", so der Abenteurer aus Schleswig-Holstein. Partyschiffe hätten in der Arktis nichts zu suchen. 

Selbst in Gegenden, wo im Umkreis hunderter Kilometer nicht ein einziger Mensch lebe, seien die Küsten teilweise voll mit Plastikabfällen, beklagte Fuchs.

Striktere Maßnahmen von Politik gefordert

Während seiner Expedition fand Fuchs unter anderem Abfälle aus der Fischerei, aber auch Cremedosen, Flipflops und Duschgel-Verpackungen. Besonders gefährlich: Plastikfragmente, die so klein aufgerieben werden, dass sie von Tieren aufgenommen werden: "Wir finden verendete Seevögel, die keine Nahrung mehr zu sich nehmen konnten, weil der Magen mit Plastik verstopft ist", sagte Fuchs der Zeitung. Er fordert von den Regierungen striktere Maßnahmen gegen Plastikmüll, schließlich könne es nicht sein, "dass ein USB-Stick, den ich mir im Elektronikfachmarkt kaufe, in Plastik eingeschweißt ist".

Auch abseits der Arktis bedroht Plasik im Meer die darin lebenden Lebewesen: Durch den Einfluss des Menschen sind inzwischen viele Schildkrötenarten vom Aussterben bedroht.