P9 könnte Sonne näher kommen als gedacht

Suchareal für mysteriösen Planet 9 in unserem Sonnensystem eingegrenzt

Suche nach P9 könnte in bis zu 2 Jahren abgeschlossen sein

Diese künstlerische Darstellung zeigt den fernen Blick vom Planeten Neun zurück zur Sonne. Es wird angenommen, dass der Planet gasförmig ist, ähnlich wie Uranus und Neptun.
Diese künstlerische Darstellung zeigt den fernen Blick vom Planeten Neun zurück zur Sonne. Es wird angenommen, dass der Planet gasförmig ist, ähnlich wie Uranus und Neptun.

Bekommt unser Sonnensystem bald einen neunten Planeten dazu? Den beiden Professoren Mike Brown und Konstantin Batykin könnte ein Durchbruch bei ihrer Suche nach dem ominösen Planeten 9 (P9) gelungen sein. Der hypothetische Planet soll für einige Anomalien am Rand unseres Sonnensystems verantwortlich sein. Die beiden Wissenschaftler gehen davon aus, den wahrscheinlichen Eisriesen innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahren zu finden.

Wichtigster Teil der Suche abgeschlossen

Die beiden Wissenschaftler Mike Brown und Konstantin Batygin vom California Institute of Technology (CalTech) arbeiten seit mehreren Jahren daran den mysteriösen Planeten 9 zu finden. Für die beiden stellt er das fehlende Puzztleteil dar, das einige Bahnabweichungen von Asteroiden und Zwergplaneten im Kuipergürtel am Rand unseres Sonnensystems erklärt.

In seinem eigens dafür angelegten Blog freut sich Mike Brown mitteilen zu können, dass die wohl wichtigste Aufgabe bei der Suche nach dem Planeten erledigt sei. Der Wissenschaftler sagt dazu: „Wir wissen jetzt, wo wir suchen müssen. Wir hatten seit Jahren zwar eine ziemlich gute Vorstellung, konnten aber nicht wirklich die Unsicherheiten einschätzen, wo sich Planet Neun am Himmel befinden könnte, welche Masse er hat und wie hell er sein könnte. Das können wir jetzt.“

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Umlaufbahn anhand von Computermodellen errechnet

Caltech-Professor Mike Brown und Assistenzprofessor Konstanin Batygin haben zusammengearbeitet, um entfernte Objekte in unserem Sonnensystem zu untersuchen
Caltech-Professor Mike Brown (links) und Assistenzprofessor Konstanin Batygin sind optimistisch recht bald Planeten 9 zu finden.

Nach den Rückschlägen im März und Kritik einiger Kollegen steigt die Hoffnung nun wieder. Brown und Batygin grenzten das Suchfeld ein und verfuhren dabei im Ausschlussverfahren. Alle Objekte im Kuipergürtel, die von ihrer natürlichen Bahn abwichen wurden dabei untersucht. Fünf Jahre brauchten die Wissenschaftler dafür.

In verschiedenen Computermodellen wurden alle Einflüsse eingepflegt, die durch Gravitation Auswirkungen auf den Orbit von Asteroiden im Kuipergürtel haben könnte. Neben einem möglichen Planeten 9 waren das auch die vier Planetenriesen Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Alle Möglichkeiten wurden durchgerechnet und Unabwägbarkeiten einkalkuliert, um die Umlaufbahn des neuen Familienmitglieds in unserem Sonnensystem zu finden.

Vera-Rubin-Observatorium könnte Planeten 9 schnell finden

Large Synoptic Survey Telescope, Vera C. Rubin Observatory, Chile Planet 9
Das Vera C. Rubin Observatory oder auch Large Synoptic Survey Telescope genannt, befindet sich noch im Bau. Das in Chile stehende Teleskop soll im Oktober 2023 in Betrieb genommen werden.

Brown berichtet, dass eine Größe des Planeten von 4,9 bis 8,4 Erdmassen am wahrscheinlichsten sei. Außerdem wurden sein wahrscheinlicher Durchmesser, seine Neigung und der Bereich seiner sonnennähesten Entfernung errechnet. Alle Daten auf einer Karte zusammengefügt, grenzen den Orbit des neunten Planeten ein. Nun können Teleskope auf der Erde und im Weltraum auf die mögliche Umlaufbahn ausgerichtet werden und darin nach Planet 9 gesucht werden. Die Suche gleicht also nicht mehr der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Eine erstaunliche Erkenntnis aus der Studie ist, dass die neu berechnete Umlaufbahn näher an die Sonne heranbringt, als ursprünglich angenommen. Die Wissenschaftler hatten errechnet, dass Planet 9 statt der bisher angenommenen 10.000 bis 20.000 Jahre für die Umrundung der Sonne „nur“ 7.400 brauche. Es könnte also leichter als gedacht sein, ihn zu entdecken. Wenn der Planet also existiert, sollte er in naher Zukunft vom Vera-Rubin-Observatorium gefunden werden können. Das noch im Bau befindliche Spiegelteleskop soll im Oktober 2023 in Betrieb genommen werden. Wer weiß, vielleicht dürfen wir uns bald über Zuwachs in der Planetenfamilie unseres Sonnensystems freuen.

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(kfb)