Pilze sammeln: So schadet Frost den Pilzen

Pilze nach dem ersten Frost: noch genießbar oder lieber 'Finger weg'?
© dpa, A3295 Zucchi Uwe

Wann ist die beste Zeit für Pilze?

Was für den einen mieses Wetter ist, das ist für den Pilzsammler ein Idealzustand: Denn bei der Mischung aus viel Regen und Wärme schießen die Pilze überdurchschnittlich stark und schnell aus dem Boden. "Verregneter Sommer gleich gutes Pilzwachstum", erklärt Pilzexperte Franz Heller. Doch bei aller Pilzpracht gilt für Unkundige: "Finger weg", warnen die Fachleute.

Auch wenn bei einem frühen Wintereinbruch der erste Frost über die Wiesen und Wälder kommt, sollte man vorsichtig sein: Denn bei Temperaturen unter null Grad könnten manche Pilze Frostschäden abbekommen haben. Diese erkennt man an dunkel verfärbten Huträndern oder matschigen Stellen. Dort könnte sich das Eiweiß durch den Frost und das anschließende Auftauen zersetzt haben - dann sei der Verzehr gesundheitlich bedenklich, meint der Frankfurter Pilzberater Dieter Gewalt. Beim Eiweißabbau durch Bakterien können sich Giftstoffe bilden, die bei Menschen Übelkeit und Brechdurchfall hervorrufen können. Fühle sich der Pilz dagegen noch frisch und fest an, sei alles in Ordnung.

"Stellen Sie grundsätzlich an selbst gesammelte Pilze die gleichen Qualitätsansprüche, die Sie beim Kauf von Obst und Gemüse im Supermarkt stellen würden", heißt es in einer Broschüre des Frankfurter Gesundheitsamtes. Einen Pilz, der matschig aussieht und unangenehm riecht, würden Sie schließlich auch nicht kaufen.

Doch keine Sorge: Mit dem ersten Frost muss die Pilzsaison nicht automatisch zuende sein. Schließlich können Pilze sehr schnell nachwachsen - sobald die Temperaturen wieder steigen und genug Regen fällt.

Lieber den Pilz-Fachmann fragen

Pilzanbau-Experte Groos rät, sich vor dem Pilze sammeln im Wald grundsätzlich gut zu informieren. "Gute Fachbücher geben einen Hinweis, welche Pilze verwechselt werden können und wie man sie voneinander unterscheiden kann. Gerade Anfänger sollten aber mit ihrem Korb voller gesammelter Pilze zu einem Pilzfachmann in der Nähe gehen". Neulingen rät Heller pauschal "die Finger davon zu lassen". Die Verwechslungsgefahr sei zu groß, eine Vergiftung programmiert. "Hobby-Sammler sollten lieber einen Kurs besuchen oder sich einem Pilzklub in ihrer Nähe anschließen".

Besonders beliebt bei den Pilzsammlern: Pfifferlinge und Steinpilze, denn diese Pilze sind am bekanntesten. Andere Pilze wie Champignons, die Holz oder Mist zersetzen, seien auch auf Wiesen zu entdecken, sagt Groos. Allerdings werden für den Verkauf gedachte Champignons als Kulturpilze in speziellen Gewächshäusern auf Stroh oder Sägemehl gezüchtet. "Hier werden die Klimabedingungen optimiert und stabil gehalten", erklärt der Gartenbau-Ingenieur. Zudem seien die Pilze so vor Schädlingen oder Schnecken geschützt.