Philippinen: Taifun Hagupit fegte mit Windgeschwindigkeiten von 200 km/h über die Inselgruppen

Sturm fordert drei Tote

Vorerst kann aufgeatmet werden: Taifun Hagupit ist zwar mit gewaltigen Sturmböen und schweren Niederschlägen über die Philippinen hereingebrochen, aber glücklicherweise konnten sich hunderttausende Menschen dank früher Warnungen rechtzeitig aus den am stärksten gefährdeten Gebieten in Sicherheit bringen.

Mann und Frau in Ruine
Viele Menschen auf den Philippinen stehen wieder vor dem Nichts. © dpa, Francis R. Malasig

Mit teilweise mehr als 200 km/h fegte der Taifun bei seinen Landfall bei Dolores über die Insel Samar, hinterließ entwurzelte Bäume und riss Strommasten aus dem Boden. Dächer wurden abgedeckt und Hütten umgerissen. Auf den Straßen türmten sich Schutt und Äste. "Der Taifun wütet noch in mehreren Landsteilen, aber wir haben zunächst hauptsächlich Gebäudeschäden zu beklagen", sagte der Direktor der Katastrophenschutzbehörde, Alexander Pama. Nach ersten Angaben ertrank eine Frau auf der Insel Samar, ein Mann und ein Kind starben laut Behörden an Unterkühlung.

Teilweise wurden Regenmengen von 362 l/m² innerhalb von 24 Stunden gemessen. Das entspricht ungefähr zwei Drittel der Niederschlagsmenge, die in Berlin in einem ganzen Jahr fällt. Innerhalb von 10 Minuten sind dort teilweise 50 l/m² vom Himmel gefallen, also so viel wie in Deutschland durchschnittlich in einem Monat fällt.

Weiterhin Windgeschwindigkeiten bis zu 118 km/h

Wo der Taifun durchgezogen war, begannen die Aufräumarbeiten. "Wir konzentrieren uns darauf, Korridore freizumachen, damit Hilfsgüter schnell verteilt werden können", sagte Katastrophenschutz-Direktor Pama. "Das schaffen wir nicht überall heute, aber in den nächsten Tagen." Im vergangenen Jahr warteten Hunderttausende Obdachlose tagelang verzweifelt auf das Nötigste, wie Trinkwasser und Plastikplanen zum Schutz vor Regen.

Obwohl Hagupit allmählich weiter gen Westen/Nordwesten zieht, bringt er weiter ergiebige Regenmengen mit sich. Da er nur 10 bis 15 Kilometer in der Stunde zurücklegt, fallen weiterhin enorme Niederschlagsmengen auf die betroffenen Gebiete. Experten halten es daher für möglich, dass Überflutungen und Erdrutsche die Folgen des Regens sein könnten.

"Meine größte Sorge sind Überschwemmungen, weil der Taifun sich so langsam bewegt", sagte der Gouverneur der Provinz Albay, Joey Salceda, im Fernsehen. "Es könnte am Vulkan Mayon zu Erdrutschen kommen." Auch das Caritas-Hilfswerk warnte: "Neben hohen Flutwellen an der Küste werden in den kommenden Tagen Überschwemmungen und Erdrutsche befürchtet." Reinhard Würkner, Asien-Leiter bei Caritas international, sagte laut einer Mitteilung: "Tausende von Menschen stehen ein Jahr nach dem Taifun Haiyan wieder vor dem Nichts und sind dringend auf Hilfe angewiesen."

Und der Wind hat weiterhin zerstörerisches Potential. Selbst am Dienstag werden – kurz bevor der Taifun die Philippinen in Richtung offenes Meer verlässt – noch Windgeschwindigkeiten bis zu 118 km/h erwartet.