Unterschiedliche Bedeutungen

Gib Pfötchen! Aber warum machen Hunde das wirklich?

Dog pressing his paw against a woman hand
Hund gibt Pfötchen © Getty Images/iStockphoto, CuorerouC

Wie sage ich es dem Menschen am besten? Mit der Pfote!

Auch wenn Hunde und Menschen oft ein unschlagbares Team sind, so gibt es doch oft Probleme in der Kommunikation. Und viele Hunde benutzen ihre Pfote, um uns zu zeigen, was sie wollen oder wie sie gerade drauf sind. Man muss nur genau hinschauen!

Achtung - hier gehört die Pfote nicht hin!

Legt ein Hund seine Pfote etwa auf das Bein eines Menschen, so kann es in manchen Fällen als Dominanzverhalten gedeutet werden. Gleiches machen Hunde auch, wenn sie andere Tiere treffen. Dabei sollte der Mensch immer im Rang „über“ dem Hund stehen. Eine Pfote auf dem Schoß ist also nicht immer nur niedlich.

Hallo, hier bin ich!

Die Pfote wird manchmal auch von besonders aufmerksamkeitsbedürftigen Hunden eingesetzt – so kann Herrchen oder Frauchen einen ja gar nicht übersehen. Selbst wenn wir dann genervt reagieren, kann das unseren Hund zum Ziel bringen: Er ist wieder der Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit. Auch die Pfote selbst bedarf im Winter besonderer Aufmerksamkeit. Wie Sie einen Hundepfoten-Balsam selbst herstellen, erfahren Sie hier.

Guck mal, ich bin so lieb - gib mir doch ein Leckerli!

Die wenigsten Hunde geben von ganz alleine Pfote. Sie bekommen es mit einer leckeren Belohnung beigebracht. Und zack, dreht der Hund den Spieß um und konditioniert UNS! Hebt er seine Pfote ohne Kommando, könnte ja trotzdem ein Leckerchen winken. Bei aller Niedlichkeit- geben Sie in diesem Moment keine Belohnung, wenn Ihr Hund wie wild mit der Pfote vor Ihnen rumfuchtelt. Auch beim Bellen kann es diese Probleme geben. Hundeprofi Martin Rütter verrät hier, wie Sie das in den Griff bekommen.

Alles halb so wild!

Auch als Beschwichtigungsgeste kann das Pfötchen hoch halten bei Hunden im Rudel untereinander gedeutet werden. Nach dem Motto: „Alles halb so wild, bleib cool!“

Sie sehen: Ganz schön kompliziert, diese Hundesprache. Hier gibt es noch mehr Signale, die Sie als Hundebesitzer unbedingt kennen sollten.

Übrigens: Nicht ALLE Hunde lieben es Pfötchen zu geben

Forscher der Veterinärmedizin Wien haben das herausgefunden. Es gibt dabei einen deutlichen Unterschied zwischen den sogenannten „selbstständigen Arbeitsrassen“, wie etwa japanische Jagdhunde, die afrikanischen Basenji Jagdhunde und Schlittenhunde wie Siberian Huskies und sogenannte „kooperative Rassen“ wie Hirtenhunde (Australian Shepherds, Border Collies, Langhaarcollies) und Labrador Retrievers, die gerne apportieren. Die Angehörigen „selbstständiger Arbeitsrassen“ gaben die Pfote seltener als jene von „kooperativen Arbeitsrassen“, vor allem wenn es dafür keine Belohnung gab, berichten die Forscher. Übrigens waren aber alle Hunde gleich stark beleidigt, wenn ein anderes Tier eine Belohnung bekam, sie aber nicht. Hunde sind, was das angeht, anscheinend dem Menschen sehr ähnlich!