Wenn niemand zuhause ist

Urlaubszeit: So bewässern sich Ihre Pflanzen wie von selbst

Bewässerungs-Tipps für Pflanzen und Garten

Wer einen Urlaub plant, steht vor der Frage: Wie kann ich meine Zimmer-, Balkon- und Gartenpflanzen und den Rasen in dieser Zeit gut mit Wasser versorgen? Denn nicht jeder hat nette Nachbarn, Familienangehörige oder Freunde, die sich ums Gießen kümmern können. Also muss ein Bewässerungssystem her. Was aber ist sinnvoll und welche Hilfsmittel gibt es? Wir geben Ihnen Tipps, wie Pflanzen und Garten die Urlaubszeit gut überstehen.

Tipp 1: Mikrobewässerung

Bewässerungs-Systeme in Haus und Garten: Was ist sinnvoll?
Tropfen für Tropfen : Bewässerungsanlage für den Garten. © Vadym Zaitsev (Vadym Zaitsev (Photographer) - [None], Vadym Zaitsev

Nicht nur der Rasen, auch Gewächshäuser, Kübelpflanzen und einzelne Beete können durch teil- oder vollautomatische Systeme mit Wasser versorgt werden.

Tropfschlauch
Das Prinzip hinter der Tropfenbewässerung ist simpel. Über dauerhaft verlegte Leitungen wird das Wasser - durch die an den Pflanzen installierten Tropfer - direkt dem Wurzelbereich der Pflanze zugeführt. Denn in den Schläuchen und Rohren befinden sich kleine Öffnungen, durch die das Wasser tröpfchenweise abgeleitet wird. Je nach Bedarf der Pflanze reguliert der Tropfer automatisch die Wasserzufuhr. Ein weiterer Vorteil: Die Blätter der Pflanzen werden nicht mit Gießwasser benetzt. So können Sie Pilzerkrankungen durch überschüssige Feuchtigkeit und Verbrennungsflecken durch reflektierte Sonneneinstrahlung verhindern. Das System eignet sich besonders gut für das Bewässern von Hecken, Randbepflanzung sowie kleinen Rasen- und Pflanzflächen.

Tipp 2: Bewässern mit Perlschlauch

Auch ein Perlschlauch* gibt das Wasser tropfenweise ab. Allerdings handelt es sich dabei um ein spezielles Bewässerungssystem, bei dem mehrere Wassertropfen gleichzeitig abgegeben werden. Die Tropfen perlen gewissermaßen in Reihe aus dem Schlauch heraus. Der Perlschlauch eignet sich gut zum Bewässern eines Gewächshauses oder für große Rasenflächen.

Bei diesen beiden Schlaucharten ist eine Verlegung auch unterirdisch möglich – so gelangt das Wasser, dem Sie sogar Nährstoffe beimischen können, direkt an die Wurzeln. Entweder wird dieses System einmalig im Erdboden eingebaut oder aber für jeweils eine Saison auf der Erde verlegt.

Tipp 3: Sprühschlauch

Bewässerungs-Systeme in Haus und Garten: Was ist sinnvoll?
Eine automatische Bewässerung spart Zeit und Wasser. © iStockphoto

Bei dieser Art von Bewässerungssystem* wird das Wasser in die Luft gesprüht. Dadurch entsteht, je nach Einstellung, ein feiner Nebel oder eine Art Sprühregen. Darüber freuen sich besonders Rasen, Gemüsebeete und Blumen. Abhängig davon, wie weit Sie den Wasserhahn aufdrehen, erreicht der Regen einen Umkreis von bis zu eineinhalb Metern. Sofern Sie Ihren Sprühschlauch am Leitungswasser angeschlossen haben, sollten Sie ihn jedoch nicht auf großblättrige Pflanzen richten. Denn das kalkhaltige Wasser aus der Trinkwasserleitung würde dort unschöne, weiße Flecken hinterlassen.

Tipp 4: Automatische Bewässerung

Bewässerungs-Systeme in Haus und Garten: Was ist sinnvoll?
Über eine App können Sie die Geräte steuern und den Status einsehen. © iStockphoto

Wer bestimmte Bereiche regelmäßig bewässern möchte, kann mithilfe einer Zeitschaltuhr, einem Schlauch und mehrerer Wassersprenger leicht eine Bewässerungsanlage* installieren. Diese Systeme kommunizieren meist über Funk mit den Ventilen, die bestehende Wasserleitungen nach individuell vorgegebenen Kriterien öffnen und schließen. Dabei spielen Sonneneinstrahlung, Temperatur und Bodenfeuchte eine Rolle, die wiederum von speziellen Sensoren gemessen und per Funk an die automatische Gartenbewässerung übertragen werden. Die meisten Anbieter bieten zudem Apps für Smartphones an, mit deren Hilfe sich die Vorgaben jederzeit anpassen lassen – auch von Ihrem Urlaubsort aus.

Für kleinere Beete reichen Startersets, die alles Notwendige beinhalten: unter anderem einen flexiblen Kunststoffschlauch, Steckverbindungen, Winkel und Sprinkler.

Tipp 5: Bewässerungscomputer

Ein Bewässerungscomputer sorgt für eine regelmäßige Bewässerung: Sie müssen nur festlegen,

  • wie häufig der Garten pro Tag bewässert werden soll
  • wann der Sprinkler angehen soll
  • für wie lange er in Betrieb sein soll.

Den Bewässerungscomputer* schließen Sie zwischen Wasserhahn, Regentonne oder Zisterne und Gartenschlauch an. Dann entscheiden Sie sich für eins der vorgegebenen Bewässerungsprogramme. An einen Bewässerungscomputer können Sie je nach Ausführung einen oder gar mehrere Sprinkler anschließen. Platzieren Sie diese an gewünschter Stelle auf dem Rasen oder im Garten. Nach dem Start des gewählten Programms läuft die Bewässerung automatisch ab.

Tipp: Ein Regensensor ist ein praktisches Extra für einen Bewässerungscomputer. Er regelt, dass Ihr Garten oder Rasen bewässert wird, wenn das Wetter dies erfordert oder Sie im Urlaub sind.

Bei Regnern werden folgende Typen unterschieden:

Die Art der Wassersprenger hängt von der Größe des Gartens oder des Rasens ab.

Impulsregner*
Regner, die auf einem Stativ sitzen oder mit einem Erdspieß in den Boden gesteckt werden. Das Wasser tritt durch eine einzelne Düse mit hoher Reichweite aus und wird von einem Strahlbrecher zerteilt. Einsatz: Gut geeignet fürs Bewässern großer Rasen- und Gartenflächen.

Getrieberegner*
Meist Versenkregner (sogenannte Pop-ups). Steht die Leitung unter Druck, fährt der Regnerkopf aus dem im Boden versenkten Regner aus. Das gelingt, weil der Wasserdruck ein Getriebe antreibt, das den Regner rotieren lässt. Getrieberegner gehören häufig zu Beregnungsanlagen, bei denen der Wasserdurchlass zum Regner mit Magnetventilen ferngesteuert wird.

Viereckregner*
Regner, die rechteckige Flächen beregnen. Das Wasser sprühen sie durch Düsen in einem Strahl aus. Die Düsen sind kippbar gelagert, ihre Bewegung kommt durch den Wasserdruck zustande.

Sprühregner*
Kleine Düsen mit Standfuß oder Erdspieß ohne bewegliche Bauteile.

Tipp 6: Bewässern mit unterirdischen Bewässerungssystemen

Zur unterirdischen Bewässerung vergraben Sie Rohre im Erdreich unter dem Rasen oder im Garten. Diese Bewässerungsmethode erfordert eine genaue Planung, damit jeder Winkel des Rasens/Gartens bedacht wird. Sie lässt sich deshalb am besten beim Anlegen des Gartens umsetzen. Infolge des Wasserdrucks in den Rohren schieben sich Sprinkler aus dem Boden, die das Wasser verteilen. Moderne Sensoren überwachen die Feuchtigkeit im Erdreich und setzen das automatische Bewässerungssystem für den Rasen oder Garten bei Bedarf selbsttätig in Gang.

Zimmer- und Balkonpflanzen gut versorgen? Das geht mit Tonkegeln

Ein bewährter Klassiker unter den Bewässerungssystemen ist das Bewässern mit Hilfe von Tonkegeln. Die Tonkegel-Methode ist so einfach wie genial: Ein mit Wasser gefüllter Tonkegel* wird in die Erde gesteckt. Aus ihm führt ein Schlauch in ein Behältnis mit Wasser. Die Tonspitzen sollen frisches Wasser aus dem Wasserbehältnis saugen. So soll die Erde immer gleichmäßig feucht bleiben.

Klingt ja erst mal ganz gut. Aber funktioniert die Tonkegel-Methode wirklich? Und wie groß muss eigentlich der Wasserbehälter sein? Das haben wir im Video oben getestet.

Gießschnur hält Blumen feucht

Auch die folgende Bewässerungsmethode wurde von kritischen Balkongärtnern getestet und als empfehlenswert beurteilt: die Gießschnur. Dazu brauchen Sie nicht viel: eine Schere, eine leere Plastikflasche und einen Wollfaden. Mit der Schere schneiden Sie den oberen Teil der Plastikflasche ab. Den Wollfaden wässern Sie gründlich, bis er ganz vollgesogen ist. Dann stecken Sie das eine Ende in die offene Flasche. Die andere Seite graben Sie in Ihre Pflanze nahe der Wurzel bis zur halben Topftiefe ein. Wird das Erdreich im Topf trocken, „saugt“ es automatisch über den feuchten Wollfaden Wasser aus dem Speicher. Diese Methode funktioniert recht zuverlässig für kleine Töpfe bis etwa 20 Zentimeter Durchmesser.

Tipp: Damit das System tatsächlich funktioniert, achten Sie darauf, dass die Schnüre aus Baumwolle* oder Schafswolle sind. Viele der herkömmlichen Wollknäuel bestehen aus synthetischen Stoffen - die leiten das Wasser nicht weiter.

Der altbewährte PET-Flaschentrick

Bewässerungs-Systeme in Haus und Garten: Was ist sinnvoll?
Bewässerung mit Plastikflaschen © iStockphoto

Dieser Trick ist einfach, günstig und hat sich schon vielfach bewährt: die Bewässerung per PET-Flasche. Dazu bohren Sie in den Deckel einer dünnwandigen PET-Flasche mehrere kleine Löcher. Füllen Sie die Flasche mit Wasser, verschließen Sie sie mit dem löchrigen Plastikdeckel und stecken sie umgestülpt in Ihren Blumentopf. Klingt simpel? Ist es auch. Aber es funktioniert! Und wenn Sie sich fragen, warum das Wasser nicht auf einmal in den Blumentopf läuft: weil in der Flasche ein Vakuum herrscht. Erst die Osmosekräfte der austrocknenden Erde ziehen das Wasser aus der Flasche, während die sich langsam zusammenzieht. Deshalb ist es besser, eine Flasche aus dünnem Plastik zu verwenden.

Alternativ können Sie auch – statt auf einen löchrigen Plastikdeckel – die PET-Flasche auf sogenannte Flaschenadapter* setzen.

Bewässerungssystem für Topf- und Balkonpflanzen

Auch auf Balkonen lässt sich eine Tropfbewässerung effektiv nutzen. Dazu müssen ebenfalls Rohre oder Schläuche verlegt werden, die das Wasser zu den Tropfern und Tropfschläuchen führen. Die Kunst ist es, dieses Verteilsystem auf dem Balkon so zu installieren, dass es möglichst wenig auffällt, um den optischen Gesamteindruck nicht zu stören.

Smarte Bewässerungssysteme sind immer automatisiert und verfügen über eine Schnittstelle zum WLAN. Ihr Heimnetzwerk erkennt die smarten Geräte beziehungsweise Systeme und bindet sie ein. Über eine App können Sie dann auf die Daten zugreifen, die Geräte steuern und den Status einsehen. Planen Sie dazu bestimmte Bewässerungsintervalle und legen Sie genau fest, wann wie viel gegossen werden soll. Eine solche Lösung ist auch ohne smarte Anbindung möglich. Systeme mit Zeitschaltuhr erfüllen eine ähnliche Funktion und versorgen Ihre Pflanzen zu vorgegebenen Zeiten mit Wasser.

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