NRW-Ministerpräsident besucht verwüstetes Paderborn

Hendrik Wüst: Kleines Wunder, dass – stand jetzt – niemand zu Tode gekommen ist

Abgedeckte Dächer, umgeknickte Bäume, zerstörte Fensterscheiben. Tornados haben am Freitag in mehreren NRW-Städten Zerstörungen angerichtet. In Paderborn sind mindestens 43 Menschen verletzt worden, darunter 13 schwer. Die Aufräumarbeiten werden nach den großen Schäden länger andauern. Grund genug für Ministerpräsident Hendrik Wüst und Innenminister Herbert Reul (beide CDU) sich persönlich ein Bild von den Zerstörungen zu machen.

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Sturmtief Emmelinde sorgt für Verwüstung

„Es sind erschreckende Bilder, die man hier sieht. Ein enormes Ausmaß der Zerstörung und es ist ein kleines Wunder, dass – stand jetzt – niemand zu Tode gekommen ist bei diesen großen Schäden“, so Ministerpräsident Wüst bei einem Rundgang am Samstag in Paderborn.

Gefährliche Tornados haben im Osten von Nordrhein-Westfalen massive Zerstörungen angerichtet. Allein in Paderborn sind bei dem heftigen Unwetter am Freitag mehr als 40 Menschen verletzt worden. Darunter sind nach Angaben der Stadt 13 Schwerverletzte. Eine Frau schwebt laut Polizei weiter in Lebensgefahr. Auch in Lippstadt im Kreis Soest und im Kreis Höxter bildeten sich Tornados, bestätigte der Deutsche Wetterdienst.

„Unsere Gedanken sind bei den Verletzten, auch bei den Menschen, die ihr Zuhause verloren haben oder andere schwere Sachschäden. Und ich bin sehr dankbar für das, was geleistet worden ist von gestern Nachmittag an bis in die Nacht bis über die Nacht von den Einsatzkräften und den vielen Freiwilligen, die einfach mit anpacken“, bedankt sich der NRW-Landesvater bei allen Helfern.

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Paderborn: Ministerpräsident Wüst im RTL-Interview

NRW-Ministerpräsident Wüst: Unglück zeigt Bedeutung des Klimaschutzes

Nach Angaben des NRW-Innenministeriums sind landesweit mehr als 7.500 Einsatzkräfte ausgerückt, um nach dem Unwetter Menschen zu retten oder aus einer Notlage zu befreien und Schäden zu beseitigen.

„Mehr als 7.500 Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Hilfsorganisationen haben in den vergangenen 48 Stunden landesweit einmal mehr alles gegeben, um noch Schlimmeres zu verhindern“, sagte Reul am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Für ihren beherzten Einsatz sei er den Kräften außerordentlich dankbar. Die Zerstörung, die die Tornados in Lippstadt und Paderborn hinterlassen haben, machten ihn traurig.

In seinem kurzen Statement mahnt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident den Klimaschutz nicht aus den Augen zu verlieren. „Dieses Unglück hier zeigt auch einmal mehr, dass wir uns auf solche Extrem-Wetterereignisse immer häufiger werden einrichten müssen. Dass wir darauf vorbereitet sein müssen. Und es zeigt natürlich auch die Bedeutung des Klimaschutzes. Das sieht man auch an einem solchen Unglück.“

Er kündigte an, dass die Landesregierung in den nächsten Tagen auch Hilfen prüfen werde. Sehr vieles werde versichert sein. „Und da wo Bedarf ist, werden wir genau prüfen, wie wir helfen können“, sagte der CDU-Politiker. Es gebe auch Schäden an der öffentlichen Infrastruktur.

Tornados verursachen in Paderborn schwere Schäden - Augenzeugen im Video!

Drei Tornados wüten in Ostwestfalen

21.05.2022, Nordrhein-Westfalen, Paderborn: Der Bürgermeister von Paderborn, Michael Dreier, spricht bei einer Pressekonferenz vor einem Display mit einem Schadensbild aus der Innenstadt, das zeigt wie Bäume auf ein Hausdach geweht worden sind. Ein T
Bürgermeister Michael Dreier bei einer Pressekonferenz zu den schweren Unwetter-Schäden in Paderborn.

Der Tornado in Paderborn hat nach Schilderung der örtlichen Behörden eine etwa 300 Meter breite und fünf Kilometer lange Schneise der Verwüstung quer durch die Großstadt angerichtet. „Es ist ein unvorstellbares Bild gewesen und ist es nach wie vor“, sagte Bürgermeister Michael Dreier (CDU) am Samstag. Er berichtete von Bäumen und Ampeln, die wie Streichhölzer umgeknickt worden seien. Leitplanken seien wie Papierschnipsel durch die Luft geflogen. Aufgewirbelte Dachziegel hätten sich in die Fassaden benachbarter Häuser „gefressen“. Außerdem gingen viele Scheiben zu Bruch. Wohnungen seien zunächst unbewohnbar, Betriebe seien zerstört.

Im Video: RTL-Reporter berichtet aus Paderborn

Ruhiges Wochenende erwartet – am Montag aber erneut Unwetter möglich

Nach den heftigen Unwettern in Teilen Deutschlands sind Hagel, Blitz und Donner für den Rest des Wochenendes nun erstmal vorbei. „In die Bresche springt das neue Hoch ‘Zeus’, das aber nicht mit Blitzen um sich wirft“, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Samstag in Offenbach. Für erneute Gewitter zu Beginn der neuen Woche könnte aber demnach schon am Montag das nächste Tief sorgen. (kra mit dpa)