Profis sind besorgt: Mehr Urlauber, weniger sichere Schwimmer

An Nordsee und Ostsee beginnt die Badesaison

Viele Badestrände in Deutschland sind gut bewacht.
Die Rettungsschwimmer in Deutschland beziehen ihre Posten an den Badestränden von Nordsee und Ostsee. (Symbolbild) © dpa, Jens Büttner, bsc

DLRG: „Wir befürchten für die Sommersaison 2021 deutlich mehr Probleme und Zwischenfälle“

In diesen Tagen beziehen die ersten Rettungsschwimmer an Nord- und Ostsee ihre Posten. Sie blicken mit Sorgen auf die zweite Badesaison in Corona-Zeiten. „Wir befürchten für die Sommersaison 2021 deutlich mehr Probleme und Zwischenfälle am und im Wasser als bereits in der Saison 2020“, sagt DLRG-Pressesprecher Achim Wiese. „Viele unterschätzen, wie viel Fitness verloren gegangen ist, wenn sie lange zu Hause sind und sich über einen langen Zeitraum nicht regelmäßig und ausreichend bewegen.“

Schwimmunterricht wegen Corona ausgefallen

Vor allem wegen des ausgefallenen Schwimmtrainings in der Corona-Pandemie bei Kindern und Schwimmanfängern aber auch bei den Rettungsschwimmern sieht die DLRG eine Gefahr. „Die Rettungsschwimmer, die nun starten, sind seit mehr als einem halben Jahr nicht mehr geschwommen. Das ist natürlich gefährlich“, sagte der Sprecher der DLRG in Niedersachsen, Christoph Penning. Viele hielten sich mit anderen Sportarten fit. Doch Schwimmen könne nur über das Lernen und Trainieren geübt werden. „Selbst wer Marathon-Läufer ist, ist noch kein guter Schwimmer.“

Als Folge der Schwimmbadschließungen und fehlenden Ausbildungsmöglichkeiten rechnet die DLRG sowohl mit einem weiteren Anstieg von Kinder, die nicht schwimmen können, als auch mit erhöhten Ertrinkungszahlen speziell in den Sommermonaten.

Im Sommer 2020 gab es besonders viele Opfer

Wie sich schönes Wetter auf die Ertrinkungsfälle auswirken kann, zeigen nach Ansicht der DLRG die Sommermonate 2020. So sei es allein im August durch den verstärkten innerdeutschen Urlaub und Ausflüge an unbewachte Flüsse und Seen zu einem Rekordanstieg mit 117 Opfern gekommen.

„Die Rahmenbedingungen haben sich seither nicht wesentlich verbessert. Sie sind durch die anhaltenden Umstände sogar eher schlechter geworden“, sagte DRLG-Bundessprecher Wiese. „Wir können die Menschen nur sensibilisieren, ihre körperlichen Kräfte nicht zu überschätzen und ausschließlich an bewachten Abschnitten baden zu gehen.“

Bereits vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie konnten immer weniger Kinder und Jugendliche sicher schwimmen. Die Bäderschließungen im Corona-Jahr 2020 und damit auch der Ausfall von Schwimmunterricht hätten die Situation noch verschlimmert, heißt es etwa beim DLRG.

Nordsee und Ostsee: Noch sind die Strände leer

Bei dem kühlen Wetter und Wassertemperaturen um die 10 Grad dürften der Massenandrang an den Stränden von Nordsee und Ostsee noch auf sich warten lassen.

(DPA/CLI)

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