Osterwetter 2016: So wird das Wetter zu Ostern

Eher weiß als warm

Zu Ostern ist die Frage nach dem Wetter zwar längst nicht so wichtig wie zu Weihnachten, wo nichts brennender interessiert als: "Liegt Schnee oder liegt er nicht". Dennoch wagen wir eine erste Prognose, die die Frage klären soll: Gibt’s weiße Ostern oder grüne?

Prognose für die Ostertage 2016
Das Wetter zu Ostern 2016: Derzeit sieht es fast eher nach Schnee als nach Frühlingssonne aus.

Mit dem derzeitigen Trend hat sich die Hoffnung auf frühlingshafte Ostertage zwar nicht ganz erledigt, aber es sieht alles andere als danach aus. Um Mitte März war bisher eine Tendenz in Richtung 15 Grad zu sehen – zumindest im Südwesten. Hätte sich dieser Trend fortgesetzt, wären dort an Ostern (27./28. März) ganz vielleicht auch knapp 20 Grad drin gewesen und selbst die einzig an den Küsten noch einstelligen Temperaturen wären ein Stück mitgegangen.

Aber da das Wetter kein Wunschkonzert ist, sieht es derzeit eher nach einer kühleren Fortsetzung in der zweiten Märzhälfte aus. Es kündigt sich erneut ein Temperaturrückgang an, der dem Nordosten bis zum Südosten Werte nur wenig über Null beschert. Die anderen Regionen kommen auch nicht weit über 5 Grad hinaus. Schnee ist bei solchen Temperaturen besonders in den Höhenlagen nicht ausgeschlossen. Der Frühlingsanfang (am 20. März) kommt wohl etwas unterkühlt um die Ecke.

Das bestätigt der Blick in die weitere Zukunft. In der 28-Tage-Prognose tauchen für den Westen und Südwesten zwei Grad Differenz zum langjährigen Mittel auf, das bedeutet 10 Grad und weniger. Es reicht nicht für Schnee, ist aber ebenso weit entfernt von dem, was allgemeinhin unter Frühlingswetter verstanden wird.

Inzwischen sieht es auch für fast alle anderen Regionen nicht mehr nach einem durch-, sondern unterdurchschnittlichen März aus. Das läuft im Osten und Süden auf Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad hinaus. Schnee ist weiterhin nicht ausgeschlossen. Die Chancen auf warme Frühlingssonne sind dagegen extrem gesunken. Schön für die Wintersportgebiete in den Alpen; Sie müssen sich keine Sorgen um eine Schneeschmelze noch vor den Osterferien machen.

ABER: Das sieht alles ZURZEIT so aus. Die Modelle werden fleißig weiterrechnen und wenn sich auch nur wenige Parameter ändern, kann das diese Prognose verwerfen. Denn wir wissen vom Schmetterlingseffekt* aus der Chaostheorie: Kleine Abweichungen der Anfangsbedingungen in dynamischen, komplexen Systemen können langfristig zu einer völlig anderen Entwicklung führen.

Claudia Träger/wetter.de

*Dieser Effekt nennt sich so, weil die Ausgangsfrage des US-amerikanischen Meteorologen Edward N. Lorenz war: "Does the Flap of a Butterfly’s Wings in Brazil set off a Tornado in Texas?" ("Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen?")