Wie 250 ältere Autobusse an einem Tag

Das Feinstaubproblem von Osterfeuern - wie groß ist der Schaden für die Umwelt?

Feinstaubbelastung durch Osterfeuer
Nach zwei Jahren Coronapause werden in diesem Jahr wieder viele Osterfeuer brennen. (Symbolbild)

Wegen Corona waren viele Osterfeuer in den letzten zwei Jahren ausgefallen. Doch nun soll es wieder losgehen. Die Brände bedeuten allerdings eine Belastung für die Umwelt: Mit Rauch und Qualm gelangt eine erhebliche Menge von Feinstaub in die Luft.

Der Feinstaub von Osterfeuern verteilt sich besser als der vom Silvesterfeuerwerk

Nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) produziert ein größeres Feuer mit Gartenabfällen innerhalb von sechs Stunden etwa so viel Rauch und Rußpartikel - darunter Feinstaub - wie 250 ältere Autobusse an einem Tag. Das kann sich auf die Gesundheit auswirken: Denn Feinstaub kann etwa die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System schädigen.

Allerdings betont Ute Dauert, beim Umweltbundesamt (UBA) zuständig für die Beurteilung der Luftqualität, dass Schäden durch Osterfeuer von mehreren Faktoren abhängen können: So hat das Wetter Einfluss auf die Feinstaubbelastung. Kräftiger Wind könne die Schadstoffe rasch verteilen, und Niederschlag wasche sie aus der Atmosphäre aus, so dass die Feinstaubbelastung der Luft sinke. Weht allerdings wenig Wind, dann können Schadstoffe über Stunden oder gar Tage in der Luft bleiben und sich in der unteren Atmosphäre anreichern.

Osterfeuer lassen Dauert zufolge die Feinstaubbelastung nicht so stark ansteigen wie etwa das Silvesterfeuerwerk, da sie zu unterschiedlichen Zeiten am Osterwochenende und zudem in geringerem Umfang abgebrannt werden. An Silvester springen die Feinstaubemissionen in den Stunden nach Mitternacht auf 1000 Mikrogramm pro Kubikmeter im Stundenmittel. Das entspricht laut UBA rund einem Prozent der jährlich freigesetzten Feinstaubmenge in Deutschland.

Vorschiessen der Firma Fischer Pyrotechnik, Feuerwerk, Raketen, Feuerwerksbatterien explodieren farbenfroh am Himmel Symbolbild zum Thema Feuerwerksverkauf, Silvester, Neujahrsfeuerwerk am 05.12.2019 in Freudenberg/Deutschland. *** Fireworks, rockets
Osterfeuer lassen die Feinstaubbelastung nicht so stark ansteigen wie etwa das Silvesterfeuerwerk.

Feinstaub-Obergrenze: 40 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresdurchschnitt

Zum Vergleich: Der Feinstaubgrenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter darf in einer Region nicht häufiger als 35 Mal im Jahr überschritten werden. Der zulässige Jahresmittelwert beträgt 40 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Dem Bundesumweltministerium zufolge können durch Osterfeuer zwar Grenzwerte zeitweise überschritten werden. Doch sei - insbesondere in Norddeutschland - eine hohe Feinstaubbelastung auf nur wenige Tage im Jahr beschränkt. Daher müsse man den Brauch nicht verbieten.

Aus dem niedersächsischen Umweltministerium heißt es: „Die Feinstaubbelastung ist seit Jahren auf niedrigem Niveau.“ Osterfeuer würden keine Überschreitungen dieser Grenzwerte verursachen. Die Tage, an denen der Feinstaubgrenzwert überschritten werde, seien kontinuierlich seit Jahren zurückgegangen.

Ostern 2022: Spürbarer Wind dürfte helfen, den Feinstaub zu verteilen

Das Wetter spielt also eine Rolle. „An den Ostertagen weht ein spürbarer Wind aus Nordost,“ erklärt Meteorologe Carlo Pfaff. Das dürfte helfen, den Feinstaub zu verteilen.

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Doch Osterfeuer sind noch auf andere Weise für die Natur gefährlich: Tiere können sterben, wenn das Tage oder Wochen zuvor aufgeschichtete Material verbrannt wird. Denn sie nutzen die Holzstapel als Unterschlupf und Teillebensraum, wie Ursula Bauer vom Schutzverein Aktion Tier erklärt. Deshalb gehört es oft zu den Auflagen, das vorbereitete Holz vor dem Anzünden umzuschichten.

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(dpa/cli)