Orkan über Nordwesteuropa

Wasser und kein Ende

In Teilen Großbritanniens und in Norwegen mussten sich Tausende Menschen vor schweren Überschwemmungen in Sicherheit bringen. Stürme und starker Regen haben in beiden Ländern für Chaos gesorgt - und noch ist die Gefahr nicht ausgestanden.

Sturm in England
Wegen Überschwemmungen und Erdrutschen mussten vier Städte evakuiert werden. © dpa, Torstein Boe

In London kam ein 90-Jähriger ums Leben, als ihn eine Windböe offenbar vom Bürgersteig gegen einen fahrenden Bus stieß. Im Nordwesten des Landes führte der Sturm 'Desmond' mit starkem Regen, Überschwemmungen und Erdrutschen zu Evakuierungen in mindestens vier Städten.

Innerhalb von 24 Stunden fiel im Nordwesten Englands, in Carlisle in der Grafschaft Cumbria, so viel Regen wie sonst in einem ganzen Monat. Straßen und Bahngleise sind überflutet, mehrere Krankenhäuser in der Region sind vom Wasser umschlossen und nicht mehr erreichbar. Die Regierung rief die Menschen auf, in ihren Häusern zu bleiben und auf Hilfe zu warten. Mittlerweile ist das britische Militär im Einsatz, um die Menschen in Sicherheit zu bringen.

Und die Gefahr ist längst nicht vorüber. Denn schon am Mittwoch wird hier die nächste Sturmflut mit viel Regen erwartet.

200 Liter Regen auch in Norwegen

Reißende Fluten in Norwegen
In Norwegen können die Wassermassen nicht bewältigt werden.

Auf den Südwesten Norwegens rast ebenfalls das nächste Sturmtief zu. Rund um Stavanger sind die Wassermassen allerdings schon jetzt nicht mehr zu bewältigen. Teilweise reißen die Fluten ganze Häuser mit sich. Seit Donnerstag fielen hier bis zu 200 Liter Regen auf den Quadratmeter. Egersunds Bürgermeister Odd Stangeland ist alarmiert: "Es kann jetzt alles passieren. Wir mussten hier hinter uns eine Brücke schließen. Wir wissen nicht, ob sie dem Wasser standhält."

Opfer gibt es hier bislang keine. Aber die Behörden und die Bewohner sind alarmiert. Denn noch haben sie diese Winter-Sturmserie auch hier nicht überstanden.