Jede Flut eine Sturmflut

Mit dem Orkan Sabine kommen doppelt so viele Sturmfluten

Schwere Sturmfluten auch am Dienstag

Der Norden ist trotz des kräftigen Orkans „Sabine“ bisher glimpflich davon gekommen, erwartet jetzt aber weitere Sturmfluten an den Küsten und in Hamburg.  Die nächsten Hochwasserstände an der Nordsee (heute Mittag bis heute Abend) werden 2,5 bis 3,5 Meter höher ausfallen als das mittlere Hochwasser.

Zwischen zwei Fluten liegen rund 12,5 Stunden, was etwa zwei Fluten am Tag bedeutet. Durch das Sturmtief „Sabine“ ist bisher jede Flut seit Montag eine Sturmflut und das wird auch noch bis heute Abend so sein. An der Nordsee haben die Sturmfluten teilweise sogar die Stufe 2 (schwere Sturmflut) erreicht. Außergewöhnlich ist im aktuellen Fall, dass es mehr Sturmfluten gibt als üblich. Normalerweise folgen bei einem Sturmereignis ein bis drei Hochwasser mit Sturmflutgefahr. Orkantief „Sabine“ brachte schon fünf bis sechs.

Da wir seit Montag Westwind haben, gibt es die höchsten Wasserstände an der nordfriesischen Küste und an der Elbemündung. Dort drückt der Wind das Wasser gegen die Küste oder behindert den Abfluss aus der Elbe.

​Mehr Einzelheiten zum Wetter finden Sie in unserem Wetterbericht.

Die Sturmflut-Stufen

Die schlimmsten Sturmfluten gibt es, wenn über einen längeren Zeitraum kräftiger Nordwestwind bläst. Dann wird durch den Winddruck zum einen der Wasserstand erhöht, zum anderen der Abfluss des Elbewassers behindert.

Im Elbegebiet und an der nordfriesischen Küste werden Stände um 2,5 m über dem mittleren Hochwasser erwartet. Das ist genau die Schwelle von Stufe 1 (von 3) zu Stufe 2 und Stufe 2 bedeutet übersetzt „schwere Sturmflut“.

An der Nordseeküste gibt es 3 Stufen für Sturmflut

  • Stufe 1: 1,5 bis 2,5 m über dem mittleren Hochwasser („leichte bis mittlere Sturmflut“)
  • Stufe 2: 2,5 bis 3,5 m über dem mittleren Hochwasser („schwere Sturmflut“)
  • Stufe 3: über 3,5 m über dem mittleren Hochwasser („sehr schwere Sturmflut“)

Die Hochwasser von heute können im unteren Bereich der Stufe 2 liegen (Elbemündung bis nordfriesische Küste).

Fluten am Hamburger S-Bahnhof nach Sturmtief Sabine

Schwere Sturmflut am Montagabend

 Sturmflut in Hamburg Nach dem Orkantief Sabine sorgte das Hochwasser in Hamburg für eine schwere Sturmflut, die den Fischmarkt übeflutete. Das Wassser stieg auf 2,7 Meter über dem mitteleren Hochwasser, sodass unter anderem das Fluttor am Fischmarkt
Schwere Sturmflut am Montagabend, die den Fischmarkt unter Wasser gesetzt hat. © imago images/Jannis Große, Jannis Grosse via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Das Wasser überschwemmte am Montagabend den Fischmarkt und angrenzende Straßen, mehrere Autos konnten rechtzeitig abgeschleppt werden. Das Hochwasser stieg auf 2,70 Meter über dem mittleren Hochwasser, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie mitteilte. Am Dienstag und Mittwoch soll es jeweils zwei Sturmfluten geben, die aber nicht mehr so hoch ausfallen sollen.

Behinderungen im Fährverkehr

10.02.2020, Schleswig-Holstein, Dagebüll: Ablaufendes Wasser steht auf der Mole des Fähranlegers in Dagebüll. Am Nachmittag gab es an der deutschen Nordseeküste eine Sturmflut. Mehrere Fährverbindungen wurden gestrichen. Foto: Bodo Marks/dpa +++ dpa-
Sturmflut auch in Dagebüll. Es gibt immer noch Beeinträchtigungen im Fährverkehr. © dpa, Bodo Marks, bom cul

Auch die Fähranleger in Dagebüll und Wyk auf Föhr standen unter Wasser. Die Fluttore, die Wyk vor den Nordseefluten schützen sollen, waren geschlossen. Auf den Halligen hieß es ebenfalls  „Land unter“. Auch am Dienstag kommt es wegen der erwarteten erhöhten Hochwasserstände zu Behinderungen im Fährverkehr nach Amrum und Föhr. Einige Überfahrten am Mittag und Nachmittag fallen aus. Die Verbindungen zu den Halligen fallen aus.