Orkan Joachim: So fegte der Orkan über Deutschland

Orkan Joachim: So fegte der Orkan über Deutschland
© dpa, rhineland-Palatinate

Platzregen, Graupel, Orkanböen

Orkantief 'Joachim' ist mit voller Wucht über Deutschland hinweggefegt und hat dabei einige Schäden hinterlassen: Mit Sturmböen von mehr als 150 Stundenkilometern tobte Tief 'Joachim' über Deutschland, entwurzelte zahlreiche Bäume und sorgte für einige Unfälle. Bayern, Thüringen und Teilen Sachsen-Anhalts erlebten ein Schneechaos.

'Joachim' hatte Sturm, Regen und Schnee im Gepäck. Bei Neuschnee und glatten Straßen waren die Staus im Sauer- und Siegerland bis zu 20 Kilometer lang. Auch in Thüringen häuften sich nach heftigem Schneefall Verkehrsprobleme, so dass bei Dutzenden Unfällen mehrere Menschen schwer verletzt wurden. In der Südwestpfalz und in Baden-Württemberg stoppten umgestürzte Bäume den Bahnverkehr zeitweise. Sogar den Flugverkehr in Frankfurt am Main bremste 'Joachim'. An anderen deutschen Airports fielen Flüge aus. Vielen Schülern bescherte der Orkan dagegen "Sturmfrei".

Zuvor waren im Hunsrück und der Eifel bereits Straßen überflutet, Orkanböen rissen in vielen Regionen Bäume um. Auch der Verkehr kam teilweise zum Erliegen. In der Südwestpfalz und dem Saarland stellte die Bahn den Regionalverkehr zeitweise ein. Ein Notverkehr mit Bussen war wegen der vielen umgestürzten Bäume auch nicht möglich.

Im thüringischen Mönchsberg rutschte ein mit 15 Kindern besetzter Schulbus auf dem Weg zur Schule gegen eine Mauer. Kinder und Fahrer blieben unverletzt. Im Harz kam es durch die Kombination aus starkem Schneefall und starkem Wind zu massiven Verkehrsbehinderungen.

Neben Schnee und Sturm sorgte 'Joachim' jedoch auch für starke Regenfälle, die an Mosel und Saar zu einem kleinen Hochwasser geführt haben. Da die Pegel weiter ansteigen sind kleinere Ausuferungen zu erwarten. Ein großes Hochwasser ist derzeit aber nicht in Sicht.

Unwetter auch im Ausland

Auch im Ausland tobte sich 'Joachim' aus. Im Westen Frankreichs fiel nach Regierungsangaben in rund 400.000 Haushalten der Strom aus. In dem Sturm strandete vor der Südküste der Bretagne der unter Malta-Flagge fahrende Frachter 'TK Bremen'. Die Behörden lösten Umweltalarm aus, da Öl auslief. Die Tanks sollten ausgepumpt werden. Der Frachter sei abgesehen von 220 Tonnen Treibstoff weitgehend leer.

In Großbritannien kehrte ebenfalls der Winter ein, einige Flüge fielen aus. Im schottischen Glasgow wurden sechs Zentimeter Schnee gemessen, in Nordirland vier Zentimeter. Auch im Südosten der Region um London schneite es bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Auch Belgien litt durch starke Schneefälle unter einem Verkehrschaos. Besonders in den Ardennen waren Autos und Lastwagen blockiert, berichtete der Rundfunksender RTBF. Wegen der Niederschläge in den vergangenen Tagen traten Flüsse über ihre Ufer. Helfer waren an vielen Orten im Einsatz, um Überschwemmungen zu verhindern.

Die höchsten Windspitzen in Deutschland:

Zugspitze: 183 km/h

Belchen (Schwarzwald) 167 km/h

Feldberg 159 km/h

Brocken 131 km/h

Freiburg 109 km/h

Berus 104 km/h

Lindau 107 km/h

Pforzheim 104 km/h

Französische Atlantikküste bis 156 km/h

Spanische Atlantikküste bis 160 km/h