So grau war ein Oktober selten

Oktober 2020: Reichlich Regen und viel zu wenig Sonne im Corona-Herbst

 Maskenpflicht und Regen in München, Menschen unterwegs mit Regenschirm und Masken am 16. Oktober 2020 in München. -- People in the Munich pedestrian zone with umbrellas and masks on October 16th 2020. München Bayern Deutschland *** Mask duty and rai
Maskenpflicht und Regen - wie hier in München - prägten das Bild des Oktobers 2020. © imago images/Alexander Pohl, Alexander Pohl / Alto Press via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Im Westen gab's kaum Sonnenschein

Der Oktober verlief in den letzten zwei Jahrzehnten nur einmal ähnlich grau wie dieses Jahr. Das war im Oktober 2016. Damals gab es nur 60 Prozent des normalen Sonnensolls. Und in einer ähnlichen Größenordnung dürfte auch der Oktober 2020 am Ende landen. Ganz hinten rangierte in den letzten Wochen vor allem der Westen, während der Norden deutlich mehr Lichtblicke abbekommen hat. Auf der anderen Seite gab es eine erste Entlastung der Trockenheit des Sommerhalbjahres. 

Herbstlaub im Sonnenschein. So schön kann der goldene Oktober sein.
Einen Goldenen Oktober konnten die Nordlichter am ehesten genießen. So vermeldeten die Wetterstationen in Kiel, Fehmarn oder Schönhagen mehr als 100 Sonnenstunden. © imago images/Rene Traut, Rene Traut via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Sonnensieger ist der Norden

Die sonnigsten Ecken im Oktober 2020 finden sich vor allem im Norden mit teils über 100 Sonnenstunden. Hier sind damit regional auch die 100 Prozent des Sonnenscheins zusammen gekommen. Ähnlich sonnig war es im übrigen Land nur auf einigen Bergen im Süden, beispielsweise auf der Zugspitze. Aber dort wohnen bekanntlicherweise nur ziemlich wenig Menschen, die diese Sonnenbilanz auch hätten genießen können.

Der dauergraue Westen: Zum Teil kaum 35 Sonnenstunden

Der Oktober 2020 zeigt uns in der Bilanz ein ziemlich tristes Bild. Stand jetzt sind kaum 60 Prozent des ansonsten üblichen Sonnensolls erreich worden. Am trübsten war es im Westen mit bisher zum Teil kaum einem Drittel des langjährigen Mittels. Das entspricht rund 35 Stunden. Übrigens ist eine solch maue Sonnenbilanz im Oktober schon eher eine Rarität. In den letzten Jahrzehnten brachten die Oktober-Monate in der Regel deutlich mehr Sonnenschein. Bezogen auf die letzten 20 Jahre gab es nur im Oktober 2016 ähnlich wenig Sonne.

Die dunkelsten Städte Europas

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Die Grafik zeigt die Städte in Europa mit den wenigsten durchschnittlichen Sonnenstunden pro Jahr © Quelle Current Results / Grafik Statista

Wie viel Regen fiel im Oktober 2020?

Hierzu RTL-Meteorologe Björn Alexander: „Beim Regen und in Sachen Trockenheit ist zumindest schon mal ein kleines Aufatmen zu verzeichnen. Um die 65 bis 70 Liter pro Quadratmeter sind bisher gefallen. Das entspricht 115 Prozent des langjährigen Durchschnitts. Außerdem gesellen sich vorm Wochenende nochmals deutschlandweit einige Liter dazu. Unterm Strich ist die Trockenheit im Oberboden in den meisten Landesteilen somit kein Thema mehr. Für die tieferen Bodenschichten von einem bis zwei Metern Tiefe benötigen wir aber in den kommenden Monaten noch Regen, um die Dürre auszugleichen. Mit der Durchnässung des Oberbodens ist aber schon mal ein erster Schritt gemacht.“

Oktober 2020: Die Bilanz fällt grau und nass aus.
So viel steht fest: Die Hundebesitzer haben im Oktober 2020 den ein oder anderen Spaziergang im Regen gemacht. © dpa, Thomas Warnack, warnack alf

Der Oktober war nicht viel, aber etwas zu warm

Die höchste Temperatur im Oktober 2020 brachte uns der 3.Oktober mit 24,6 Grad in Kiefersfelden in Bayern. Auf den weiteren Plätzen folgen:

  • Piding (Bayern) mit 24,1 Grad
  • Dresden-Strehlen (Sachsen) mit 23,8 Grad und
  • Görlitz (Sachsen) mit 23,5 Grad.

Das ist zwar noch fast im sommerlichen Bereich. Doch allzu warm wird der Oktober nicht in die Geschichtsbücher der Meteorologie eingehen. Um die Monatsmitte war es nämlich spürbar kühler und zwischen dem 13. und dem 20. Oktober gab es besonders im Süden und Osten auch mal für Luftfrost, also ab 2 Metern, gereicht. Am kältesten war es auf der Zugspitze, Deutschlands höchstem Berg mit knapp 3000 Metern Höhe. Hier lag die tiefste Temperatur bei minus 12,4 Grad. Schlussendlich wird der Oktober mit knapp einem Grad überm langjährigen Durchschnitt durchs Ziel gehen.

Hintergrund-Info

Als Bezugszeitraum gilt derzeit noch der international festgelegte Zeitraum von 1961 bis 1990. Erst zu Beginn der Jahres 2021 wird auf das neue Zeitfenster zwischen 1991 und 2020 umgeschwenkt. Größere Abweichungen ergeben sich hierbei vor allem im Bereich der Temperaturen. Dann wird das Extreme normal.

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