Oktober 2017: Sehr warm, nass und mit kräftigen Stürmen

Ein Gruß an den Goldenen Oktober aus dem Winter
Ein Gruß an den Goldenen Oktober aus dem Winter Ein kleiner Rückblick von Björn Alexander 00:00:46
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Der Oktober 2017 zeigte sich alles andere als ausgeglichen in Deutschland. Im Süden dominierte meist Hochdruckeinfluss. Den Norden dagegen überquerten häufig die Ausläufer atlantischer Tiefdruckgebiete - zum Teil mit Sturm- und Orkanböen. So fegte Tief "Xavier" am 5. mit flächendeckenden Orkanböen über Ost- und Norddeutschland, wodurch  sieben Menschen ums Leben kamen. Die stärksten Böen im Flachland meldete Holzdorf, östlich von Wittenberg, mit 122 km/h. Zum Ende des Monats traf dann Sturmtief "Herwart" auf Deutschland und sorgte besonders über Nord- und Mitteldeutschland gebietsweise für Böen bis zur Orkanstärke. Drei Todesopfer waren zu beklagen.

28 Grad am 16. Oktober

Der Oktober war mit 11,1 Grad um 2,1 Grad wärmer als im Mittel der international gültige Referenzperiode 1961 bis 1990. Selbst verglichen mit der wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung noch +1,9 Grad. Damit gehörte er zu den zehn wärmsten Oktobern seit Beginn der flächendeckenden Temperaturaufzeichnungen 1881. Zum Auftakt des zweiten Drittels sorgte Hoch „Tanja“ mit örtlich 28 Grad für eine für die Jahreszeit ungewöhnliche Wärme. Sogar oberhalb von 600 Metern gab es teilweise über 25 Grad. Als Beitrag zum goldenen Oktober meldete Müllheim, südöstlich von Freiburg im Breisgau, am 16. mit spätsommerlichen 28,1 Grad den bundesweit höchsten Wert. Erst zum Ende der letzten Dekade leitete „Herwart“ eine verbreitete Abkühlung ein, gebietsweise mit Nachtfrösten. Am Morgen des 30. meldete Leutkirch-Herlazhofen im Allgäu mit -3,1 Grad den bundesweit tiefsten Monatswert

Trockener Südwesten, viel Niederschlag im Norden und äußersten Süden

Der Oktober war niederschlagsreich. Mit rund 75 Litern pro Quadratmeter übertraf er seinen Klimawert von 56 l/qm um 31 Prozent. Tief "Xavier" hatte nicht nur Sturm, sondern auch reichlich Regen im Gepäck. Innerhalb von zwölf Stunden fielen in Krempel, im Westen Schleswig-Holsteins, 55,1 l/qm; in 24 Stunden sogar 64,1 l/qm. Dies war gleichzeitig die deutschlandweit größte Tagesmenge. Mit bis zu 220 l/qm gab es am Alpenrand die höchste Monatssumme. Im Südwesten Hessens und von Rheinland-Pfalz wurde mancherorts mit nur knapp 20 l/qm das größte Regen-Defizit gemessen.

Sonnenscheinbilanz nahezu ausgeglichen, Süden deutlich im Vorteil

Mit rund 100 Sonnenstunden blieb der Monat leicht unter seinem Klimawert von 109 Stunden. Während sich die Sonne auf einer Linie Altmark, Prignitz, Mecklenburgische Seenplatte sowie in der Lüneburger Heide mit örtlich nur 70 Stunden länger hinter den Wolken versteckte, konnte sich der Süden Deutschlands gebietsweise über bis zu 170 Stunden Sonnenschein freuen.