Große Lawinengefahr und Venedig wieder überflutet

Österreich und Italien: Zum Schneechaos kommt nun das Regenchaos

Tief YVONNE rückt nach und bringt Schnee und Regen

Die Lage in den Südalpen rund um Osttirol, Norditalien und Kärnten ist noch angespannt und wird es vorerst einmal bleiben. Nach starken Regen- und Schneefällen in Italien besteht weiterhin Gefahr durch Lawinen. Für Teile Südtirols gilt die zweithöchste Warnstufe. Und Venedig steht mal wieder unter Wasser - starke Regenfälle und steigende Pegel haben in der Lagunenstadt ganze Stadtteile überflutet.

Lawinengefahr, Passstraßen gesperrt, zwei Todesopfer durch Überschwemmungen

 Mittersill THEMENBILD - auf Grund der starken Schneefälle, ist die Strasse am Felbertauern aus Sicherheitsgründen und wegen Lawinengefahr gesperrt. Der Felbertauern ist eine wichtige Verbindungsstrasse zwischen Osttirol und Salzburg Pinzgau, aufgeno
Wegen der starken Schneefälle, ist die Strasse am Felbertauern aus Sicherheitsgründen und wegen Lawinengefahr gesperrt. © imago images/Eibner Europa, Eibner-Pressefoto/EXPA/Feichter via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Nach starken Regen- und Schneefällen in Italien bestand Gefahr durch Lawinen. Auch der Verkehr war beeinträchtigt, viele Berg- und Passstraßen in höheren Lagen sind gesperrt. Auch die Brennerbahnlinie blieb wegen eines Erdrutsches bei Bozen gesperrt. Auf anderen Strecken bereiteten umgestürzte Bäume Probleme.

Weiter südlich hielten starke Regenfälle die Rettungskräfte in Atem. In den Regionen Venetien, Friaul-Julisch Venetien, Emilia Romagna, Kampanien und Sizilien zählte die Feuerwehr Tausende Einsätze. Seit dem Wochenende hatte der Regen für Überschwemmungen gesorgt. Mindestens zwei Menschen waren in Italien ums Leben gekommen. Laut italienischem Innenministerium wurden rund 430 Menschen bei Evakuierungen gerettet.

Venedig wieder mit Hochwasser

Der Markusplatz in Venedig unter Wasser.
Venedig: Passanten bahnen sich ihren Weg durch den überfluteten Markusplatz. © dpa, Anteo Marinoni, zeus rac

Und Venedig steht mal wieder unter Wasser - steigende Pegel haben in der Lagunenstadt ganze Stadtteile überflutet. Auch der berühmte Markusplatz stand am Dienstag unter Wasser. Der höchste Gezeitenpegel wurde für den späten Nachmittag bei 145 Zentimetern erwartet, wie der Bürgermeister der Stadt, Luigi Brugnaro, auf Twitter schrieb. Das System "Mose" sei jedoch nicht aktiv, teilte er weiter mit. "Mose" ist ein System aus Fluttoren, die die Stadt vor Sturmfluten schützen sollen.

Rekordschnee- und Regenmengen seit Freitagabend

Lienz: Füßgänger im Schnee
Der Winter macht sich in Teilen Österreichs mit enormen Schnee- und Regenmengen bemerkbar. © dpa, Jfk, hef rac

Seit Freitagabend fielen zum Beispiel in Osttirol teilweise über 400 Liter Regen beziehungsweise Schnee. Auf den Bergen kamen oft 2 bis 3, stellenweise auch bis zu 4 Meter Neuschnee zusammen. Eine Menge, die seit mehr als 140 Jahren nicht mehr verzeichnet wurde. Eine Wetterstation im Friaul in Nordostitalien meldete zwischenzeitlich tatsächlich 608 Liter Regen pro Quadratmeter binnen 72 Stunden – ziemlich genau die Menge, die im Raum Köln in diesem Jahr in 11 Monaten bisher gefallen ist. Durch eine vorübergehende Milderung und den starken Regen gab es dabei Muren- und Lawinenabgänge. Eine ähnliche Lage wie die Alpenbewohner sie beispielsweise im letzten Jahr erlebten. Mehr zum Schneechaos im November 2019.

Das Schneechaos in den Alpen im Tweet

In dem Tweet kann man die krasse Schneehöhe erkennen, während ein Mann auf einer ehemaligen Straße versucht, sich seinen Weg zu bahnen.

Schneemassen, Stromausfälle, Verkehrsbehinderungen und Tote in Italien

Die Alpen versinken im Schnee. Vor allem Osttirol hat mit den Schneemassen zu kämpfen. Zahlreiche Straßen sind gesperrt. In Silian müssen Anwohner ihre Dächer von der Schneelast befreien, sie dr
Der Winter macht sich in Teilen Österreichs mit enormen Schnee- und Regenmengen bemerkbar. © imago images/Bernd März, Bernd März via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Dei teilweise enormen Neuschneemengen haben im Alpenraum zu erheblichen Verkehrsproblemen geführt. Betroffen war auch der Brenner-Pass zwischen Österreich und Italien. Dort waren Zugverbindungen unterbrochen und auch die Autobahn teilweise gesperrt. Rund 6.000 Haushalte in der Alpenprovinz hatten keinen Strom.

Von den Unwettern waren vor allem die Regionen im Norden und Nordosten Italiens stark betroffen. In der Gegend um Modena hatten starke Regenfälle zu Hochwasser und Überflutungen ganzer Landstriche geführt. In einer Ortschaft rund 50 Kilometer westlich des Comer Sees wurde ein 53 Jahre alter Mann von einem Baum erschlagen, der unter der Schneelast umstürzte, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet hatte. In Süditalien verlor ein 51-jähriger Arbeiter nach Berichten vom Sonntag sein Leben, als er von Schlamm weggerissen wurde.

Generell waren in Österreich zahlreiche Bergstraßen nur mit Schneeketten befahrbar oder überhaupt gesperrt, darunter der Plöckenpass oder die Zufahrt ins Lesachtal in Kärnten.

Murenabgang in Italien

Was in Österreich als Schnee heruntergekommen ist, kam in Italien als Regen. Die Feuerwehren waren laut Medienberichten im Dauereinsatz. Dramatische Folge war ein gewaltiger Murenabgang in Naturns. Die Bewohner eines Mehrfamilienhauses mussten dabei viele Schutzengel gehabt haben, da sie sich zum Zeitpunkt des Abgangs alle im Wohnhaus befanden und nicht verletzt wurden. Die Mure wälzte sich mit Tonnen an Gestein zwischen Haus und Garage ins Tal und zerstörte dabei die Garage teilweise. Die Kraft ist gewaltig gewesen. Die Garage wurde teilweise zerstört. Die Mure wälzte sich zwischen Wohnhaus und Garage ins Tal.

 In Italien fiel neben Schnee auch viel Regen.
Murenabgang in Italien © imago images/Bernd März, Bernd März via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Schneemengen im Kalsertal in Osttirol - unglaublich!

Das Kalsertal in Osttirol ist mit Schnee bedeckt.
Ein Wahnsinn, diese Schneemengen im Kalsertal in Osttirol. © dpa, Johann Groder, hef hen

Hohe Lawinenwarnstufe - Schulen und Kitas blieben zu

Auf den Bergen oberhalb von rund 1.300 bis 1.600 Meter hatte es derweil massive Neuschneemengen gegeben. Mit den entsprechende Begleiterscheinungen: Straßensperrungen, hochwinterliche Verkehrsprobleme und eine entsprechend angespannte Lawinenlage. Zwischenzeitlich wurde beispielsweise die höchste Lawinenwarnstufe 5 (von 5) ausgerufen.

Und auch aktuell gilt zum Teil noch die zweithöchste Lawinenwarnstufe vier. Auch weiterhin sei die Gefahr von sehr großen Lawinen an steilen Grashängen zu erwarten, erklärten die Experten. Schulen und Kindergärten blieben wegen der Lawinengefahr in Teilen Tirols und Kärntens zunächst geschlossen.

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