Not nach Wirbelsturm „Idai“: Hunderttausende Bedürftige - hunderte Tote

Mehr als 1.000 Tote in Mosambik befürchtet
Mehr als 1.000 Tote in Mosambik befürchtet Tropischer Wirbelsturm 00:32

Die Stadt Beira mit rund 500.000 Einwohnern ist fast ausradiert

Nach dem tropischen Wirbelsturm „Idai“ sind Helfer besorgt, dass womöglich Tausende weitere Menschen in Mosambik den Überschwemmungen zum Opfer gefallen sind. In der Region Buzi nahe der schwer betroffenen Stadt Beira habe sich ein 125 Kilometer langer und elf Meter tiefer See gebildet, sagte der Nothilfekoordinator des Welternährungsprogramms (WFP) in Mosambik, Pedro Matos.  In dem Gebiet lebten demnach zuvor Hunderttausende Menschen. „Entweder sie konnten fliehen oder es gibt dort eine sehr hohe Opferzahl.“ Die Stadt Beira, immerhin so groß wie Frankfurt, soll zu 90 Prozent zerstört sein. Das Video zeigt die unfassbare Verwüstung nach dem Sturm in Mosambik. 

Kleine Kinder irren allein herum

23.03.2019, Mosambik, Buzi: Ein vertriebener kleiner Junge schläft in einer Schule im Bezirk Buzi, 200 Kilometer entfernt von Beira, auf dem Boden. Menschen verließen die vom Wirbelsturm «Idai» zerstörte Stadt Beira in Richtung der Stadt Buzi und sin
Ein vertriebener kleiner Junge schläft in einer Schule im Bezirk Buzi, 200 Kilometer entfernt von Beira, auf dem Boden. © dpa, Themba Hadebe, TH

Jeden Tag kommen neue Hiobsbotschaften aus dem Katastrophengebiet. Hunderte Tote gibt es, hunderttausende Bedürftige. Kleine Kinder irren allein herum. Das deutsche THW hilft jetzt mit Trinkwasser.

Zehntausende Menschen warten im Katastrophengebiet in Südostafrika nach Zyklon „Idai“ weiter auf Hilfe. Humanitäre Organisationen sind in der schwer verwüsteten Hafenstadt Beira in Mosambik zwar im Einsatz, aber die Bedürfnisse sind überwältigend. Kleine Kinder irrten teils allein herum, berichtete die Kinderschutzorganisation „Save the Children" am Sonntag. „Viele unbegleitete Kinder haben traumatische Situationen durchlitten - manche mussten mit ansehen, wie ihre Mutter oder ihr Vater fortgespült wurden oder haben Geschwister verloren", berichtete der Einsatzleiter vor Ort, Machiel Pouw. „Das Ausmaß der Krise ist erschütternd", sagte der Generalsekretär der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC), Elhadj As Sy, nach einem Besuch in Beira. 

Helfen auch Sie und spenden Sie!

HANDOUT - 16.03.2019, Mosambik, Inhamizua: Eine Frau steht nach dem Sturm «Idai» mit einem Baby asuf dem Arm zwischen Trümmerteilen und umgekippten Bäumen. Der schwere tropische Wirbelsturm «Idai» hat schwere Verwüstungen hinterlassen, die von dem Zy
Helfen Sie den Menschen in Mosambik: Fünf Euro können bereits Leben retten! © dpa, Josh Estey/CARE, alh

Hundertausende Familien und Kinder stehen nach dem Zyklon „Idai“, der über Mosambik wütete, vor dem Nichts und kämpfen ums pure Überleben. Viele sind obdachlos und warten auf den Dächern der noch stehenden Häuser händeringend um Hilfe. Die Lage ist so verheerend, dass Mosambik den Notstand ausgerufen hat.

Eine RTL-Reporterin ist  bereits in dem Katastrophengebiet und wird von vor Ort berichten. „RTL – Wir helfen Kindern“ hat eine Spendenaktion gestartet und die Zuschauer werden im RTL-Programm aufgerufen zu spenden.  Mehr Informationen finden Sie hier.

Mit den gesammelten Spenden wird Kooperationspartner CARE die notleidenden Familien in Mosambik mit sauberem Trinkwasser, Zelten, Planen und Material zum Bau von Notunterkünften versorgen. Zudem werden Wasserkanister, Decken, überlebenswichtige Hilfsgüter und Hygiene-Pakete verteilt. So soll dem Ausbruch von Seuchen vorgebeugt werden.

1,8 Millionen Menschen sind nach UN-Schätzung betroffen

Wirbelsturm Idai verwüstete in Mosambik eine ganze Stadt.
Eine Familie hat sich in der Region Buzi auf das Dach ihres Hauses geflüchtet. © REUTERS, SIPHIWE SIBEKO, SS

Am 15. März hatte der Zyklon „Idai“ Mosambik, Malawi und Simbabwe verwüstet und mit schweren Regenfällen weite Landstriche unter Wasser gesetzt. Mindestens 644 Menschen sind nach Regierungsangaben ums Leben gekommen - die wahre Zahl dürfte deutlich höher liegen, glauben Hilfsorganisationen. Die Versorgung der Zyklon-Opfer wird durch immer neuen Regen und zerstörte Verkehrswege erschwert. Seine Regierung habe Drohnen im Einsatz, um sich einen Überblick über die Notlage der Menschen zu verschaffen, sagte Mosambiks Umweltminister Celso Correia. Mitte der Woche drohen neue starke Regenfälle. 

In Beira wird bereits das Essen knapp, wie Journalisten berichteten. Zu den 500.000 Einwohnern kommen Vertriebene aus der Umgebung, die bei dem verheerenden Unwetter alles verloren haben. Allein in Beira seien 11.000 Häuser völlig zerstört, ebenso wie etliche Schulen und Gesundheitszentren, so das UN-Kinderhilfswerk Unicef. Insgesamt haben nach Schätzungen mindestens 600.000 Menschen ihre Bleibe verloren. 

Dammbruch in Simbabwe nach Idai-Fluten befürchtet

Einwohner des von Zyklon Idai getroffenen Ortes Chimanimani in Simbabwe sind von den Behörden dazu aufgerufen worden, sich in Sicherheit zu bringen. Die Fluten hätten einen Damm in Vumba geschwächt, erklärte der Zivilschutz des Landes am Sonntag. „Allen, die stromabwärts leben, wird geraten, sich in Sicherheit zu bringen und höher gelegene Orte aufzusuchen", hieß es in einem Tweet des Zivilschutzes. Es gebe Anzeichen, dass der Damm nachgebe, mehr als 1.000 Familien seien in Gefahr, sagte der Chef der Einheit, Nathan Nkomo.