68 Heimbewohner waren infiziert

Corona-Tod im Pflegeheim! Manfreds ( † 80) Bruder wartet bis heute auf Antworten

Großer Corona-Ausbruch in Norderstedter Pflegeheim

Insgesamt 68 Heimbewohner und 23 Mitarbeiter haben sich in dem Pflegeheim Hog'n Dor im schleswig-holsteinischen Norderstedt im vergangenen Monat infiziert. Acht Senioren sind gestorben, darunter auch der 80-jährige Manfred Stürwohld. Sein Bruder Hartmut Feddersen wirft der Heimleitung vor, ihn nicht informiert zu haben und auch nach vier Wochen hat er noch immer keine Antworten auf seine vielen Fragen.

Wie er den Tod seines Bruders erfahren hat und was die beiden verband, sehen Sie im Video.

Hartmut Feddersen wusste nicht, dass sein Bruder Corona hatte

Es war der 24. Oktober, als Hartmut Feddersen den Anruf aus dem Krankenhaus bekam. Sein Bruder sei ins künstliche Koma gelegt worden und um kurz nach vier Uhr nachts gestorben. Doch, dass er Corona hatte, erfuhr Hartmut Feddersen erst von dem Krankenhaus und nicht von dem Pflegeheim: „Drei Stunden bevor er ins Krankenhaus gekommen ist, habe ich noch mit dem leitenden Pfleger gesprochen auf der Station und habe ihm die Frage gestellt, ob der Rollator da ist, den mein Bruder brauchte und das hat er verneint. Dann habe ich gefragt [...] ist sonst alles gut?“ Diese Frage wurde Hartmut Feddersen von dem Pfleger bejaht, erzählt er unserer RTL Nord-Reporterin.

Die Kieler Staatsanwaltschaft ermittelt gegen das Heim

Doch warum wurde Hartmut Feddersen von dem Heim nicht informiert? Eine Frage, die den 74-Jährigen sehr quält: „Was ich nicht verstehe: warum die Geschäftsleitung nicht irgendwo mich anruft oder überhaupt die Angehörigen angerufen hat, ist für mich unbegreiflich, das kann ich nicht verstehen.“

Hartmut Feddersen fragt sich, was das Heim zu verschweigen hat, warum nach so langer Zeit immer noch nichts gesagt wird. Mittlerweile ermittelt die Kieler Staatsanwaltschaft gegen das Norderstedter Pflegeheim und hat ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren eingeleitet.

Einige Mitarbeiter waren ungeimpft

Insgesamt 20 Mitarbeiter und vier Bewohner des Heimes waren nicht geimpft, bestätigt Sabrina Müller, Pressesprecherin des Kreises Segeberg. Für Hartmut Feddersen ist das nicht verständlich: „Ich kann nur sagen, dass die Mitarbeiter, ob es im Pflegeheim ist, in den Krankenhäusern, die Schwestern, die Pfleger, alle die, die mit kranken Menschen umgehen, sollten geimpft sein, weil sie haben eben täglichen Kontakt mit den Leuten.“

Dass sich so viele Menschen nicht impfen lassen, macht den 74-Jährigen traurig: „Die Leute, die sich nicht impfen lassen, sollten vielleicht mal in so eine Situation kommen, in der ich jetzt bin.“ Hartmut Feddersen wünscht sich einfach nur eine Entschuldigung von dem Heim und Antworten, warum sein Bruder sterben musste. (anr)