Langfristprognosen deuten auf einen heißen Juni hin

NOAA und ECMWF: Extra-Hitze zum Sommerbeginn 2021

Hitze im Sommer 2021? Wir würden uns nicht wundern...
Was für ein Wetter werden wir im Sommer 2021 erleben? Wir schätzen, dass es heiß wird. © dpa, Roland Weihrauch, rwe jai

Heißer Juni, heißer Sommer?

Am 21. Juni beginnt der Sommer. Das ist sicher! Dass der Juni zu heiß wird, ist zwar noch nicht sicher – aber sehr gut möglich. Zwei unterschiedliche Langfristvorhersagen prognostizieren ein deutliches Wärmeplus für diesen Monat. Wenn das mal nicht der Auftakt für einen Hitzesommer 2021 wird.

Wenn NOAA und ECMWF zum gleichen Ergebnis kommen, werden wir hellhörig

Wir untersuchen die Langfristprognosen von zwei verschiedenen Wetterberechnungsmodellen: dem europäischen Modell ECMWF und dem Modell der amerikanische Wetterbehörde NOAA. Derart langfristige Prognosen sind von Natur aus unsicher. Wenn aber beide Modelle zu dem gleichen Schluss kommen, werden wir hellhörig. Und das ist bei den Juni-Prognosen der Fall. Beide zeigen eine auffällige Temperaturabweichung.

ECMWF: Deutlich zu warme Prognosen für Europa

Prognose der Temperaturanomalie für Juni 2021
Die Grafik zeigt, wo es nach Prognose im Juni wärmer wird als es dort in den Juni-Monaten zwischen 1993 und 2016 üblich war. Teile Spaniens könnten sogar bis zu 2 Grad zu warm werden. (Quelle: ECMWF)

Bei Nord- und Ostsee sind die Prognosen nicht eindeutig

Nach der ECMWF-Prognose könnten Teile Deutschlands im Juni bis zu einem Grad zu warm werden. Das deckt sich mit der NOAA-Prognose.

Allerdings gibt es Unterschiede, die für einen Sommerurlaub entscheidend sein könnten: Die Küsten kämen nach ECMWF „normal“ weg, während vor allem der Süden die sommerliche Wärme einkassiert. Falls dieser Fall eintreten sollte, wären viele Urlauber an deutschen Küsten gekniffen. Bei durchschnittlichem Juni-Wetter darf man nicht zu viel vom Strandurlaub an Nord- und Ostsee erwarten.

Die NOAA-Prognose ist hingegen wesentlich gerechter. Das Wärmeplus ist recht gleichmäßig über das Deutschland verteilt.

Zuviel Wärme von Portugal bis Skandinavien

Hitze im Monat Juni 2021
Wo wird es wie viel zu warm im Juni 2021? Die Grafik zeigt prognostizierte Temperaturabweichungen für den Monat Juni gegenüber dem Durchschnitt der Junimonate der Jahre 1999 bis 2021. (Quelle: NOAA)

Unterschiede bei den Urlaubsländern

Auffällig ist, dass nicht nur Deutschland zu warm berechnet wird, sondern große Teile Europas. Beide Modelle sehen positive Temperaturabweichungen in Osteuropa, Skandinavien und vielen Ländern am Mittelmeer.

Bei Spanien, einem der beliebtesten Urlaubsländer Deutschlands, kommen die Modelle allerdings zu unterschiedlichen Ergebnissen: ECMWF erwartet überdurchschnittliche Werte, während NOAA recht gewöhnliches Wetter erwartet – für spanische Verhältnisse. Bei England ist es andersherum. Die NOAA gönnt den Briten ein bisschen mehr Wärme als sonst im Juni, während ECMWF dort keine Auffälligkeiten berechnet.

Fazit: Die Tendenz ist eindeutig, aber...

Die großräumig berechnete Erwärmung beider Modelle spricht dafür, dass der Sommer gleich am Anfang richtig loslegt. Die Tendenz ist eindeutig: Eher zu warm, als zu kalt. Ob Spanien stärker betroffen sein wird als England, ist bei so langfristigen Vorhersagen zunächst eher ein Detail.

Gleichzeitig zeigt das Beispiel des deutschen Küstenabschnittes, dass es für den Durchschnitts-Urlauber eben genau auf diese Details ankommt. Leider können experimentelle Langfristprognosen hier noch nicht wirklich helfen. Eine zuverlässige Wettervorhersage ist für solche Zeiträume schlicht nicht möglich.

Je näher wir dem ersehnten Sommer(urlaub) kommen, desto besser werden unsere Prognosen. Und die finden Sie immer aktuell auf unserer Homepage oder auf unserer App.

Warum gibt es überhaupt Langfristvorhersagen?

Die experimentellen Langfristprognosen haben ihre Berechtigung und auch ihre Grundlage eher im Bereich der Energiewirtschaft. Hier ist es wichtig, im Vorfeld längerfristige Trends im Bereich der Temperaturen zu sehen und auf diese zu reagieren. Insofern sind sie durchaus tauglich, um längerfristige Tendenzen darzustellen.

Was man ihnen nicht entnehmen kann, das sind detaillierte Vorhersagen für bestimmte Tage, zum Beispiel, wie das Wetter an Silvester wird. Denn diese Art von Wetterprognosen, die wir aus den täglichen Wetterberichten kennen, ist natürlich für alle meteorologischen Parameter auch nur für einige Tage verlässlich möglich. Je nach Wetterlage sind das maximal drei bis neun Tage.

Noch mehr Wetter

Wenn Sie keinen Wetterumschwung verpassen wollen, laden Sie sich die Wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte herunter.

Wetter und Klima in der Mediathek

Mega-Hitze und große Trockenheit - und viele fragen sich: Wird Deutschland bald zum Wüstenstaat? Wie viele Dürre-Sommer hintereinander können wir eigentlich noch verkraften? Hier geht es zur DOKU - Wüstenstaat Deutschland?