Die Trockenheit geht zu Ende

Regen im Oktober und November, Schnee im Dezember. So wird das Wetter laut NOAA

Es wird mehr Regen berechnet

Der Herbst 2020 ist voll da. Am 1. September war meteorologischer Herbstbeginn, am 22. September um 15:31 Uhr war kalendarischer Herbstbeginn. Wird der wegen des Klimawandels viel zu trocken und zu warm? Die experimentellen Langzeitprognosen des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA geben bisher Entwarnung: Es dürfte mehr Regen geben. Und im Dezember machen die Langfristprognosen Hoffnung auf Schnee. 

Teils sehr nass und am Ende Schnee: Björn Alexander blickt im Video mit Ihnen aus seiner Wetterküche in die Wetterküche Deutschlands. 

Die Herbstprognose vom Amerikanischen Wetterdienst: Der Regen im Oktober 2020

NOAA-Regenprognose für den Oktober 2020
Je grüner und blauer, umso größer ist die Abweichung vom Regensoll. Die Abbildung zeigt für den Oktober 2020 somit, dass es in weiten Teilen Europas zu nass bis deutlich zu nass werden dürfte. Quelle: https://www.cpc.ncep.noaa.gov/ © wetter-ressort

Das sagen uns die aktuellen Langzeitprognosen für den Herbst: Regen mehr als im Soll

Schauen wir auf den berechneten Regen bzw. die Abweichung vom langjährigen Durchschnitt, dann ergibt sich im Herbst 2020 für Deutschland ein überdurchschnittliches Bild

Auch Teile unserer Nachbarländer brauchen nach dieser Prognose keine Wetterextreme in Sachen Trockenheit zu erwarten. Das gilt insbesondere im Oktober 2020 in Frankreich, auf den Britischen Inseln sowie in Teilen von Skandinavien.

Die Regensituation in den Monaten Oktober, November und Dezember 2020

Regenprognose für drei Monate
Und auch die Gesamtabweichung für die drei Monate Oktober, November und Dezember lässt auf einige Regentage hoffen, so dass die Trockenheit langsam zurückgedrängt werden könnte. © wetter-ressort

Die Temperaturen liegen über dem Durchschnitt, aber nicht viel

Bei den Temperaturen zeichnet sich im Zeitraum von Oktober bis Dezember – also für das letzte Viertel des Jahres 2020 – momentan eine positive Abweichung von 0,5 bis 1 Grad ab. Das lässt definitiv noch reichlich Hoffnung für Winterfreunde. Zumal gerade der Dezember 2020 aktuell bei experimentellen Langfristprognosen zum Teil in Deutschland sogar maximal durchschnittlich temperiert sein soll. Vielleicht wird es also doch mal was mit der „Weißen Weihnacht 2020“. Fakt ist aber: Die Winterreifen könnten im Winter 2020 durchaus ihre Notwendigkeit haben. Denn angesichts von zu nassen und nicht deutlich zu warmen Aussichten, ist die Schneewahrscheinlichkeit auf jeden Fall da.

Die Langfristberechnungen für die letzten drei Monate des Jahres 2020

Abweichung der Temperaturen von den langjährigen Mittelwerten (Oktober bis Dezember)
Die Abweichung der Temperaturen von den langjährigen Mittelwerten für den Zeitraum vom Oktober 2020 bis zum Dezember 2020. Quelle: https://www.cpc.ncep.noaa.gov/ © wetter-ressort

Rückblick zeigt einen steilen Aufwärtstrend: So haben sich die Temperaturen im Herbst entwickelt

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Herbstmitteltemperatur in Deutschland in den Jahren von 1960 bis 2019 (in Grad Celsius)

Der Trend ist deutlich. Seit den 2000er Jahren werden die durchschnittlichen Temperaturen im Herbst höher. Ein Durchschnittswert für den Herbst ist natürlich nicht besonders aussagekräftig: Der September hat oft noch Sommerniveau, im November schneit es schon mal. Zum Vergleichen sind diese Statistiken aber wichtig.

Die durchschnittlichen Niederschlagsmengen im Herbst

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Herbstniederschlagshöhe in Deutschland in den Jahren von 1960 bis 2019 (in Liter pro Quadratmeter)

Seit dem Rekordhitzejahr 2003 haben sich die Niederschläge im Herbst wieder auf das übliche Niveau eingependelt. Im Herbst kommen im Durchschnitt 176 Liter pro Quadratmeter zusammen. Der Oktober ist von den drei Herbstmonaten der niederschlagärmste Monat.

Wer’s genauer wissen will: Die Klimadaten für Deutschland

Herbst ist nicht gleich Herbst und Klima nicht gleich Wetter

Um festzustellen, ob es zu warm oder zu kalt und zu nass oder zu trocken ist, vergleichen wir die Werte immer mit dem Klimamittel. Das zeigt uns das durchschnittliche Wetter in einem Zeitraum von 30 Jahren an. Der aktuelle Klimavergleich-Zeitraum ist von 1961 bis 1990. Außerdem ist beim Vergleich der Jahreszeiten zu beachten, dass der meteorologische Wechsel der Jahreszeiten bereits rund drei Wochen vor dem kalendarischen Wechsel stattfindet. 

Der Hauptgrund liegt in der exakten Vergleichbarkeit der Jahreszeiten. Denn während der kalendarische Wechsel vom Stand der Sonne abhängig ist und somit einige Tage oder Stunden schwanken kann, so ist der meteorologische Jahreszeitenwechsel festgelegt auf den jeweiligen Monatsersten. Dementsprechend beginnt der Herbst meteorologisch gesehen immer schon am 1.September und der Winter am 1.Dezember. Analog ist es für den Frühling und den Sommer.

So verläuft der Herbst in Deutschland normalerweise

Die durchschnittliche Temperatur, das sogenannte Temperaturmittel, liegt im Herbst in Deutschland bei knapp neun Grad. Und natürlich sind hierbei auch im Herbst vorübergehend schon mal Tageshöchsttemperaturen im sommerlichen Bereich über 25 oder sogar über 30 Grad denkbar. Generell sorgen aber die länger werdenden Nächte für mehr Abkühlung und die kürzer werdende Tage für weniger Aufheizung. 

Selbst sommerliche Luftmassen aus südlichen Breiten haben es somit schwer, sich auf ähnliche Temperaturen wie im Sommer aufzuheizen. Die Sonne bringt es hierbei in unseren Breiten in den Monaten September, Oktober und November im Durchschnitt insgesamt auf an die 340 Betriebsstunden. Dabei fallen im langjährigen Durchschnitt knapp 180 Liter Regen pro Quadratmeter.

Noch mehr Wetter

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