Der Klimawandel vergisst den Mai

NOAA Langfristprognose: Wird auch der Mai 2021 wieder zu kalt?

Zwei Frauen liegen am 18.05.2017 in Dresden (Sachsen) am Ufer der Elbe auf einer Wiese. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Wird der Mai 2021 zum dritten Mal in Folge der Monat, der vom Klimawandel „verschont“ wird? © dpa, Sebastian Kahnert, skh kde

Die große Ausnahme

Der Mai ist beim Klimawandel die Ausnahme. Ausgerechnet der Mai, den viele mit Wärme und Sonne in Verbindung bringen! Der Mai 2019 war sogar im Schnitt 1 Grad zu kalt. Im letzten Jahr war der Mai der „normalste“ Monat mit nur einem Zehntelgrad über dem Durchschnitt. Nun wird es spannend: Wird der Mai 2021 zum dritten Mal in Folge der Monat, der vom Klimawandel „verschont“ wird?

Der Mai 2021 könnte normale Temperaturen bringen.
Die Prognose der amerikanischen Klimabehörde NOAA für Mai 2021 zeigen keine Temperaturabweichungen für Deutschland. Das würde "normale" Temperaturen für diesen Monat bedeuten.

Mai 2021: Die Langfristprognose der NOAA zeigt durchschnittliche Werte

Die Langfristprognosen der amerikanischen Wetterbehörde NOAA zeigen bis Juni meist zu warme Monate. Der Mai 2021 ist in der Prognose tatsächlich die große Ausnahme.

In der Grafik sind die Regionen farblich markiert, die wärmer als ein durchschnittlicher Mai in dieser Gegend wäre. Deutschland ist kaum markiert. Das bedeutet, dass wir einen gewöhnlichen Mai erwarten könnten.

Die europäische Prognose zeigt einen leicht zu warmen Süden

Langfristprognose für Mai 2021
Die europäische ECMWF-Langfristprognose für Mai 2021. Dargestellt werden die Abweichungen von der Durchschnittstemperatur. Deutschland kommt relativ kühl weg, während viele andere Länder zu viel Wärme erwarten könnten.

NOAA und ECMWF haben ähnliche Prognosen

Die europäische ECMWF-Prognose für Mai 2021 sieht ebenfalls normale Temperaturen. Für Süddeutschland werden allerdings leicht zu warme Temperaturen berechnet. Das gilt allerdings nur für Deutschland.

Wenn man die Prognosen vergleicht, fällt auf, dass die Temperaturanomalien für große Teile Europas unterschiedlich berechnet werden. Das zeigt wie unsicher solch langfristige Prognosen sind.

Fazit: Der April ist der neue Mai

Beide von uns betrachtete Prognosen zeigen einen „normalen“ Mai 2021. Zwischen all den zu warmen Monaten und Prognosen wäre das durchaus auffällig. Wenn sich die Tendenz öfters bestätigt, könnte das eine Verschiebung der Jahreszeiten bedeuten. Der April wäre dann der neue Mai.

Warum gibt es überhaupt Langfristvorhersagen?

Die experimentellen Langfristprognosen haben ihre Berechtigung und auch ihre Grundlage eher in der Energiewirtschaft. Hier ist es wichtig, im Vorfeld längerfristige Trends bei den Temperaturen zu sehen und auf diese zu reagieren. Insofern sind sie durchaus tauglich, um längerfristige Tendenzen darzustellen.

Was man ihnen nicht entnehmen kann, das sind detaillierte Vorhersagen für bestimmte Tage, zum Beispiel, wie das Wetter an Silvester wird. Denn diese Art von Wetterprognosen, die wir aus den täglichen Wetterberichten kennen, ist natürlich für alle meteorologischen Parameter auch nur für einige Tage verlässlich möglich. Je nach Wetterlage sind das maximal drei bis neun Tage.

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