Niederschlag im Winter: Talsperren füllen sich, Wasserversorgung vorerst wieder gesichert

Wir sollten uns tatsächlich über die Niederschläge freuen

Zehn Monate in Folge war es zu trocken. Wir alle haben noch ungute Erinnerungen an den Dürre-Sommer 2018. In manchen Gegenden vor allem im Osten Deutschlands kam monatelang kein Tropfen Regen runter. Viele Bauern verloren ihre Ernte, Flüsse fielen trocken oder waren mit Schiffen nicht mehr zu befahren. Der Klimawandel zeigte auch uns Deutschen gnadenlos auf, was passieren kann. Seit Dezember regnet und schneit es kräftig - so viel, dass es in den Alpen ein Schneechaos gibt und sich an den Flüssen schon wieder kleinere Hochwasserlagen einstellen. Aber: Wir sollten uns tatsächlich über die Niederschläge freuen. 

Trockene Sommer sind nicht so schlimm - im Winter muss es regnen

ARCHIV - 25.10.2018, Niedersachsen, Altenau: Das Touristenschiff "MS AquaMarin" ist im Niedrigwasser der Okertalsperre (Oderstausee) im Harz zu sehen. Zur Sicherung der Versorgung mit Trinkwasser haben die Harzwasserwerke die Abgabe aus den Talsperre
Niedrigwasser auf der Okertalsperre im Harz im Oktober 2018. © dpa, Swen Pförtner, spf jol

Das Wasserwirtschaftsjahr - oder auch das hydrologische Jahr - beginnt am 1. November und endet am 31. Oktober. Und zwar aus dem Grund, weil die meisten Niederschläge, die gesammelt werden können, im Winterhalbjahr anfallen. Daher ist ein trockener Sommer für unsere Wasserversorgung gar nicht so schlimm. Wichtig ist, dass es im Winter ausreichend Niederschläge gibt. 

Und da hat uns der Dezember nicht im Stich gelassen. Mit 150 Prozent der durchschnittlichen Niederschläge beendete er die Serie der zu trockenen Monate. Und der Januar macht gerade so weiter. Schon jetzt - Mitte Januar - verzeichnen viele Orte mehr als 100 Prozent des normalen Januar-Niederschlags. So sind die Ruhr-Talsperren wieder zu fast zwei Dritteln gefüllt. Anfang Dezember waren die Talsperren nur zu gut 40 Prozent voll. Über das Talsperrensystem im Sauerland werden immerhin mehr als 4,6 Millionen Menschen im Ruhrgebiet mit Trinkwasser versorgt. 

Wir brauchen noch mehr Regen

Auch im Harz gibt es gute Nachrichten: Dank der Niederschläge füllten sich die Becken auf mehr als 50 Prozent. Mitte Dezember waren es nur etwa 30 Prozent gewesen. Es sei allerdings noch zu früh, um Entwarnung zu geben, sagte eine Sprecherin der Harzwasserwerke. Normalerweise seien die Talsperren um diese Jahreszeit zu etwa 70 Prozent gefüllt. Wir brauchen also noch mehr Regen.

Und zwar deshalb, weil durch die Rekord-Dürre im Sommer der Grundwasserspiegel massiv fiel. So geht das Landesumweltamt Baden-Württemberg von 1.000 Litern pro Quadratmeter bis nächsten Sommer aus, um die Dürre vollends zu beenden. Denn die Dürre war außergewöhnlich und reichte bis in tiefe Bodenschichten. Da reichen die bisher gefallenen Niederschläge nicht aus, um die Trockenheit tief im Boden auch zu beenden. So ist der Boden in etwa 1,8 Metern Tiefe noch nicht gesättigt. Freuen wir uns also über den Regen.