Neues Gesetz in den USA: Rauchverbot an Kaliforniens Stränden

Rauchverbot am Strand
Rauchverbot am Strand © iStockphoto, Daleen Loest

Immer mehr Strände werden rauchfrei

Der Umwelt zuliebe sind kalifornische Strände und Naturparks nun zur rauchfreien Zone erklärt worden. Der Gouverneur des US-Westküstenstaates unterzeichnete ein entsprechendes Gesetz, das den Konsum von Zigaretten untersagt. Auch E-Zigaretten und Joints seien davon betroffen, berichtete die Zeitung "Sacramento Bee". 

Es geht um Brandschutz und Umweltschutz

Das Rauchen sei aber weiterhin auf Parkplätzen und Zufahrtsstraßen erlaubt. Die Behörden wollen nun 5600 Warnschilder in den rund 280 staatlichen Parkzonen aufstellen. Rauchsündern droht bei Verstößen eine Strafe in Höhe von 25 Dollar.

„Dieses Gesetz schafft eine sauberere, sicherere und gesündere Umwelt für Menschen und Tiere", sagte der kalifornische Senator Steve Glazer, der den Gesetzentwurf eingebracht hatte. Zigaretten gehörten zu den schlimmsten Verschmutzern der Strände, erklärte der Demokrat. Es sei auch eine Maßnahme zum Brandschutz, denn viele Waldbrände seien durch weggeworfene Zigaretten ausgelöst worden.

Der Staat folgt nun dem Beispiel kleinerer Kommunen, die schon vor Jahren Rauchverbote verhängt hatten. 2004 wies der Promi-Ort Malibu seine berühmten Surfstrände als rauchfreie Zone aus, die Bezirke Los Angeles und Santa Monica folgten. 

Wo herrscht in Europa Rauchverbot?

Und wie schaut es in anderen beliebten Urlaubsgebieten der Deutschen, zum Beispiel in Mittelmeerländern wie Spanien, Italien oder Frankreich aus?

Auch in Spanien verlangen viele ein striktes Rauchverbot an Stränden und immer mehr Gemeinden kommen der Forderung nach - so in diesem Sommer auch der berühmte Badeort Lloret de Mar in Katalonien. In der angesagten Party-Hochburg wurde das Rauchen am gesamten Strand "Sa Boadella" sowie an vier Strandabschnitten untersagt.

In mehreren Sprachen verfasste Banner weisen Badegäste auf das Verbot hin, Bürgerbeauftragte informieren die Urlauber zudem direkt über die neue Regelung. 

Vorreiter der Idee war die Region Galicien im Nordwesten des Landes, wo bereits 2012 eine solche Maßnahme gestartet wurde. Heute führt die Region das Ranking deutlich an: An 79 Stränden (immerhin 11,5 Prozent aller dortigen Strände) ist Rauchen verboten, wie die Zeitung "El Periódico" zuletzt vorrechnete. An zweiter Stelle folgt Katalonien, wo zwölf Strände komplett Zigaretten-frei sind. Auch in der Region Murcia im Südosten, auf Ibiza und auf der Kanareninsel Gran Canaria gibt es bereits vereinzelt entsprechende Verbote.

Auch an drei Stränden auf Mallorca ist es seit Juli ruhiger geworden: Es wird nicht gegrölt, kein Alkohol getrunken und nicht geraucht. Dieser Anblick ist für einen Strand in Palma de Mallorca eher ungewöhnlich. Die Stadt Palma hat an der Cala Estància ein Rauchverbot ausgesprochen. In den Gemeinden Manacor und Alcúdia soll Rauchen auch bald ein Tabu werden. 

Seit Sommer 2018 gibt es auch in Andalusien schon einen 500 Meter langer Strandabschnitt in Motril, der zum "playa sin humo", rauchfreien Strand, erklärt wurde.

Bußgelder werden bislang bei Verstößen aber nicht verhängt, da dies im spanischen Anti-Tabak-Gesetz nicht vorgesehen ist. Nur Gran Canaria bildet eine Ausnahme: Dort kostet das Qualmen am rauchfreien Strand bis zu 450 Euro.

Glimmstängel-Verbot in Frankreich

In Frankreich hat die Stadt Nizza an der beliebten Côte d'Azur schon vor Jahren einen Strand zur Nichtraucherzone erklärt. Inzwischen sind Zigaretten an mehreren Dutzend Küstenabschnitten nicht willkommen, der Sender France 3 berichtete kürzlich von 50 tabakfreien Stränden.

Auch im nahe gelegenen Cannes wurden zwei Strandabschnitte zur Nichtraucherzone erklärt. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von 38 Euro, wie es auf der Webseite der Stadt heißt. In Cap Ferret am Atlantik hat die Gemeinde zwar an einem Strand Schilder "Strand ohne Tabak" aufgestellt, setzt aber auf Freiwilligkeit: "Das ist ein Test. Es gibt kein Verbot", sagte der Bürgermeister. "Wir hoffen, dass die Leute verstehen werden, dass man die Umwelt und seine Nachbarn respektieren muss."

In der Hauptstadt Paris werden derzeit übrigens Nichtraucher-Parks getestet. In sechs öffentlichen Grünanlagen soll dort zunächst für vier Monate nicht geraucht werden. Bußgelder für Raucher sind allerdings nicht vorgesehen. Die großen, auch von vielen Paris-Urlaubern frequentierten Parks wie der Tuileriengarten neben dem Louvre-Museum oder der Jardin du Luxembourg sind nicht betroffen.

Rauchverbot in Italien

Wie in den Nachbarländern gibt es auch in Italien viele rauchfreie Strände vom norditalienischen Ligurien (Sant'Antonio delle Fornaci) bis ins südliche Kalabrien, Praia a Mare. In Bibione an der Adria bescherte das Projekt "Respira il mare", zu Deutsch etwa: "Atme Meeresluft", 2014 dem Land den ersten rauchfreien Strand überhaupt. Ein kommunales Gesetz sieht in dem beliebten Badeort vor, dass auf dem Strandabschnitt zwischen Meer und der ersten Sonnenschirm-Reihe nicht geraucht werden darf. Unter den Sonnenschirmen ist das Qualmen zwar noch erlaubt, Raucher wurden dieses Jahr aber gebeten, auch dort die Finger von ihren Kippen zu lassen.

"Das Gesetz wurde gut aufgenommen. Bis jetzt hat sich niemand beschwert", betont eine Sprecherin des Tourismusbüros in Bibione. Laut italienischen Medien fangen die Bußgelder bei 25 Euro an. Der Bürgermeister von Bibione sagte 2017 der Nachrichtenagentur Ansa: "Alle haben mitgearbeitet, Raucher und Nichtraucher, und bis heute mussten wir nicht eine Strafe verhängen."

Das Wegwerfen von Zigarettenstummeln ist an Stränden in ganz Italien verboten und wird mit Strafen von bis zu 300 Euro geahndet. Daran halten sich allerdings nur die wenigsten, vor allem an den frei zugänglichen Stränden liegen oft haufenweise Kippen zwischen Sand und Steinen.

Quelle: DPA/RTL.de