Neue schwere Unwetter - Meiningen geflutet - Katastrophenalarm in der Eifel

Teils sehr heftige Gewitter

Heftige Gewitter haben auch am Samstag über Teilen Deutschlands getobt. Umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller und Blitzeinschläge hielten die Retter in Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz stundenlang in Atem. Es gab auch Verletzte.

Katastrophenalarm in der Eifel

Über der Eifel tobte sich am Samstagabend ein Unwetter aus. Zeitweise wurde Katastrophenalarm ausgelöst, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Am heftigsten traf es Dudeldorf und Badem (Landkreis Bitburg-Prüm). Mehr als 900 Hilfskräfte waren am Samstagabend und die Nacht über im Einsatz. Innerhalb kurzer Zeit fielen bis zu 120 Liter Regen pro Quadratmeter und ließen mehr als 100 Keller volllaufen. Bäume stürzten um, Gullydeckel wurden hochgedrückt. Durch Dudeldorf wälzte sich eine Flutwelle. Im Ort wurde ein Auto gegen eine Hauswand gedrückt, andere Fahrzeuge liefen voll. Zeitweise fiel in Badem der Strom aus. Zahlreiche Straße mussten wegen Überflutung gesperrt werden. Die Autobahn 60 bei Badem stand ebenfalls unter Wasser und blieb wegen eines Erdrutschs vorübergehend zu.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) machte sich vor Ort ein Bild von der Lage. Sie dankte den Einsatzkräften und verwies auf Nothilfemittel, die in der vergangenen Woche für die Landkreise beschlossen worden seien. Es stehe ein millionenschweres Hilfsvolumen zur Verfügung. "Die anhaltenden Unwetter stellen uns alle vor eine neue Situation und vor große Herausforderungen. Deswegen müssen Hochwasserschutzmaßnahmen weiter konsequent ausgebaut werden", erklärte Dreyer laut einer Mitteilung. Das Radar zeigte für einen Bereich östlich von Bitburg sogar einen Höchstwert von 120 Litern, die in kurzer Zeit pro Quadratmeter fielen.

Keller voll - Bahnhof gesperrt

In Thüringen flutete das Unwetter die Innenstadt von Meiningen. Auch Bäume knickten um. Die Feuerwehr rückte wegen zahlreicher voll gelaufener Keller aus.

Auch Mainz und das Umland bekamen etwas ab. Starkregen und Sturmböen lösten einen Großeinsatz aus. Bis Mitternacht gingen etwa 150 Notrufe bei der Feuerwehr ein. Etliche Keller standen unter Wasser, Blitze schlugen ein. Ein Dachstuhl ging in Flammen auf. Besonders betroffen war der Bereich Bingen.

In Hessen waren besonders die Landkreise Vogelsberg und Fulda betroffen. Auch da spülte es Gullydeckel hoch und Keller liefen voll. In Fulda lief die Bahnhofspassage voll Wasser.

Straßen unpassierbar

09.06.2018, Baden-Württemberg, Heilbronn: Autos fahren nach einem schweren Unwetter über eine überflutete Straße. Foto: Andreas Rosar/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Unwetter in Heilbronn © dpa, Andreas Rosar

Ein Gewitter mit Starkregen tobte außerdem über Heilbronn. „Wir haben mehr als 450 Rettungseinsätze gezählt“, sagte ein Sprecher der Polizei. Viele Straßen waren unpassierbar.

Mit Blitz und Donner zog ein heftiges Gewitter über Schweinfurt. Bäume stürzten um, Straßen standen unter Wasser, Keller wurden geflutet. Zwei Menschen wurden bei dem Unwetter leicht verletzt. Hier verbuchten die Rettungskräfte am Samstagabend mehr als 230 Einsätze.

Die Gewitter über Deutschland halten weiter an. Die aktuellen Unwetterwarnungen finden Sie hier.