Tausende Fadenwürmer auf dem Weg zur ISS

Mit Astronauten-Würmern gegen den Muskelschwund im Weltall

Astronauten-Würmer auf dem Weg zur ISS. Sie sollen bei der Erforschung von Muskelschwund im All helfen.
Mit den Astronauten-Würmern soll der Muskelschwund im All weiter erforscht werden. © wetter.de

Astro-Würmer sollen Muskeln spielen lassen

Um die Auswirkung der Schwerelosigkeit auf unsere Muskeln besser untersuchen zu können, haben Wissenschaftler Tausende Würmer zur Internationalen Raumstation (ISS) geschickt. Die Erkenntnisse sollen nicht nur Astronauten auf zukünftigen Missionen helfen, sondern auch den Menschen auf der Erde.

Lange Aufenthalte im Weltall bisher noch ein Problem

Astronautin Samantha Cristoforetti trainiert auf dem Laufband in der Raumstation, um im All fit zu bleiben.
Astronautin, Samantha Cristoforetti, trainiert auf einem Laufband auf der Internationalen Raumstation. Astronauten haben stundenlanges Training täglich zu absolvieren, um dem Abbau von Muskelmasse entgegenzuwirken. © ESA/NASA

Muskelschwund bei Astronauten ist ein ernstes Thema für Astronauten im All. Aus diesem Grund müssen sie täglich mehrere Stunden Sport treiben. Weltraumbehörden wie die NASA treibt das Problem um. Sollten Raumschiffe auf längere Reisen geschickt werden mit Menschen an Bord, braucht man eine Lösung. Schließlich dauert eine Reise zum Mars wenigstens sieben Monate.

Eine Lösung muss also her, wenn die Eroberung des Weltraums fortschreiten soll. Erkenntnisse erhoffen sich Wissenschaftler nun von einem Fadenwurm. Denn der Astronauten-Wurm hat ähnliche Probleme wie der Mensch in der Schwerelosigkeit. Die Muskeln des etwa 1mm großen Wurmes verändern sich im Weltall auch.

Ein britisches Forscherteam hat nun neben der Ausrüstung und Verpflegung für die ISS Tausende des „Caenorhabditis elegans“ mit der SpaceX-Rakete, Cargo Dragon II, ins All geschossen.

Hoffnung auf Behandlungsmethoden von Muskelerkrankungen

Der Fadenwurm
Der Wurm, Caenorhabditis elegans, ist im Weltall auch vom Muskelschwund betroffen. © deutsche presse agentur

Bereits in der Vergangenheit waren Würmer zur ISS gebracht worden. Mit Würmern und mehr als dreieinhalb Tonnen Nachschub an Bord war schon im Februar der Frachter „Cygnus“ zur Internationalen Raumstation ISS geschickt worden.

Die Forscher hegen die Hoffnung, dass neue Behandlungsmethoden für die Krankheit Muskeldystrophie gefunden werden können. Dabei handelt es sich um eine Erbkrankheit, die zu Muskelschwund führt. Die Mission knüpft an frühere Forschungen im Jahr 2018 an. Dasselbe Team untersuchte seinerzeit, wie sich molekulare Veränderungen im Weltraum auf die Muskeln und den Stoffwechsel auswirken. Bei den aktuellen Untersuchungen sollen die genauen Moleküle identifiziert werden, die diese Probleme verursachen. Es sollen außerdem neue Therapien getestet werden, um den Muskelabbau in der Schwerelosigkeit zu verhindern.

Raumfahrt entwickelt sich rasant

Professorin, Bethan Philips, von der Universität Nottingham in Großbritannien, die an dem Projekt mitarbeitete, ordnete die Mission in einem BBC-Interview ein: „Seit Beginn des Weltraumzeitalters gab es Bedenken, dass die Raumfahrt für Astronauten schädlich sein könnte. Wir freuen uns sehr, dass wir mit dieser jüngsten Mission auf unsere bereits geleistete Arbeit aufbauen können. Nicht nur, um die Ursachen des Muskelschwunds durch Raumfahrt weiter zu erforschen, sondern auch um zu sehen, wie man ihn verhindern kann.“

Bei dem Tempo, wie sich die Raumfahrt derzeit entwickelt, ist das eine wichtige Komponente um bald Menschen interplanetar reisen lassen zu können. Nur so können Ideen, vom Leben auf dem Mars und den Bau einer Mars-Stadt umgesetzt werden.

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(kfb)