Ungewöhnliche Himmelskörper

NASA-Lucy startet zu den Jupiter-Trojaner-Asteroiden

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Die Illustration zeigt die Lucy-Raumsonde bei den Jupiter-Trojaner-Asteroiden. © Southwest Research Institute

Vor- und Nachhut des Planeten Jupiter

Erstmals ist eine NASA-Sonde zu den Jupiter-Trojaner-Asteroiden aufgebrochen. Die Jupiter-Trojaner-Asteroiden sind Himmelskörper, die auf der gleichen Bahn um die Sonne wandern wie der Gasriese selbst. Es ist die erste Weltraum-Mission, die die ungewöhnlichen Asteroiden untersucht. Forscher erhoffen sich Erkenntnisse über die Entstehung der Planeten.

Acht Asteroiden sollen untersucht werden

HANDOUT - 29.09.2021, ---: Diese künstlerische Darstellung zeigt Jupiter-Trojaner, basierend auf Daten einer Studie des Wide-field Infrared Explorer (WISE) der NASA aus dem Jahr 2012. Die sogenannten Jupiter-Trojaner sind Asteroiden, die die Sonne au
Die Lucy-Mission ist auf zwölf Jahre angelegt. © dpa, -, vco

Der Raketenstart der Lucy-Mission ist am Samstag, 16. Oktober, vorgesehen. Zwölf Jahre haben die NASA-Wissenschaftler für die Mission vorgesehen und versprechen sich dadurch einzigartige Einblicke in die Entstehung der Planeten und des Sonnensystems. Die Jupiter-Trojaner seien „die Fossile der Formierung der Planeten, wie NASA-Wissenschaftler Hal Levison sagte.

Das Besondere an den Asteroiden ist, dass sie dem Riesenplaneten auf der selben Umlaufbahn folgen, beziehungsweise vorauseilen. Ein Schwarm eilt dem Jupiter voraus, ein anderer folgt ihm hinterher. Auch bei anderen Planeten wurden bereits Trojaner-Asteroiden gefunden. Die Lucy-Mission ist so angelegt, dass sieben dieser Asteroiden innerhalb der nächsten zwölf Jahre untersucht werden sollen. Namen haben die Asteroiden auch: Eurybates, Queta, Polymele, Leucus, Orus, Patroclus und Menoetius. Ein achter Asteroid im Jupiter-Hauptgürtel soll auch angeflogen werden.

Dreiwöchiges Zeitfenster für den Raketenstart

Der erste Asteroiden-Vorbeiflug ist für das Jahr 2025 geplant, die anderen sollen zwischen 2027 und 2033 untersucht werden. „Mit Lucy fliegen wir mit einem einzigen Raumschiff zu acht noch nie zuvor untersuchten Asteroiden in zwölf Jahren“, erläutert NASA-Wissenschaftler Tom Statler die Mission. „Das bietet uns eine fantastische Möglichkeit zu Entdeckungen, während wir in die tiefe Vergangenheit unseres Sonnensystems blicken.“

Um genügend Geschwindigkeit während der Reise zu erreichen wird Lucys Weg dreimal zur Erde zurückführen. Bei einem Swing-By-Manöver soll die 14 Meter lange Raumsonde dabei die Schwerkraft nutzen, um an Fahrt aufzunehmen. Verzögerungen wären bei dieser Mission fatal, da es ab dem 16. Oktober ein dreiwöchiges Zeitfenster gibt, zu der die Raumsonde starten kann, ohne die Asteroiden auf ihrer komplexen Flugbahn zu verpassen.

Griechischer Heldenepos als Namensgeber für die Asteroiden

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Die sieben Trojaner-Asteroiden, die Lucy besuchen soll, sind nach Helden aus dem griechischen Epos Kampf um Troja benannt. © NASA's Goddard Space Flight Center Conceptual Image Lab

Die einzigartige Flugbahn kann nicht einfach wiederholt werden, wenn Lucy ihr Startfenster verpasst. „Eine Flugbahn zu finden, die es uns tatsächlich ermöglicht, all diese Objekte zu besuchen, war eine echte Herausforderung“, sagte Hal Levison, leitender Forscher der Mission vom Southwest Research Institute. „Diese Flugbahn wird in naher Zukunft nicht mehr möglich sein."

Entdeckt hatte übrigens ein deutscher Astronom die Jupiter-Trojaner-Asteroiden. Am 22. Februar 1906 entdeckte er die auf ungewöhnlichen Bahnen laufenden Himmelskörper. Benannt sind sie nach Protagonisten griechischen Heldenepos rund um den Kampf um Troja.

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(kfb)