Warum Beton voll von gestern ist

Ökologisches Bauen mit Jute, Wolle und Co.

von Bernd Fuchs und Letizia Vecchio

Wer durch deutsche Großstädte läuft, sieht vor allem eines: Häuser aus Beton, soweit das Auge reicht. Schon seit Langem wird der Rohstoff als Basis für Gebäude aller Art genutzt. Warum das aber in Zeiten der Klimakrise die schlechteste Lösung von allen ist und welche tollen und innovativen Alternativen es gibt, erklären wir hier.

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CO2-Bilanz zum Betonklötze staunen

Facade of a house under construction. ?odern building industry. Sale and rental of real estate.
Beton-Wüste Deutschland? Abgesehen von der Klimaschädlichkeit kann Beton auch richtig hässlich aussehen.

Hätten Sie’s gewusst? Zur Herstellung von einer Tonne Zement werden 600 Kilogramm CO2 ausgestoßen! Denn Zement besteht eigentlich aus Kalzium- und einem Karbonat-Ion. Damit daraus am Ende Zement wird, werden die Stoffe erhitzt, bei der chemischen Reaktion wird das in den Stoffen gespeicherte CO2 aus dem Kalkstein gelöst und gelangt damit in die Atmosphäre. Auch das Erhitzen an sich fordert seinen Energie-Tribut: Allein auf 1.450 Grad muss so ein Ofen geheizt werden, damit die Produktion überhaupt gelingt.

Wer’s genau wissen will: Beton als Klimakiller – Wie sich die Zementproduktion auf die Klimakrise auswirkt

Die Dämmung: Das A & O für ökologisches Bauen

ARCHIV - 22.03.2022, Niedersachsen, Emden: Lämmer stehen und liegen in der Sonne auf dem Deich. Schaf- und Ziegenhalter haben in Niedersachsen im vergangenen Jahr vom Land rund 2,3 Millionen Euro Förderung für die Beweidung von Flächen erhalten. (zu
Die Wolle unser felligen Freunde ist ein super Dämmstoff.

Klar, ein Haus an sich besteht nicht nur aus der Dämmung. Dennoch ist diese in Zeiten der Energiekrise wieder zum richtigen heißen Thema avanciert: Denn mit der richtigen Gebäudedämmung lässt sich einiges an Heizkosten sparen, wenn die Wärme innerhalb der eigenen vier Wände bleibt. Aber auch im Sommer profitiert von einer guten Dämmung, da das Haus sich nicht so leicht von außen aufheizt.

Im Öko-Bau gibt es mittlerweile zig Materialien, die nachhaltiger sind als ihre herkömmlichen Konkurrenten. Holzfasern, Hanf, Jute, Schafwolle, aber auch Schilf. Je nach Anforderung bieten sich andere Materialien an. So ist die Schafwolle beispielsweise besonders Schimmel- und schädlingsresistent und sogar luftreinigend. Hanf und Jute dagegen haben bereits im Anbau mehr CO2 gebunden, als ein Wald. Die Holzfaser dagegen bietet einen überdurchschnittlich guten Hitzeschutz.

Die Fassade: Lehm oder Holz

Symbolbild: Holzhaus im Wald
Super ökologisch und super gemütlich: Ein Holzhäuschen, am besten noch im Wald

Damit wären wir beim eigentlichen Thema, denn eine Alternative zu Beton muss her. Ein Baustoff, der schon seit Jahrhunderten genutzt wird, ist Lehm. Der besteht aus Ton, Schluff (feinster Sand) und Sand, sowie Kies oder Steinen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es handelt sich um einen Stoff, der eigentlich überall vorkommt und keine energieaufwendige Produktion verlangt. Außerdem ist er gesundheitlich unbedenklich und recyclingfähig. Aber auch Holz liegt voll im Trend. Denn Holz ist ein natürlich nachwachsender Rohstoff und speichert jede Menge CO2 (solange es nicht verbrannt wird!). Zudem schafft es ein tolles Raumklima und leitet Wärme sehr schlecht nach außen oder innen – stellt also eine super Dämmung dar.

Lesetipp: Noch mehr Infos zu Lehm und Holz als Baumaterial

Dach- und Fassadenbegrünung: Nicht nur gut für's Mikroklima

Natürlich darf beim nachhaltigen Bauen auch die Fassade nicht vergessen werden, denn auch hier kann man noch einiges rausholen in Sachen CO2 Bilanz. Entscheidend für eine Dachbegrünung ist die Dachneigung – am besten eignen sich Dächer, die zwischen 5 und 15 Grad geneigt sind, da dann die Erde inklusive der Pflanzen den besten Halt haben. Das Tolle an der Begrünung: Sie schaffen nicht nur ein wertvolles Mikroklima, sondern auch ein kleines Biotop für Tiere und Insekten. Außerdem bieten die Pflanzen eine gute Isolationsschicht. Das Gleiche gilt übrigens für die Begrünung Ihrer Fassade. Dabei muss es nicht immer das typische Effeu sein. Auch andere Pflanzen wie beispielsweise Wein oder Clematis machen sich gut an der Hauswand.

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(bfu, eve)