Wie viele Menschen sind wirklich gestorben?

Nach Unwettern in Frankreich: Leichen in italienischem Fluss angeschwemmt

Eine Tragödie in den sonnenverwöhnten Seealpen

Das Unwetter liegt schon Tage zurück, aber die Wunden sind tief und sie werden täglich wieder neu aufgerissen. Nach den unfassbaren Regenfällen in Südfrankreich und im Westen Italiens, bei denen sogar Brücken wie im Video zu sehen einfach weggespült wurden, wurden nun Leichen in einem Fluss in Ligurien (Italien) angespült. Die Opfer sind wahrscheinlich Franzosen. Ihre Identifikation ist schwierig.

Solche Bilder sind schwer zu ertragen

Es sind traurige und schwer zu fassende Bilder: Zehn Leichen wurden in Ligurien im Meer und an einem Fluss angespült. Viele davon könnten aus Frankreich stammen. Entweder seien sie Vermisste des aktuellen Unwetters oder Friedhofsleichen, die schon 2019 bei einer früheren Überschwemmung vom Wasser fortgetragen worden waren. Einer der Toten war schon am Dienstag als ein Vermisster aus den italienischen Alpen identifiziert worden.

Es ist für die Menschen in den sonnenverwöhnten Seealpen schwer, wieder in ihren Alltag zurückzukehren. „Ich möchte, dass das Leben weitergeht und dass die Menschen in ihren Dörfern bleiben können“, erklärte Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi. Tonnen von Abfall, Plastik und Holz seien weggespült worden, die nun langsam an der Küste ankämen. 

Ein grausiges Bild der Zerstörung hinterließ Sturm Alex in Südfrankreich.
Ein grausiges Bild der Zerstörung hinterließ Sturm Alex in Südfrankreich. © REUTERS, ERIC GAILLARD, EG/SAA/

Auch Feuerwehrleute sind unter den Vermissten

Am Mittwoch war auch Staatspräsident Emmanuel Macron in die Gegend gereist. „Wir waren über 48 Stunden hinweg wirklich in bitterer Not“, sagte der Bürgermeister des Ortes Tende, Jean-Pierre Vassallo, dem Staatsoberhaupt. Es sei keine Kommunikation mit der Außenwelt möglich gewesen, „in unserem Zeitalter erscheint das unmöglich“, fuhr Vassallo fort.

Wassermassen waren am vergangenen Freitag in der Region nahe der Grenze zu Italien niedergegangen. Straßen wurden weggerissen, Häuser zerstört und Brücken unbrauchbar. Rund 55 Gemeinden der Region sind nach Regierungsangaben betroffen. „Es gab Tote, mehrere Menschen, darunter Feuerwehrleute, werden vermisst, und Hunderte Einwohner wurden in Sicherheit gebracht“, resümierte Regierungssprecher Gabriel Attal in Paris. Der konservative Abgeordnete Éric Ciotti schätzt den Schaden auf mindestens 1,5 Milliarden Euro.

Ganze Straßenzüge sind nun unbewohnbar.
Ganze Straßenzüge sind nun unbewohnbar. © REUTERS, ERIC GAILLARD, EG/SAA/

Weiter viele Vermisste

Macron sagte im Krisengebiet, fünf Menschen seien gestorben, bisher hatten die Behörden von vier Toten gesprochen. Sieben weitere Menschen werden vermisst; von 13 Menschen gibt es keine Nachrichten, sie könnten also vermisst sein. Die Opferbilanz wiege schwer, sagte Macron.

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