Winterchaos im Südwesten

Nach starkem Schneefall: Frau von umstürzendem Baum getötet

03.01.2021, Hessen, Schmitten: Ein von der Schneelast umgestürzter Baum liegt auf der zugeschneiten und für den Verkehr gesperrten Zufahrtsstraße zum Großen Feldberg im Taunus. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Symbolfoto (Archiv). © dpa, Frank Rumpenhorst, fru htf

Polizei warnt vor Gefahr durch umstürzende Bäume

Tragisches Unglück beim Gassigehen: Eine 72-jährige Frau ist in Wittlingen bei Lörrach von einem Baum erschlagen worden. Starke Schneefälle haben in der Region um Freiburg in der Nacht für chaotische Verhältnisse gesorgt. Straßen wurden gesperrt, Bäume stürzten auf Fahrbahnen und Autos blieben stecken. Die Gefahr von Schneebruch, Lawinen und spiegelglatten Straßen besteht nach dem Schneechaos im Südwesten Deutschlands weiterhin.

Frau lebte noch, als ihr Sohn sie im Wald fand

15.01.2021, Baden-Württemberg, Ravensburg: Ein umgestürzter Baum blockiert den Zufahrtsweg zur Veitsburg (Aufnahme mit Drohne). Vielerorts kam es in Oberschwaben zu Schneebruch. Foto: Felix Kästle/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Schneebruch in Oberschwaben © dpa, Felix Kästle, lix abl

Bei Wittlingen, einem kleinen Dorf mit knapp 1.000 Einwohnern im Landkreis Lörrach, wurde eine Fußgängerin von einem umstürzenden Baum getroffen, der vermutlich unter der Schneelast zusammenbrach. Die Frau starb kurze Zeit später an ihren Verletzungen im Krankenhaus. Die 72-Jährige war mit ihrem Hund spazieren, als der Baum sie traf. Ihr Sohn fand sie in einem Wald. Die stark unterkühlte Frau konnte zunächst von Polizisten reanimiert werden, starb jedoch später im Krankenhaus.

LKW-Fahrer mussten in ihren Fahrzeugen übernachten

 220114 Schnee. Schneechaos im Erzgebirge und weite Teile Sachsens. Seit den Nachtstunden geht auf den Autobahnen A 4 und A 17 in Sachsen so gut wie gar nichts mehr. Intensive Schneefälle, Schneeverwehungen haben den Verkehr teilweise zum Erliegen ge
Viele Lastwagenfahrer kamen nicht weiter. © imago images/Bernd März, Bernd März via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Auf der Bundesstraße 317 mussten Dutzende Lastwagenfahrer im Bereich Stühlingen die Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen – Die Straßen konnten nicht mehr ausreichend von den Schneemassen befreit werden. Es staute sich teilweise bereits im Schwarzwald-Baar-Kreis und setzte sich bis in den Landkreis Waldshut fort.

Auch im Saarland gab es zahlreiche Verkehrsunfälle. Mehr als 20 witterungsbedingte Unfälle habe es von Donnerstagabend bis zum frühen Freitagmorgen gegeben, sagte ein Sprecher der Polizei. Es sei bei Blechschäden geblieben. Verletzte gab es demnach nicht.

Es besteht Lebensgefahr

 Foto Manuel Geisser 14.01.2021 Birmenstorf AG : Räumungsfahrzeug auf der Autobahn höhe Birmenstorf AG Richtung Bern . Schnee und matsch auf der Autobahn *** Photo Manuel Geisser 14 01 2021 Birmenstorf AG Clearing vehicle on the motorway near Birmens
Räum- und Abschleppdienste machen vielerorts die Straßen wieder passierbar. © imago images/Geisser, MANUEL GEISSER via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Die Polizei warnt eindringlich vor der Gefahr, die von den Schneemassen ausgeht. Zwar entspannt sich die Lage momentan leicht, da die starken Schneefälle nachgelassen haben und die Räum- und Abschleppdienste die Straßen wieder passierbar machen.Dennoch besteht auch weiterhin erhöhte Schneebruchgefahr. Insbesondere im Landkreis Sigmaringen kam es bereits am Abend und in der Nacht vermehrt auch zu Straßensperrungen durch unter Schneelast brechende Bäume und größere Äste. Wir raten dringend Waldgebiete zu meiden. Viele Bäume drohen unter der Last zu brechen und stellen eine tödliche Gefahr dar.

Was macht das Wetter und wo muss man aufpassen?

Nach den bereits gestern recht ordentlichen Schneemengen, sind bis heute früh zwischen Oberrhein, Bodensee, Schwarzwald, Alb und Allgäu nochmal 20 bis 60 Zentimeter gefallen, in den Schweizer Alpen bis zu einem Meter – sodass sich vor allem in tieferen Lagen teilweise außergewöhnliche Schneemengen angesammelt haben: Oberrhein um 20 Zentimeter, Hochrhein um 40, direkt am Bodensee 30 bis 50 Zentimeter (auch Zürich mehr als 30 cm), Immenstadt 90, Balderschwang und Hochlagen im Schwarzwald über 1 Meter.

Vor allem rund um den Bodensee erreichen die Schneemengen Werte, die dort nur alle 10 bis 20 Jahre vorkommen. Inzwischen hat der Schneefall überall nachgelassen und hört gegen Mittag dann ganz auf. Was bleibt sind die Gefahren auch in den dichter besiedelten Gebieten: Schneebruch, Dachlawinen und in den Bergen natürlich Lawinengefahr – selbst rund um den Feldberg besteht große Lawinengefahr, in den Alpen teilweise noch Stufe 4 von 5 – also ebenfalls groß. (mit dpa)