Nach Regen im Osten vorerst keine Waldbrandgefahr mehr - andere Regionen so trocken wie nie

In vielen Teilen Deutschlands hat es nach wochenlanger Trockenheit endlich wieder geregnet. Und im Osten regnet es auch noch ein bisschen weiter. Damit ist immerhin die enorme Waldbrandgefahr im Norden und Osten bis auf Weiteres gebannt. Aber kann der Regen noch die Ernte retten? Und was ist mit den Regionen, die nur ein paar Tropfen Wasser abbekommen haben?  

Hier Trockenheit - da unwetterartige Niederschläge

"Es hilft niemandem, wenn jetzt drei Tassen Wasser fallen", hatte der Sprecher der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Walter Hollweg, gesagt. Benötigt werde ein gleichmäßiger Landregen. Den hat es aber nicht wirklich gegeben.

Immerhin waren die Regenmengen vorzeigbar. So fielen in Passow in Brandenburg 76,3 Liter auf den Quadratmeter in 24 Stunden. Auch in Berlin plätscherte es ordentlich. Aber sonst? Sonst sind die Böden in vielen Regionen des Landes total vertrocknet und die Ernte ist in Gefahr. 

Der Kreis Wesel, das nordwestliche Ruhrgebiet, der Kreis Kleve und Bocholt bekamen so wenig Regen ab wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Am wenigsten Regen fiel im Dorf Selfkant-Havert nahe der niederländischen Grenze mit knapp sechs Litern pro Quadratmeter, gefolgt von der Gemeinde Alpen am Niederrhein mit rund 6,5 Litern. Anderswo hat es innerhalb von ein bis zwei Stunden so viel geregnet wie sonst in einem ganzen Monat. Besonders schlimm traf es Langenfeld (Kreis Mettmann) mit fast 130 Litern pro Quadratmeter, gefolgt von Wermelskirchen (120 Liter) oder Leverkusen (112 Liter). Durchschnittlich sind rund 80 Liter pro Quadratmeter normal im Juni. Im landesweiten Durchschnitt fielen im Juni 2018 knapp 50 Liter pro Quadratmeter.

Trockenheit setzt Bäume unter Stress

Erfurt OT Frienstedt , 070718 , Landwirtschaft , Gerstenernte beginnt früher als gewöhnlich Im Bild: Ein Gerstenfeld bei Erfurt wird von einem Mähdrescher New Holland CR10.90 gedroschen, Nach wochenlanger Trockenheit ziehen zur Ernte dunkle Wolken au
Die Gerstenernte beginnt so früh wie selten. © imago/Steve Bauerschmidt, Steve Bauerschmidt, imago stock&people

Die unwetterartigen Niederschläge helfen weder den Bauern noch den Pflanzen. Denn das Wasser fließt schnell ab, kann durch das vertrocknete Erdreich gar nicht zu den Wurzeln gelangen. Viele Bäume werfen durch die Wasserarmut bereits ihre Blätter ab, gerade in den Städten zollen sie dem Wetter Tribut. "Bevor der ganze Baum stirbt, wirft er Blätter ab. Das ist ein Schutz vor dem Verdursten", sagte Birgit Königs, Sprecherin des Naturschutzbundes NABU.  

Vor allem Buchen oder Birken tun sich mit der anhaltenden Trockenheit schwer. Wenn sich solch eine Dürre über mehrere Sommer fortsetzen würde, kann dies laut Königs zum Absterben eines Baumes führen. Wasser sei insbesondere für junge Bäume wichtig, die noch nicht so tiefe Wurzeln haben. Städte und Kommunen rufen immer wieder dazu auf, Bäume zu bewässern.