Nach Herbststurm 'Xavier': Das große Aufräumen geht weiter

Spuren des Orkans noch sichtbar
Auch Tage nach dem Herbststurm 'Xavier' sind am 08.10.2017 in Berlin Spuren des Unwetters zu sehen. © dpa, Paul Zinken, pdz tba

Probleme im Bahnverkehr werden langsam weniger

'Xavier' kam schnell und heftig. Die Beseitigung der Sturmschäden läuft hingegen schleppend.

Pendlerstrecke Berlin-Hamburg einseitig befahrbar

Nach dem zerstörerischen Sturmtief 'Xavier' mit mindestens sieben Toten hat sich die Lage im Norden und Osten Deutschlands etwas entspannt - die Folgen sind aber noch deutlich spürbar. Vier Tage nach Sturmtief 'Xavier' ist die Zugstrecke Hamburg-Berlin wieder einseitig befahrbar. Der erste ICE Richtung Hauptstadt sei um 5.12 Uhr in Hamburg-Altona "ganz planmäßig auf die Gleise gegangen", sagte ein Sprecher der Bahn. In die entgegengesetzte Richtung - von Berlin nach Hamburg - fahren die Züge demnach noch mit Umweg über Stendal und Uelzen. Das bedeute eine Stunde extra Fahrtzeit.

Auf der Verbindung Hannover-Magdeburg fahren die Züge dem Sprecher zufolge wieder nach Plan. Die Sperrung der Route Osnabrück-Hamburg dauere voraussichtlich bis Dienstag. "Das kann sich aber im Laufe des Tages noch zum Positiven wenden", erklärte der Sprecher.

Berliner Feuerwehr hebt den Ausnahmezustand auf

Im Nahverkehr sei ein Großteil der Strecken wieder befahrbar. An den Bahnhöfen habe sich die Situation ebenfalls deutlich entspannt. Die Fahrgäste informierten sich in der Regel gut vor Reisebeginn. Nach knapp 70 Stunden hob die Berliner Feuerwehr den wegen 'Xavier' ausgerufenen Ausnahmezustand auf. "Es ist geschafft!!! Um 13.22 Uhr konnte der Ausnahmezustand Wetter beendet werden", hieß es am Sonntagnachmittag via Twitter.

Mehr als 3.000 Einsätze hätten die Kräfte von Berufsfeuerwehr, Freiwilliger Feuerwehr und Technischem Hilfswerk abgearbeitet. Dank ging an die Berliner für ihre Geduld, vor allem aber an die eingesetzten Kollegen: "Ihr habt in den letzten knapp 70 Stunden Großartiges geleistet." 

Video: Was passiert bei Tempo 170 km/h im Windkanal?

Spitzenböen von 178 km/h

'Xavier' brachte vielerorts Orkanböen der Stärke 12 (>117 km/h): In Berlin-Wannsee wurde die stärkste Orkanböe im Flachland mit 137 km/h gemessen.In Ebersbach und Dessau wurden 131 km/h, in Berge-Havelland 122 km/h, in Nauen und Berlin-Schönefeld wurden 119 km/h gemessen. Auf dem Fichtelberg wurden 135 km/h gemessen, am Braunschweiger Flughafen und in Holzdorf wurden 122 km/h, an der Messe Hannover 119 km/h gemessen. Um 14.00 Uhr wurde auf dem Brocken im Harz mit 178 km/h die Top-Geschwindigkeit ermittelt.