Nach der Dürre - Wie geht es den Weihnachtsbäumen?

Wer auf die Umwelt achten möchte, schlägt seinen Weihnachtsbaum am besten selbst in einer örtlichen Plantage oder bei einem Waldbetrieb. Foto: Rolf Vennenbernd
Wie steht es nach der Dürre um unsere Weihnachtsbäume? © DPA

Zwei Jahre Trockenheit in Folge - werden die Bäume wegen der Dürre teurer?

In den Wäldern starben die Fichten zu Hunderttausenden, der zweite zu trockene Sommer und die Hitze setzten den Bäumen doch arg zu. Da drängt sich die Frage auf: Wie haben eigentlich unsere Weihnachtsbäume den Hitze-Sommer verkraftet? Konnten die Besitzer der Schonungen die Bäume retten oder gab es auch da große Verluste bei den Fichten und Tannen, die es ja lieber nordisch kühl mögen?

Wir dürfen an dieser Stelle leichte Entwarnung geben. Die Preise für die 23 bis 26 Millionen Weihnachtsbäume werden in diesem Jahr tendenziell gleich bleiben oder nur leicht steigen. Bei der nicht nadelnden Nordmanntanne können 50 Cent bis zu einem Euro pro Meter mehr anfallen. Jeder Meter wird im Durchschnitt 18 bis 24 Euro kosten.

Schon 2018 hat es angesichts der anhaltenden Trockenheit große Befürchtungen gegeben, aber: "Der Baum ist früher in Winterruhe gegangen", so der Vorsitzende des Fachbereichs im NRW-Landesverband Gartenbau, Eberhard Hennecke. Das werde voraussichtlich auch dieses Jahr so sein. Die Nadelbäume fahren dann ihren Kreislauf - "Saftstrom" - herunter. Mit dem gefürchteten Borkenkäfer gebe es ebenfalls wenig Ärger. "Der geht nicht an die Weihnachtsbaumkulturen ran."

Gibt es in diesem Jahr weniger Bäume als sonst?

Nein. Die Ausfälle betreffen vor allem die dies- und letztjährigen Neuanpflanzungen, die aber erst in den kommenden Jahren verkauft werden. Ein Baum kann schon etwa zehn Jahre alt sein, wenn er geschlagen wird. Da die Trockenheit in einigen Regionen wesentlich schlimmer, in anderen Regionen eher geringer war, sind auch die Schäden regional sehr verschieden.

Mehr Informationen zum Thema Trockenheit finden Sie in der Dokumentation Wüstenstaat Deutschland bei TV-NOW

Ist die Qualität der Weihnachtsbäume durch die Trockenheit beeinträchtigt?

Nein, die Bäume haben sich einfach nur angepasst. Die Trockenheit hat bei unseren Weihnachtsbäumen oft zu helleren Farben geführt. Außerdem haben viele Bäume die älteren, inneren Nadeln abgeworfen, um ihre Verdunstung zu verringern.

Darauf sollten Sie beim Weihnachtsbaum-Kauf achten

Halten die Tannenbäume genauso lang wie sonst auch?

Aufgrund der Trockenheit haben die Bäume weniger Wasser gespeichert. Das könnte im Wohnzimmer zum rieselnden Tannenbaum führen. Das oberste Gebot ist daher: Wässern, wässern, wässern. Zwischen 1,5 bis 2 Liter Wasser brauchen Tannenbäume pro Tag. Auch eine tägliche Dusche mit der Sprühflasche kann laut Experten helfen.

Weihnachtsbaum-Irrsinn: Bei uns gibt's vier verschiedene Steuersätze für Tannenbäume

Bei der Klimadiskussion derzeit - ist es überhaupt noch ok, einen Weihnachtsbaum zu kaufen?

In den acht bis zehn Lebensjahren eines Weihnachtsbaumes entzieht der Baum der Atmosphäre beim Wachsen durchgehend CO2 - und produziert gleichzeitig Sauerstoff. Die Herstellung eines Christbaumes läuft somit nahezu CO2-neutral.

Kauft man einen regionalen Baum, macht auch der Transport den ökologischen Fußabdruck nicht fett. Perfekt ist natürlich ein Weihnachtsbaum mit einem Siegel wie Bioland, FSC, PEFC oder Naturland – so kann man sicher sein, dass er ohne Unkrautvernichtungsmittel gewachsen ist.

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Spannende Fakten zum deutschen Weihnachtsbaum


  • Jeder fünfte Weihnachtsbaum ist laut Waldbesitzerverband aus Plastik.
  • Kleine Bäume (1,50 bis 1,75 Meter) sind zunehmend gefragt.
  • Dem Verband "Natürlicher Weihnachtsbaum" zufolge stammen rund 90 Prozent aus heimischem Anbau. Nur etwa zehn Prozent der Bäume wird importiert, vor allem aus Dänemark.
  • Regionalität wird groß geschrieben. 30 Prozent der Bäume werden tatsächlich direkt beim Bauern um die Ecke, 30 Prozent beim Straßenhandel und der Rest in Baumärkten oder Gartenmärkten gekauft. 
  • Ein Drittel aller Weihnachtsbäume bundesweit kommt aus dem Sauerland.
  • Auch Online-Händler bieten inzwischen Weihnachtsbäume an. 
  • Am beliebtesten ist die Nordmanntanne, die mittlerweile rund drei Viertel aller Weihnachtsbäume ausmacht.

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