Nach dem Unwetter: Das Aufräumen dauert an - Rhein führt Hochwasser

In Stromberg sind mehr Häuser überflutet als bislang angenommen

Unwetter mit Starkregen und Sturmböen haben in Deutschland vielerorts schwere Schäden angerichtet. In der Gemeinde Stromberg im Hunsrück kam es zu heftigen Überschwemmungen. Ein Regionalzug ist in Rheinland-Pfalz wegen einer Gerölllawine infolge des Starkregens nahe Bacharach entgleist. Festivals wurden abgebrochen, nachdem sich zahlreiche Besucher verletzt haben. Die Schifffahrt auf dem Rhein ist bei Karlsruhe wegen der Unwetterfolgen erneut gestoppt worden. Der Pegelstand überschritt in der Nacht zum Sonntag die Grenzmarke von 7,50 Metern, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Der Rhein wird voraussichtlich am Montagmittag wieder freigegeben.

Inzwischen steht fest, dass in Stromberg nicht nur 60, sondern 100 Häuser überflutet worden sind. Mehrere Häuser sind vom Einsturz bedroht. Dort hatte sich am Freitag der Welschbach in einen reißenden Fluss verwandelt. Als er über die Ufer trat, stand das Wasser stellenweise zwei Meter hoch. Verletzt wurde niemand.

Heftiger Regen verscheucht Musikfans

Auch Baden-Württemberg hat es heftig getroffen. Beim 'Southside Festival' mit Zehntausenden Musikfans gab es am Freitagabend 25 Verletzte. Die Feiernden flüchteten vor Blitz, Donner und Starkregen. Die Veranstaltung wurde daraufhin abgesagt.

Auch das 'Hurricane'-Festival im niedersächsischen Scheeßel ging ohne ein einziges Konzert zu Ende. Nach mehreren Unwettern vom Anreisetag Donnerstag an hatten heftige Regengüsse Festival- und Camping-Gelände unter Wasser gesetzt. Nachdem der Beginn des Programms am Samstag mehrmals verschoben worden war, sagten die Veranstalter die Konzerte für Samstag am Abend komplett ab.

Die Karl-May-Spiele von Bad Segeberg hielten bis zur Pause durch - danach war Schluss. Wegen des starken Regens war ein Weiterspielen in dem Freilichttheater unmöglich, wie die Veranstalter am Samstagabend entschieden.