Mysteriöses Robbensterben am Baikalsee - über 140 tote Tiere angespült

Am Baikalsee sind mehr als 140 tote Baikalrobben angeschwemmt worden, Experten suchten nach der Ursache des Massensterbens.
Eine tote Baikalrobbe liegt am 29.10.2017 am Strand des Baikalsees in Sibirien (Russland). © dpa, Oleg Machullskiy, AZ wal hpl

Vor allem trächtige Weibchen sind vom Robbensterben betroffen

Die Baikalrobbe ist eine ganz spezielle Robbenart: Sie hat besonders große Augen, ist insgesamt kleiner als andere Robben und vor allem lebt sie im Süßwasser - im Baikalsee. Nun ist dort ein mysteriöses Massensterben ausgebrochen. Mehr als 140 tote Tiere wurden in den letzten Tagen angeschwemmt. "Alle gefundenen Kadaver sind von erwachsenen und kräftigen Tieren, 80 Prozent von ihnen sind trächtige Weibchen", hieß es.

Warum hatten die Robben im Baikalsee nicht gefressen?

Vermutlich sind die Tiere an Herzstillstand gestorben. Krankheitserreger wie Viren wurden allerdings nicht gefunden. Auffällig war, dass der Magen-Darm-Trakt vieler untersuchter Robben leer war. Sie könnten an Unterernährung gestorben sein. Deshalb rückt die Nahrungsqualität in den Fokus der Forscher. Immer wieder gibt es Berichte über die Verschmutzung des Sees durch die Industrie.

Hinweise auf eine Krankheit, die für Menschen und Tiere bedrohlich sein könnte, gibt es im Moment nicht. Aber die Behörden wollen kein Risiko eingehen. "Fell und Fleisch der toten Robben dürfen nicht für den Hausgebrauch verwendet werden", warnte die Staatsanwaltschaft. Zuvor war berichtet worden, dass Anwohner das Fleisch an Hunde verfüttert hätten und Fett und Fell der Tiere nutzen wollten.

In den 80er-Jahren starben 7.500 Robben an einer Viruserkrankung

Schätzungen zufolge gibt es rund 128.000 Baikalrobben. Sie gelten nicht als besonders gefährdet. Seit 1980 ist der Fang aber streng reglementiert. Ende der 80er-Jahre starben rund 7.500 Baikalrobben an der Staupe, einer Viruserkrankung, die vor allem von Hunden übertragen wird.