Erst Spanien-Hitze, dann Sahara-Heißluft

Hitze-Doppelschlag trifft Deutschland: Wackelt die 40 Grad-Marke?

Sahara-Hitze lässt die Wärmebelastung rasch ansteigen

Wer kann, der sollte die Zeit bis zum Beginn der Hitzewelle noch zum Lüften nutzen. Denn hinter der Kaltfront von Tief ROBERT hat sich ein vorerst letztes Mal frischere Luft ausgedehnt. Das ändert sich am Mittwoch, wenn uns die spanische Hitze erreicht. Direkt gefolgt von Saharaluft. Ein doppelter Hitze-Schlag, der es in sich hat. Zuletzt wackelte den Prognosen nach sogar die 40 Grad-Marke. Den Blick für die aktuellen Wetterkarten hat heute für uns RTL-Meteorologe Christian Häckl.

Oben im Video: Der Hitzehammer ist auf dem Weg nach Deutschland.

Hitze im Doppelpack - Der Juni 2021 will es jetzt extrem

Christian Häckl: „Es hätte gerne beim schönen, sonnigen, angenehm warmen Juni bleiben können, wird es aber nicht! Ungewöhnlich früh baut sich jetzt die erste große Hitzewelle des Sommers 2021 auf, die uns mit wahrscheinlich zwei Hitzespitzen trifft. Von Mittwoch bis Samstag von West nach Ost und dann nochmal am Sonntag und Montag. Dann vor allem im Süden und Südosten.”

RTL-Meteorologe Christian Häckl zur Hitzewelle in Deutschland

Das Bild zeigt den RTL-Meteorologen Christian Häckl
RTL-Meteorologe Christian Häckl © TVNOW / Stefan Gregorowius

Wie kommt die Hitze zu uns nach Deutschland?

„Die Wetterlage kommt vielen unter uns nach drei Hitze- und Dürresommern sicherlich schon bekannt vor: Ein Tief über dem Ostatlantik schafft es nicht, bis zu uns nach Mitteleuropa vorzudringen, sondern bekommt schon vor Westeuropa einen Schwächeanfall und teilt sich. Ein Teil zieht nach Nordskandinavien, ein zweiter „tropft” Richtung Spanien und Portugal ab. Uns dient dieses kleine Tief über Südwesteuropa als Hitzepumpe, das einen extravaganten Luftmassen-Mix nach Deutschland führt.“, erklärt der RTL-Meteorologe.

Prognose der Hitzebelastung am Donnerstag

Die Graphik zeigt die Vorhersage der Hitzebelastung am Donnerstag. Besonders heftig ist es im Westen und im Norden Deutschlands.
Die Hitzebelastung am Donnerstag, 17.06.2021 (Stand der Prognose 15.06.2021) © wetter.de

Was macht diesen Mix aus und was bedeutet das für uns?

„Hierbei wird sehr heiße Luft aus der Westsahara übers westliche Mittelmeer (sehr schwül und feucht) via Südfrankreich (trocken) und Westalpen (Föhn) zu uns geschickt. Dabei liegen die Hitzespitzen am Mittwoch am Oberrhein bei 34 Grad. Donnerstag dann in gesamten Westhälfte bis rauf nach Hamburg im Bereich 36, 37 Grad. Am Freitag und Samstag liegt der Hitzeschwerpunkt im Osten mit 35 bis 37 Grad. Sonntag immer noch verbreitet 30 bis 35 und am Montag wahrscheinlich nochmal eine Spitze um 35, ehe Unwetter dann Abkühlung bringen dürften”, weiß der Meteorologe Häckl.

Die erste Hitzespitze ist sicher. Bei der zweiten Hitzemarke sieht der Meteorologe dementsprechend noch Unsicherheiten. Aber darüber halten wir Sie natürlich wie gehabt auf dem Laufenden.

Mehr zu den Unwettern, die uns ab Freitag erwarten.

Prognose der Höchsttemperaturen am Donnerstag

Deutschland wird zum Backofen. Verbreitet 30 Grad und mehr sind am Donnerstag zu erwarten.
Die Höchstwerte am Hitze-Donnerstag, 17.06.2021 (Stand der Prognose 15.06.2021) © wetter.de

Stichwort: Tropennächte. Ab wann werden die Nächte schlaffeindlich?

Noch ist es ja eher frisch und nachts lässt es sich gut aushalten und durchlüften. Das wird sich aber wohl ändern. Zumindest sieht das Häckl beim Blick auf die Wetterkarten so:

„Die Tropennächte mit Tiefstwerten nicht unter 20 Grad gehen in der Nacht auf Donnerstag am Rhein los. Betroffen sind zuerst also die Ballungsräume wie Köln, Düsseldorf oder das Ruhrgebiet. In der Nacht auf Freitag wird es dann verbreitet im ganzen Westen und Norden tropisch, ehe es in der Nacht auf Samstag den Schwerpunkt der schwülen Nächte eher im Osten gibt. Sonntag und Montag sehen die Wettercomputer die tropischen Temperaturen fast überall.”

Jetzt noch einmal durchlüften - so entwickeln sich die nächtlichen Tiefstwerte.

Hitzetipps: Was tun gegen Hitze in der Wohnung?

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(bal)