Mondfinsternis: Den Blutmond fotografieren wie ein Profi

Tipps für Ihre Fotos vom Blutmond

Wer in der Nacht zum kommenden Montag ganz früh aufsteht, kann eine totale Mondfinsternis bestaunen. Der Mond wird dabei aber glücklicherweise nicht ganz finster, sondern leuchtet orangerot als „Blutmond“. Wer das Schauspiel nicht nur bestaunen, sondern fotografieren will, bekommt hier ein paar Tipps, u.a. vom NASA Fotografen Bill Ingalls.

Supermond fotografieren: So geht's

Foto-Tipps für die Mondfinsternis
Bill Ingalls Blue Moon: Der Vollmond am 31. Juli 2015 - hier am Capitol in Washington - war schon der zweite im Monat. © (NASA/Bill Ingalls), NASA/Bill Ingalls

Nicht einfach den Mond ausschließlich, ohne jegliche Referenz zur Umgebung, fotografieren. Das macht jeder. Werden Sie kreativ. Nutzen Sie bestimmte Landmarken wie Gebäude oder Bäume, stellen Sie eine Verbindung vom Mond zur Landschaft her und geben Sie dem Foto so einen Bezug zum Ort.

Ingalls empfiehlt die Aufnahmen zu personalisieren, beispielsweise könnten Personen so im Bild positioniert werden, dass es scheint, als ob sie den Mond halten. Im Kernschatten ist der Mond über eine Stunde, so dass Sie genügend Zeit haben, mit unterschiedlichen Standorten, Vordergründen und Belichtungszeiten zu experimentieren.

Kann man den Blutmond mit einem Smartphone fotografieren? „Das ist relativ“, so Ingalls. Für ihn wäre es frustrierend, auf der anderen Seite könnte es eine Herausforderung sein. Man bekäme sicher keine Aufnahme eines gigantischen Monds hin, aber schöne Panoramaaufnahmen mit einem interessanten Vordergrund seien durchaus möglich. Als Standort wäre eine städtische Umgebung, wo es heller ist, ganz sinnvoll. Um den Mond ins rechte Licht zu setzen, kann man bei neueren Smartphones mit dem Finger das zu fotografierende Objekt auf dem Bildschirm antippen. So wird der Fokus arretiert. Dann nur noch mit dem Finger hin- und herwischen, um die Belichtung zu verändern.

Für ambitioniertere Fotografen mit digitalen Spiegelreflexkameras sind ein Stativ, womöglich eine Fernbedienung zur Vermeidung von Wacklern, und ein Teleobjektiv von 300 Millimeter und mehr Brennweite Pflicht. Die Kamera muss auf den manuellen Modus gestellt sein, um die Belichtungszeit verändern zu können. Da große Teile der Aufnahme schwarz sind, hilft die automatische Belichtungsmessung hier nicht weiter. Auch die ISO-Automatik abschalten und eine möglichst niedrige ISO von 100 oder 200 wählen.

Überzeugende Supermondaufnahmen mit einem Teleobjektiv gelingen in der Regel bei Blende 10, ISO 100 sowie einer Belichtung von 1/350 Sekunde, so die Website prophoto-online.de. Wenn später Details zu erkennen sein sollen, muss die Belichtung knapp gewählt sein. Bei zu langer Belichtung werden sonst die Feinstrukturen des Mondes überstrahlt.

Das Gute an der Digitalfotografie ist u.a., dass jederzeit die Ergebnisse überprüft und ggf. wieder gelöscht werden können. Sie haben über eine Stunde Zeit, Ihre Aufnahmen zu perfektionieren. Viel Erfolg!