An diesen Tagen geht nichts mehr

Streik bei Ryanair, Lauda Europe und jetzt auch EasyJet: Urlaubs-Chaos droht in ganz Spanien

FILE PHOTO: An EasyJet Airbus A321neo aircraft is parked at Gatwick Airport before a special flight to Farnborough International Airshow in Farnborough, Britain, July 18, 2018. REUTERS/Sarah Young/File Photo
Mitarbeiter der Billig-Airlines werden einige Wochenenden in der Ferienzeit bestreiken - es sei denn, es gibt doch noch eine Einigung.

Chaos an den Flughäfen! Weil Personal fehlt, müssen Flüge annulliert werden, es kommt zu massiven Verspätungen, Urlauber bleiben auf dem Boden. In Spanien kommen bald auch noch Streiks hinzu: Mitarbeiter von Ryanair und Kabinenpersonal von Ryanair-Tochter Lauda Europe wollen bessere Arbeitsbedingungen erstreiten – und haben nach gescheiterten Verhandlungen Streiks angekündigt. Und jetzt wurde bekannt, dass auch das Personal von Billigairline Easyjet bald für mehr Geld die Arbeit niederlegen will.

Auch Easyjet-Mitarbeiter treten in den Streik

Ein Streik der Mitarbeiter der auch Mallorca anfliegenden Billigairline Ryanair ist nicht mehr abzuwenden. Denn ein Schlichtungsversuch scheiterte am vergangenen Donnerstag (16.6.). Die in Spanien stationierten Mitarbeiter verlangen einen Gemeinschaftstarifvertrag, den andere Airlines haben – Ryanair jedoch nicht. Auch Beschäftigten der in Wien ansässigen Tochterfirma Lauda Europe werden in den Ausstand treten. Und am 21. Juni wurde bekannt, dass auch das Kabinenpersonal der Billigairline Easyjet in Spanien an insgesamt neun Tagen für mehr Geld streiken will. Die britische Fluggesellschaft hat in Barcelona, Palma de Mallorca und Málaga 450 Flugbegleiter stationiert.

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An diesen Tagen wird gestreikt

Die Beschäftigten von Ryanair werden nach dem 24. Juni sechs Tage lang die Arbeit niederlegen, und zwar am 24., 25. und 26. Juni und am 30. Juni sowie am 1. und 2. Juli. Gestreikt werden soll im ganzen Land, das heißt an sämtlichen zehn Basen. Auch Kabinenpersonal der Tochterfirma Lauda Europe, auch als Ryanair Austria firmierend, tritt in den Ausstand. Es will ab Samstag, 2. Juli, jedes Wochenende des Monats streiken. Die Arbeitsniederlegungen bei Easyjet sind für die Tage zwischen dem 1. und dem 3. Juli, zwischen dem 15. und dem 17. Juli sowie zwischen dem 29. und dem 31. Juli angesetzt worden.

Mehr Lohn und mehr Urlaubstage

Die Gewerkschaften kritisieren, dass Ryanair sich immer noch nicht an das spanische Arbeitsrecht halte. Die irische Fluglinie verweigere seinen spanischen Mitarbeitern unter anderem die 22 Urlaubstage, die allen Arbeitnehmern in Spanien zustehen. Zudem gebe es Unregelmäßigkeiten bei der Auszahlung von Gehältern. Außerdem setzen die Gewerkschaften sich für einen Tarifvertrag für das Kabinenpersonal ein.

Die Easyjet-Flugbegleiter fordern vor allem eine deutliche Gehaltsanhebung um mindestens 40 Prozent. Das Grundgehalt liege derzeit bei 950 Euro im Monat, sagte ein Vertreter der Airline-Mitarbeiter bei der Gewerkschaft USO. Das seien 850 Euro weniger als etwa in Deutschland oder Frankreich. Die Flugbegleiter von Easyjet seien zu allem Übel in Spanien in sehr teuren Städten stationiert.

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Geplanter Streik könnte für Urlauber zu Problemen führen

Passagiere müssen sich deswegen auf weitere Annullierungen und Verspätungen einstellen. Ryanair fliegt von Mallorca aus Airports wie Memmingen, Köln/Bonn, Karlsruhe/Baden-Baden, Köln oder Weeze an. Allerdings: An den Streiktagen legt lediglich das in Spanien stationierte Personal die Arbeit nieder. Wie viele Deutschland-Flüge letztlich von dem Streik betroffen sein werden, ist daher unklar.

Wer von einem durch einen regulären Streik bedingten Flugausfall betroffen ist, bekommt grundsätzlich sein Geld zurück, wie uns Rechtsanwalt Arndt Kempgens bestätigt. "Allerdings bestehen dann keine Schadensersatzansprüche, wie das bei zum Beispiel bei einem wilden Streik wäre", erklärt er im Gespräch mit RTL. Denn ein regulärer Streik wird nicht als Verschulden des Unternehmens gewertet. Bedeutet auch: Der Reisende hat nicht den Anspruch darauf, dass die Airline dann einen neuen Platz in einem anderen Flug zum gleichen Preis zur Verfügung stellt. Auch entstandene Mehrkosten wie etwas ein höherer Ticketpreis oder eine zusätzliche Hotelbuchung werden nicht erstattet, so der Experte. Weitere Tipps zu Vorbereitung und Rückerstattung lesen Sie hier. (dpa/cba/ija)