Mit der Wurmkiste geht Kompostieren auch zu Hause

Wurmkiste
Eine Wurmkiste verwandelt Biomüll in wertvollen, organischen Dünger. © amazon

Haushalts-Würmer statt Biotonne

Wie bitte? Würmer in der Wohnung?! Klingt eigentlich ziemlich fies. Ist aber eine wunderbare Möglichkeit, Küchenabfälle zu verwerten und besten Biodünger selbst herzustellen. Mit einer Wurmkiste können Sie sogar in der Wohnung einen Kompost anlegen. Und das ist viel einfacher und weniger eklig, als man vielleicht im ersten Moment denkt.

Wir erklären, wie eine Wurmkiste funktioniert und was die kleinen Mitbewohner zum Leben so brauchen. Und um die wichtigste Frage direkt zu beantworten: Nein, die Würmer können nicht aus der Kiste rauskrabbeln!

Was ist eine Wurmkiste?

Einen Kompost im Garten anzulegen ist nicht für jeden möglich. Vielen Menschen fehlt einfach der Platz oder der Garten dazu. Doch organische Abfälle lassen sich auch in der Küche erfolgreich kompostieren. Alles was man dazu braucht: Eine Wurmkiste. 

In der Wurmkiste zerlegen Würmer und Bakterien Bioabfälle in ihre Grundsubstanzen. Heraus kommt leckerer Wurmkompost. Dieser Humus kann als organischer Dünger Pflanzenerde beigemischt werden. Das Tolle daran: Der Wurmkompost hat einen höheren Nährstoffgehalt als normaler Kompost. Genau das richtige Power-Food für glückliche Pflanzen. 

Wie ist eine Wurmkiste aufgebaut?

Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Varianten einer Wurmkiste:

Das Mehrboxsystem, bei der mehrere Behälter übereinander gestapelt sind, ist vor allem für Wurm-Beginners geeignet. Es gibt das System mittlerweile in den unterschiedlichsten, zum Teil sehr dekorativen Varianten. Vorteil ist vor allem, dass es platzsparend ist. 

Darüber hinaus gibt es die flachere, eher horizontal aufgebaute Zwei-Kammer-Variante.

Mehrboxsysteme

Wurmkiste
Stylisch: der Design-Kompostierer von natursache.de. © amazon, Diemair, Alexandra [RTL interactive]

Diese Form der Wurmkiste ist eine Box (meist aus Kunststoff), die mehrere Ebenen hat und mit einem Deckel verschlossen ist. Ganz unten ist eine Plastikwanne, in der sich der sogenannte Wurmtee sammelt. Das ist die Feuchtigkeit, die aus dem Bioabfall durchsickert. 

Zu Beginn wird der Biomüll in die unterste Ebene gefüllt. Haben die Kompostwürmer den nach einigen Wochen zersetzt, wird die nächste Ebene befüllt. Die Würmer wandern nunnach oben, immer der Nahrung nach. Nach ca. drei bis sechs Monaten kann aus aus der untersten Ebene der Wurmhumus entnommen werden. 

Die Wurmkiste können Sie auch in Online-Shops bestellen. Der Design-Kompostierer von natursache.de* beispielsweise erfüllt nicht nur seinen Zweck, sondern sieht auch noch stylisch aus.

Zwei-Kammer-Variante

Hier ist das Innere der Box durch ein Drahtnetz in zwei Teile geteilt. Während eine Hälfte für den Kompostierungsvorgang genutzt wird, bleibt die andere zunächst leer. Auf der einen Seite des Gitters wird nun der Biomüll hineingegeben. Wenn eine Kammer voll ist, füllt man seinen Biomüll in die andere Kammer. Nun wandern die Würmer durch das Gitter zur zweiten Kammer und Sie können den Humus entnehmen. Dann beginnt der Vorgang auf der anderen Boxseite erneut.

Was darf in die Wurmkiste?

Das darf in die Wurmkiste

Obst- und Gemüseabfälle
Eierschalen
Tee- und Kaffeereste (auch mit Filter)
Papier (kein beschichtetes!)

Das darf nicht in die Wurmkiste

Zwiebeln und Zitrusfrüchte
Milchprodukte wie Käse
gekochtes oder gegartes Essen
Gewürztes oder Gesalzenes und Fleischprodukte
Bananenschalen 

Wo kommen die Würmer her?

Gut geeignet sind die Arten „Eisenia fetida“, „Eisenia andrei“ und „Dendrobena veneta“. Diese können pro Tag ungefähr ihr Eigengewicht an Biomüll verarbeiten.  

Da die Würmer auch zum Angeln verwendet werden, könne Sie sie entweder vor Ort in einem Laden für Angelbedarf kaufen, oder sie bestellen die Kompostwürmer bequem im Online-Shop.*

Kompostwurm
Kompostwürmer sind kleine Vielfraße: Sie können täglich ihr Eigengewicht an Biomüll verarbeiten. © amazon

Stinkt das nicht?

Da die Würmer den Biomüll sehr schnell abbauen, kommt es anders als bei einer Biotonne nicht zu unangenehmen Gerüchen. Der Wurmhumus riecht wie Walderde.Fängt die Wurmkiste an zu stinken, läuft etwas schief. Das kann zum Beispiel falsche oder zu viel Wurmnahrung sein. 

Wo soll die Wurmkiste stehen?

Die Wohnung ist genau der richtige Ort für eine Wurmkiste, da dort eine angenehme Temperatur für die Würmer herrscht. Sollten Sie die Wurmkiste draußen platzieren, achten Sie darauf, dass die Würmer keinen extremen Temperaturen ausgesetzt sind. Das heißt: keine pralle Sonne und nicht zu kalt. 

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