Auf einen Supermond müssen wir diesen Monat verzichten

Nachthimmel im Juni 2021: Saturn, Lyriden, Minimond - es gibt einiges zu sehen

Ringförmige Sonnenfinsternis am 10. Juni 2021

Heute können wir zumindest in einigen Gebieten eine Sonnenfinsternis am Himmel beobachten. Denn der Mond bedeckt einen Teil unserer Sonne, wodurch es zu einer partiellen Sonnenfinsternis in Deutschland kommt. Doch es ist Vorsicht geboten bei der Beobachtung des Ereignisses. Wo man die Sonnenfinsternis am besten sehen kann und welche Regionen durch Wolken, Schauer und Unwetter eher auf der Verliererseite stehen, erklären wir Ihnen hier.

Hier gibt es aktuelle Bilder und Videos zur Sonnenfinsternis

Im Video: Totale Sonnenfinsternis im Dezember 2020 in Südamerika.

Erste partielle Sonnenfinsternis nach sechs Jahren

Sonnenbedeckung durch den Mond am 10. Juni,
Diese Karte zeigt, wie hoch die prozentuale Bedeckung der Sonne in den verschiedenen Regionen Deutschlands ist. © wetter.de

Das Schattenspiel einer ringförmigen Sonnenfinsternis ist das herausragende Himmelsereignis in diesem Monat. Die ringförmige Sonnenfinsternis ist aber nur über dem Norden Kanadas und der Arktis zu sehen. In ihren partiellen Phasen kann sie am 10. Juni von ganz Deutschland aus beobachtet werden. Also rund um die Mittagszeit (etwa zwischen 10 und 13 Uhr) kreuzt der Mond die Erdbahnebene von Süd nach Nord, weshalb sein Schatten auf die Erde fällt.

Während die Bedeckung der Sonne durch den Mond in München zwischen 11:37 Uhr und 13:22 Uhr lediglich 6,3% beträgt, wird in Hamburg zwischen 11:28 Uhr und 13:41 Uhr eine Abdunklung von 17,4% erreicht.

So sieht eine ringförmige/partielle Sonnenfinsternis aus

Nasa-Video: So verläuft die Sonnenfinsternis auf der Nordhalbkugel

Da der Mond am 8. Juni mit einer Distanz von 406.230 Kilometer sich auf seinem weitesten Bahnpunkt zur Erde bewegt, erreicht seine Kernschattenspitze die Erdoberfläche nicht. Der dunkle Neumond erscheint daher etwas kleiner als die Sonnenscheibe, es kommt zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis. In Deutschland werden nur wenige Prozent der Sonnenscheibe vom Neumond bedeckt, wobei der Bedeckungsgrad von Nord nach Süd abnimmt. In Kiel werden am 10. gegen Mittag knapp 19 Prozent der Sonne bedeckt, in München nur noch etwa sechs Prozent. Es wirkt, als ob ein Stück von der Sonne abgebissen worden wäre. Weiter im Norden, Richtung Arktis, schiebt sich der Mond weiter über die Sonne, so dass letztere wie ein Ring dahinter hervorscheint.

Wie häufig ist so eine Sonnenfinsternis?

Eine Sonnenfinsternis ist relativ selten, weil für das Phänomen viele Bedingungen stimmen müssen. Sie kann nur bei Neumond eintreten, wenn der Mond genau zwischen Erde und Sonne steht. Durch die Neigung der Mondbahn zieht dieser aber meist ober- oder unterhalb der Sonne vorbei. Nur wenn der Mond an diesen Tagen auch die scheinbare Sonnenbahn am Himmel kreuzt, stimmen die Bedingungen: Maximal zwei bis vier Sonnenfinsternisse gibt es jährlich irgendwo auf der Erde. Die nächste auch in Deutschland zu sehende wird es am 25. Oktober 2022 geben.

Nicht direkt in die Sonne sehen - was Sie beim Blick in den Himmel vermeiden sollten

Eine Sonnenfinsternisbrille kann die Augen während des Spektakels schützen.
Um gefahrlos die Sonne zu beobachten, benötigt man sogenannte Sonnenfinsternisbrillen oder Schweißerbrillen. © dpa, Kay Nietfeld

Will man das Ereignis beobachten, so sollten die Augen geschützt werden. Vor unvorsichtigen Sonnenbeobachtungen wird gerade von Experten gewarnt: So sollten die Sonnenbeobachter nicht direkt in die Sonne sehen. Das gilt auch für Ferngläser und Teleskope, sofern sie keine speziellen Sonnenfilter haben. Auch Sonnenbrillen, berußte Gläser, Solarienbrillen, Verpackungsfolien und dergleichen bieten keinen ausreichenden Schutz. Um gefahrlos die Sonne zu beobachten, benötigt man sogenannte Sonnenfinsternisbrillen* oder Schweißerbrillen. Kaufen kann man diese in diversen Online-Shops oder beim Optiker.

Letztmals konnte man am 20. März 2015 von Deutschland aus eine partielle Verfinsterung der Sonne verfolgen. Das nächste hierzulande sichtbare Schattenspiel findet am 25. Oktober 2022 statt, wobei in der Mitte Deutschlands 23 Prozent der Sonne vom Mond bedeckt sein werden. Die größte Bedeckung deutschlandweit kann man dann von Rügen aus sehen (35 Prozent). Im Schnitt gibt es zwei bis fünf Sonnenfinsternis-Ereignisse pro Jahr, wobei eine totale Sonnenfinsternis im Schnitt nur alle 375 Jahr vorkommt. Die nächste totale Sonnenfinsternis kann man in Deutschland erst wieder am 3. September 2081 sehen.

Hier gab es den besten Blick auf die Sonnenfinsternis

Sichtbarkeit der partiellen Sonnenfinsternis in Deutschland
Unsere Grafik zeigt, wie gut die Sonnenfinsternis in Deutschland zu sehen ist. Ganz im Norden, im Nordosten und im Westen ist die Sichtbarkeit sehr gut. © wetter.de

Es geht zunächst freundlich los für die meisten. Über der Mitte und der Südhälfte sind neue Schauer und Gewitter unterwegs. Das bedeutet Unwettergefahr durch Starkregen und eine schlechte Sicht. Besser sieht es in Streifen von der Eifel bis zur Nordsee und Schleswig-Holstein aus, sowie von der Ostsee bis nach Berlin. Dort ist es oft sonnig und trocken und man wird kaum Schwierigkeiten haben, die Sonnenfinsternis zu sehen.

RTL-Meteorologe, Carlo Pfaff gibt eine Einschätzung zur Sichtbarkeit der partiellen Sonnenfinsternis: „In einem Steifen von der Eifel über das Rheinland und das Ruhrgebiet bis zur Nordsee sowie von der Ostsee bis nach Berlin stehen die Chancen sehr gut, die partielle Sonnenfinsterns beobachten zu können. In der Südhälfte sowie über den zentralen und östlichen Mittelgebirgen bis nach Südniedersachsen braucht es dagegen schon etwas Glück, dass die Sonne um die Mittagszeit nicht gerade von einer Schauer- oder Gewitterwolke verdeckt wird.“

Mini- statt Supermond am 24. Juni

Der nächste Vollmond ist am 24. Juni 2021.
Aufgehender Vollmond über Stuttgart: Der Vollmond ist am 24. Juni. © imago images/Arnulf Hettrich, Arnulf Hettrich via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Es warten aber noch weitere Highlights am Sternenhimmel auf die Hobby-Astronomen. Am 21. Juni erreicht die Sonne um 5.32 Uhr den Gipfel ihrer Jahresbahn, damit beginnt der astronomische Sommer. Der Sommerpunkt markiert den Beginn des Tierkreiszeichens Krebs, weshalb man auch vom Wendekreis des Krebses spricht. Zur Sommersonnenwende erlebt man den längsten Tag des Jahres. Der Vollmond wird am 24. um 20.40 Uhr im Sternbild Schütze erreicht. Die Nacht vom 24. auf den 25. ist die kürzeste Vollmondnacht des Jahres. Auf einen Supermond müssen wir im Juni also verzichten, nachdem er uns mit seinem Erscheinungsbild im April und Mai verzückt hat. Auf Grund seiner Entfernung von 406.230 Kilometer spricht man beim Vollmond im Juni von einem Minimond. Dieser ist im Vergleich zum Supermond im Mai rund 14 Prozent kleiner und wirft entsprechend weniger Mondlicht auf uns.

Unsichtbarer Merkur und heller Saturn

Nach Venus und Mond wird der Jupiter im Juni zu einem der hellsten Gestirne.
Jupiter gehört zu den hellsten Gestirnen in der zweiten Nachthälfte. © BBC Exklusiv - Die Wunder unseres Sonnensystems

Der Merkur bleibt im Juni unsichtbar. Venus baut ihre Rolle als Abendstern nur langsam aus. Noch ist sie nicht besonders auffällig. In der Abenddämmerung sieht man sie tief am Nordwesthimmel. Sie geht bereits unter, bevor es richtig dunkel ist. Der Mars zieht sich hingegen vom Abendhimmel zurück. Der rötlich-gelbe Planet verkürzt seine Abendsichtbarkeit drastisch. Durch die später einsetzende Dunkelheit ist der Mars zur Monatsmitte nur noch eine gute Stunde zu sehen, bevor er über dem Nordwesthorizont verschwindet.

Unser Planetenriese Jupiter im Sternbild Wassermann verlegt seine Aufgänge in die Zeit vor Mitternacht und erscheint heller. Damit wird er nach Venus und Mond zum hellsten Gestirn der der zweiten Nachthälfte. Ganz im Gegensatz zum Saturn, der seine Aufgänge in die Zeit weit vor Mitternacht verlagert. Da die Abenddämmerung jetzt erst spät endet, wird er im Laufe des Juni zum Planeten der gesamten Nacht. Zu Monatsbeginn geht der Ringplanet kurz nach ein Uhr auf, Ende Juni schon um 23 Uhr.

Sternschnuppen: Arietiden und Juni-Lyriden

Am Juni-Himmel lassen sich die Lyriden beobachten.
Die Juni-Lyriden gehören zu den Meteorschauern. die am Sternenhimmel zu sehen sind. © dpa, Z1060 Wolfgang Wittchen

Fans von Sternschnuppen müssen auch im Juni nicht darauf verzichten. Zum einen sind die Arietiden bereits seit dem 24. Mai aktiv und erreichen ihren Höhepunkt rund um den 7. Juni. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass sie meist tagsüber erscheinen und dadurch in Mitteleuropa nicht zu sehen sind. Zumindest nicht mit dem bloßen Auge. Besser zu sehen sind hingegen die Juni-Lyriden, die zwischen dem 11. und 21. Juni sich ihren Weg über den Sternenhimmel bahnen. Die meisten Sternschnuppen dieses Meteorschauers werden rund um den 16. Juni zu sehen sein.

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(kfb und oha mit dpa)

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